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MÄRKTE USA/Chinesisches Entgegenkommen stützt Börsen

NEW YORK (Dow Jones)--An den US-Börsen zeichnet sich zum Wochenausklang ein etwas festerer Handelsstart ab, nachdem China im Handelsstreit mit den USA weitere Zugeständnisse gemacht hat. Der chinesische Ministerpräsident Li Keqiang hat sich zuversichtlich gezeigt, dass eine Einigung erzielt wird, mit der beide Seiten leben können. Bewegung dürfte auch der Große Verfall in den Markt bringen. Am Freitag verfallen Futures und Optionen auf Indizes und Einzelaktien. Konjunktursorgen könnten die Kauflust der Anleger allerdings bremsen.

China hat am Freitag ein neues Investitionsgesetz verabschiedet, mit dem der Zwang von Technologietransfers von ausländischen an chinesische Partnerunternehmen aufgehoben wurde. Gleichzeitig wurde die "illegale Einmischung der Regierung" in ausländische Geschäfte verboten. Die Technologietransfers sind einer der Hauptstreitpunkte zwischen China und den USA. Washington hatte China aufgrund des erzwungenen Technologietransfers wiederholt den Diebstahl geistigen Eigentums vorgeworfen.

Das Einlenken Chinas dürfte die Wogen etwas glätten, nachdem zuletzt wieder Zweifel an einer baldigen Beilegung des Konflikts aufgekommen waren. Allerdings ist keineswegs ausgemacht, dass sich die USA mit diesem jüngsten Zugeständnis zufrieden geben. Am Donnerstag sagte Larry Kudlow, Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, dass ein geplantes Gipfeltreffen Trumps mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping wohl erst dann stattfinden werde, wenn der Handelsstreit beigelegt sei. Xi fürchte nämlich, dass Trump die Zusammenkunft in letzter Minute einfach abbrechen werde, so wie er es beim Gipfel in Hanoi mit dem nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un getan hatte.

China-Daten dämpfen - Empire-State-Index unter Prognosen 

Auf der Konjunkturseite haben Daten zum chinesischen Immobilienmarkt enttäuscht. Der Hauspreisindex fiel auf den tiefsten Stand seit zehn Monaten. Erst am Donnerstag hatte die chinesische Statistikbehörde überraschend schwache Daten zur heimischen Industrieproduktion gemeldet. Daneben hat die japanische Notenbank ein trüberes Bild der Wirtschaft gezeichnet. Auch die Inflationsdaten aus der Eurozone sind schwach ausgefallen, auch wenn sie den Erwartungen von Volkswirten entsprochen haben. Die zuvor in dieser Woche veröffentlichten US-Inflationsdaten lagen unter den Erwartungen.

Der am Freitag eine Stunde vor Handelsbeginn an der Wall Street veröffentlichte Empire State Manufacturing Index fiel im März auf 3,7 und verfehlte damit die Prognose von 8,3 Punkten deutlich. Ebenfalls noch vor der Startglocke werden Industrieproduktion und Kapazitätsauslastung aus dem Februar veröffentlicht. Nach Handelsbeginn folgt der Index der Verbraucherstimmung der Universität Michigan.

Broadcom nach Zahlen gesucht - Oracle unter Druck 

Unter den Einzelwerten legen Broadcom vorbörslich um 5,2 Prozent zu. Der Chiphersteller hat zwar die Umsatzerwartung verfehlt, den Ausblick aber bestätigt.

Mit der Oracle-Aktie geht es dagegen um 3,4 Prozent abwärts. Der Softwarehersteller hat in seinem dritten Geschäftsquartal einen Umsatzrückgang von 1 Prozent gemeldet und erwartet für das laufende Quartal bestenfalls einen stagnierenden Umsatz.

Gut kommen die Zahlen des Kosmetikkonzerns Ulta Beauty an. Die Aktie springt um 5,3 Prozent nach oben.

