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XETRA-SCHLUSS/Rally-Gewinne noch etwas ausgebaut

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag die aufgelaufenen Rally-Gewinne noch etwas ausgebaut. Der DAX stieg um 0,1 Prozent auf 12.236 Punkte. Damit reichte das kleine Plus dem DAX für ein neues Jahreshoch. In der zweiten Reihe ging es stärker nach oben: Der MDAX gewann 0,7 Prozent und der TecDAX 1,1 Prozent. Gestützt wurde die Stimmung von einer freundlichen Eröffnung an der Wall Street und von einem schwächeren Euro. Anleger würden bei der Suche nach Renditen nur noch am Aktienmarkt fündig, so Jochen Stanzl von CMC Markets. "Das verhindert echte Rückschläge", sagte der Marktanalyst.

Allerdings sprachen Händler auch von einem dünnen Geschäft. "Der Markt wartet auf die Berichtssaison in Europa", so ein Händler. Nach der Jahresanfangs-Rally von 15 Prozent im DAX könnten die Quartalsberichte nun neue Impulse liefern. SAP gewannen 1,4 Prozent, das Unternehmen legt bereits am Mittwoch die Zahlen auf den Tisch.

Zu den größten DAX-Gewinnern zählten aber die Aktien aus dem zuletzt vernachlässigten Pharma-Bereich. Hier gewannen Fresenius 2,9 Prozent und Merck KGaA 2,4 Prozent.

Auf der anderen Seite verloren Lufthansa 2 Prozent. Damit litten sie unter den immer weiter steigenden Ölpreisen. Die US-Regierung verschärft die Iran-Sanktionen, an den Finanzmärkten wird deshalb eine weitere Verknappung des Öl-Angebots befürchtet.

Noch stärker nach unten ging es mit Thyssenkrupp, die um 4 Prozent nachgaben. Die Analysten von Jefferies sprachen von schwierigen Perspektiven für die Stahlunternehmen.

10-Prozent-Swing bei Wirecard 
 

Daneben standen Wirecard im Blick. Sie legten schließlich um 2,8 Prozent zu. Am Morgen war der Kurs unter großen Umsätzen noch um bis zu 8 Prozent gefallen, nachdem die BaFin das Leerverkaufsverbot nicht verlängert hatte. "Der Anstieg erwischt nun viele Marktteilnehmer auf dem falschen Fuß", sagte ein Händler. Im Verlauf sei mit der Erholung der Druck gewachsen, solche Leerverkaufspositionen auf fallende Kurse wieder einzudecken.

Die Aktie der Deutschen Bank schloss 1,6 Prozent im Minus, Commerzbank gaben um 2,8 Prozent nach. Die Fusionsgespräche erhalten laut einem Zeitungsbericht Gegenwind. Nach Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hat der Widerstand im Aufsichtsrat der Deutschen Bank gegen eine Fusion mit der Commerzbank in den vergangenen Tagen zugenommen. Großaktionäre wie das Emirat Katar, der Vermögensverwalter Blackrock und das chinesische Konglomerat HNA hielten den Zusammenschluss für zu komplex in der Umsetzung, um erfolgreich zu sein, habe ein Aufsichtsrat der Zeitung ausrichten lassen.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 77,4 (Donnerstag: 108,9) Millionen Aktien im Wert von rund 3,48 (Donnerstag: 5,13) Milliarden Euro. Es gab 15 Kursgewinner und 15 -verlierer.

=== 
INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          12.235,51  +0,11%    +15,88% 
DAX-Future   12.262,50  +0,19%    +15,28% 
XDAX         12.236,27  -0,12%    +15,64% 
MDAX         26.038,47  +0,71%    +20,61% 
TecDAX        2.834,41  +1,13%    +15,68% 
SDAX         11.723,26  +0,06%    +23,28% 
               zuletzt   +/- Ticks 
Bund-Future     164,94     -18 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/ros

(END) Dow Jones Newswires

April 23, 2019 11:45 ET (15:45 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

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