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MÄRKTE ASIEN/Schanghai nach Schlussrally klarer Tagessieger

Von Steffen Gosenheimer

TOKIO/SCHANGHAI (Dow Jones)--Die Anleger an den ostasiatischen Börsen haben sich am Freitag mit Blick auf die in den USA auf hochrangiger Ebene weiterlaufenden Handelsgespräche zurückgehalten. Die Tagestendenz war uneinheitlich, wobei sich die Ausschläge bei den Indizes, die vielfach nahe an Mehrmonatshochs liegen, in Grenzen hielten.

Eine Ausnahme machte Schanghai. Dort beschleunigte sich eine im Handelsverlauf zuvor bereits zu beobachtende stetige Aufwärtsbewegung im Späthandel. Am Ende des Tages stand so ein kräftiger Anstieg von 1,9 Prozent beim Schanghai-Composite. Der Index Chinext in Shenzhen, in dem viele Startup-Unternehmen enthalten sind, schoss sogar um gut 3 Prozent nach oben, der Shenzhen Composite legte um 2,3 Prozent zu. Einige Börsenindizes in Festlandchina verzeichneten damit bereits die zweite Woche in Folge mit den stärksten Wochengewinnen seit drei Jahren.

Nachdem am Vortag Meldungen über deutliche Annäherungen in zentralen Punkten die Stimmung gestützt hatten, hoffen die Akteure an den Börsen nun auf konkrete Ergebnisse. Die zweitägigen Gespräche, an denen Chinas Vize-Regierungschef Liu He und US-Chefunterhändler Lighthizer teilnehmen, sowie US-Finanzminister Mnuchin, Handelsminister Ross sowie der Chefwirtschaftsberater von US-Präsident Trump, Kudlow, und Handelsberater Navarro, enden am Freitag.

Die chinesische Notenbank fixte derweil den Mittelkurs des Yuan bereits den vierten Tag in Folge etwas höher. Aus den Handelsgesprächen waren zuletzt Forderungen seitens der US-Seite nach einem stabilen Yuan bekannt geworden.

Australische Kohleaktien geben nach 
 

Konjunkturseitig belasteten an einigen Plätzen zuletzt schwache Daten aus Europa, USA und Japan die Stimmung etwas, wie Marktkenner Jeffrey Halley von Oanda sagte. In Tokio gab der Nikkei-Index um 0,2 Prozent nach auf 21.426 Punkte. Er hatte an den vier Tagen zuvor jeweils zugelegt. In Seoul schloss der Kospi dank später Gewinne gut behauptet. Hongkong tendierte im Späthandel etwas fester.

In Sydney verbesserte sich der S&P/ASX-200 um 0,4 Prozent. Thema in Australien war die angebliche Blockade von australischen Kohlelieferungen im chinesischen Hafen von Dalian. Australiens Premierminister Morrison glaubt allerdings nicht an einen Bann, sondern sprach von Verzögerungen im Zuge üblicher regionaler Überprüfungen. Ähnlich äußerte sich Finanzminister Frydenberg. Ihm zufolge soll nun der australische Botschafter in China klären, was es damit genau auf sich hat.

Hintergrund der Blockadespekulation ist der Streit zwischen Australien und seinem wichtigsten Rochstoffabnehmer China darüber, dass Sydney den Technologieriesen Huawei, der dem Einfluss Pekings unterliegt, beim Aufbau der 5G-Infrastruktur nicht zum Zug kommen lassen will aus Sorge um die nationale Sicherheit.

Aktien von Kohleproduzenten gaben in dieser Gemengelage nach. Yancoal verloren 2,8 Prozent und New Hope 3,8 Prozent. Whitehaven erholten sich im Verlauf des Handels und schlossen 0,7 Prozent im Plus.

Der Austral-Dollar, der am Donnerstag unter den Handelsstreitspekulationen gelitten hatte, tendierte auf dem ermäßigten Niveau seitwärts. Dass Notenbankgouverneur Lowe jüngst aufgekommenen Spekulationen darüber, dass der nächste Zinsschritt nach unten gehen könne, einen Dämpfer erteilte, stützte den "Aussie" nicht.

Weitere Kursgewinne verzeichneten in Hongkong Lenovo. Die Aktie war am Vortag bereits um einen zweistelligen Prozentwert gestiegen, nachdem der Computerbauer erstmals seit Jahren schwarze Zahlen geschrieben hat. Nun zog der Kurs um weitere gut 6 Prozent an. Die Analysten von Daiwa haben die Aktie auf "Outperform" erhöht. Dort heißt es, das US-Geschäft von Lenovo habe auch davon profitiert, dass Konkurrenten wie Huawei und ZTE wegen deren spezieller Handelskonflikte mit den USA geschwächelt hätten.

=== 
Index (Börse)            zuletzt      +/- %     % YTD      Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)    6.167,30     +0,46%    +9,23%     06:00 
Nikkei-225 (Tokio)     21.425,51     -0,18%    +7,05%     07:00 
Kospi (Seoul)           2.230,50     +0,08%    +9,28%     07:00 
Schanghai-Comp.         2.804,23     +1,91%   +12,44%     08:00 
Hang-Seng (Hongk.)     28.734,61     +0,37%   +10,66%     09:00 
Taiex (Taiwan)         10.322,92     +0,03%    +6,12%     06:30 
Straits-Times (Sing.)   3.265,27     -0,39%    +6,83%     10:00 
KLCI (Malaysia)         1.718,34     -0,71%    +2,37%     10:00 
BSE (Mumbai)           35.843,10     -0,15%    -1,13%     11:00 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %     00:00  Do, 9:01   % YTD 
EUR/USD                   1,1348      +0,1%    1,1337    1,1338   -1,0% 
EUR/JPY                   125,66      +0,1%    125,48    125,57   -0,1% 
EUR/GBP                   0,8701      +0,1%    0,8696    0,8693   -3,3% 
GBP/USD                   1,3042      +0,0%    1,3036    1,3043   +2,4% 
USD/JPY                   110,73      +0,1%    110,67    110,74   +1,0% 
USD/KRW                  1123,83      -0,1%   1125,25   1125,30   +0,9% 
USD/CNY                   6,7187      -0,0%    6,7198    6,7128   -2,3% 
USD/CNH                   6,7196      -0,1%    6,7267    6,7126   -2,2% 
USD/HKD                   7,8486      +0,0%    7,8477    7,8474   +0,2% 
AUD/USD                   0,7114      +0,3%    0,7092    0,7114   +1,0% 
NZD/USD                   0,6793      -0,2%    0,6806    0,6822   +1,2% 
Bitcoin 
BTC/USD                 3.895,26      +0,2%  3.887,26  3.933,94   +4,7% 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.     +/- %   +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  57,10      56,96     +0,2%      0,14  +23,9% 
Brent/ICE                  67,17      67,07     +0,1%      0,10  +23,5% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag     +/- %   +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.326,16   1.323,72     +0,2%     +2,44   +3,4% 
Silber (Spot)              15,90      15,81     +0,6%     +0,09   +2,6% 
Platin (Spot)             831,74     823,50     +1,0%     +8,24   +4,4% 
Kupfer-Future               2,91       2,90     +0,6%     +0,02  +10,8% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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February 22, 2019 03:03 ET (08:03 GMT)

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© 2019 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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