Pfund wenig bewegt 

Das Pfund reagiert kaum auf das Votum des britischen Unterhauses für eine Verschiebung des Brexit. Mit der zunehmenden Wahrscheinlichkeit eines "weichen Brexit" sehen die Analysten von Morgan Stanley (MS) das Pfund Sterling auf einem holprigen Weg nach oben. Die Tagesvolatilität "dürfte für einige Zeit erhöht bleiben", was wiederum Unternehmen und andere dazu veranlassen dürfte, höhere Pfund-Positionen weiter abzusichern. Dessen ungeachtet halten die Experten das Pfund für die am zweitstärksten unterbewertete G10-Währung.

Der Yen tendiert ebenfalls wenig verändert, obwohl die Bank of Japan ein trüberes Bild der heimischen Wirtschaft gezeichnet und ihre ultralockere Geldpolitik beibehalten hat. Auch in der BoJ nehme der Konjunkturpessimismus zu, stellt dazu Devisenanalyst Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank fest. Sicherlich werde die BoJ weiterhin alles tun, die realwirtschaftlichen Folgen abzudämpfen, doch darüber hinaus dürfte kein expansionistischer Mut von Japans Zentralbankern mehr zu erwarten sein, so Leuchtmann. Für den Yen sei das ein positives Signal.

Öl beendet Anstieg 

Die Ölpreise geben am Freitag nach, hatten allerdings in dieser Woche einen guten Lauf. Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI sinkt um 0,7 Prozent auf 58,22 Dollar. Brentöl ermäßigt sich um 0,8 Prozent auf 66,72 Dollar. Die Februar-Daten der Internationalen Energieagentur (IEA) stützen nicht. Demnach ist die weltweite Ölförderung im vergangenen Monat zwar zurückgegangen, lag aber höher als im Februar 2018. Überdies berichtete die IEA von einer geringeren Nachfrage nach Öl im vierten Kalenderquartal des vergangenen Jahres. Vor allem die OECD-Staaten hätten weniger Öl nachgefragt. Gleichwohl hält die IEA ihre Prognose für den Ölbedarf 2019 aufrecht, weil die Agentur eine hohe Nachfrage aus den Nicht-OECD-Staaten erwartet.

Gold legt zu und steigt wieder über die Marke von 1.300 Dollar. Die Feinunze verteuert sich um 0,4 Prozent auf 1.302 Dollar.

Auch Staatsanleihen finden einige Käufer. Steigende Notierungen drücken die Zehnjahresrendite um 1 Basispunkt auf 2,62 Prozent.

=== 
US-Anleihen 
Laufzeit        Rendite   Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre            2,45       -1,3        2,46      124,4 
5 Jahre            2,42       -1,7        2,43       49,3 
7 Jahre            2,51       -1,7        2,53       26,2 
10 Jahre           2,62       -1,3        2,63       17,1 
30 Jahre           3,03       -1,9        3,05       -4,0 
 
DEVISEN         zuletzt      +/- %    Fr, 8:41  Do, 17:15   % YTD 
EUR/USD          1,1309     +0,03%      1,1322     1,1299   -1,4% 
EUR/JPY          126,28     -0,01%      126,39     126,32   +0,4% 
EUR/CHF          1,1363     +0,13%      1,1347     1,1355   +1,0% 
EUR/GBP          0,8543     +0,10%      0,8546     0,8517   -5,1% 
USD/JPY          111,65     -0,05%      111,63     111,79   +1,8% 
GBP/USD          1,3239     -0,06%      1,3247     1,3266   +3,7% 
Bitcoin 
BTC/USD        3.878,00     +0,60%    3.854,00   3.852,77   +4,3% 
 
ROHOEL          zuletzt  VT-Settl.       +/- %    +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex         58,22      58,61       -0,7%      -0,39  +26,4% 
Brent/ICE         66,72      67,23       -0,8%      -0,51  +22,0% 
 
METALLE         zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)    1.301,97   1.296,49       +0,4%      +5,48   +1,5% 
Silber (Spot)     15,34      15,19       +1,0%      +0,15   -1,0% 
Platin (Spot)    830,56     827,49       +0,4%      +3,07   +4,3% 
Kupfer-Future      2,90       2,89       +0,2%      +0,01   +9,8% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/cln/smh

(END) Dow Jones Newswires

March 15, 2019 08:57 ET (12:57 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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