AMSTERDAM (dpa-AFX) - Die kriselnde Poco-Mutter Steinhoff
"Wir sind so frustriert, wie auch Sie sein müssen, dass es noch nicht möglich ist, mehr Informationen zu liefern", schrieb Sonn in einem Brief an die Aktionäre. Die meisten Unregelmäßigkeiten, die bisher erkennbar seien, gebe es in den europäischen Teilen des Konzerns. Welche Folgen die laufenden Untersuchungen für das Unternehmen haben, ist laut Sonn noch nicht abschätzbar. In Deutschland ist der Steinhoff-Konzern vor allem durch seine Beteiligung an der Billig-Möbelhauskette Poco bekannt.
Im Aufsichtsrat des Ikea-Rivalen gibt es nun gleich eine Reihe von Wechseln. Vier Mitglieder, darunter Bruno Steinhoff, legten ihre Ämter am Mittwoch mit sofortiger Wirkung nieder. Stattdessen will der Konzern seinen Aktionären auf der Hauptversammlung am 20. April sechs neue unabhängige Aufseher vorschlagen. Die seit Dezember amtierende Aufsichtsratschefin Sonn - eine gelernte Investmentbankerin - und drei weitere Mitglieder wollen sich zur Wiederwahl stellen.
In seiner Zwischenbilanz für das erste Geschäftsquartal von Oktober bis Dezember wies Steinhoff einen Handelsumsatz von 4,86 Milliarden Euro aus, rund 5 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Zu Gewinn oder Verlust äußerte sich das Management nicht.
Steinhoff steckt seit Anfang Dezember in einer schweren Krise, nachdem wegen Bilanzunregelmäßigkeiten ermittelt wird und Chef Markus Jooste gehen musste. Der Abschluss für das Geschäftsjahr 2016 muss neu erstellt werden, der für die zwölf Monate bis Ende September 2017 wurde gar nicht erst veröffentlicht. Die beauftragten Wirtschaftsprüfer von der Gesellschaft PwC nehmen den Angaben zufolge jetzt die Strukturen und Vorgänge außerhalb der Konzernbilanz unter die Lupe./stw/bgf/jha/
ISIN DE0008467XXX NL0011375XXX
AXC0275 2018-02-28/18:07
