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Aktienhoffnung auf ein Ende des Handelskriegs gestorben?

Seit gut einem Jahr tobt zwischen den USA und China ein Handelskrieg. Doch hat sich Präsident Trump zuletzt immer mehr aus dem Fenster gelehnt und einen baldigen "monumentalen Handelspakt" angekündigt. Allerdings hat Trump die Rechnung offenbar ohne die Chinesen gemacht. Da sie im Vergleich zum jetzigen Zustand am meisten zu verlieren haben, verhandeln sie hart und nach und stellen neue Forderungen.

Auch die Chinesen sind keine edlen Handels-Ritter

Trump zieht mit seiner herzlichen Art zwar allen Handels-Unmut auf sich. Doch sollte man umgekehrt die Chinesen nicht als Handels-Heilige darstellen. Hinter diplomatischer Rhetorik betreibt Peking seinen eigenen "Freihandel": Wettbewerbsfähigkeit maroder Staatsunternehmen über Subventionierung, Eroberungsfeldzüge in westlichen Industriekulturen, Gewährung von ausländischem Marktzugang nur bei vorheriger Preisgabe von Wissen sowie latente Schwächung des Yuan zur Exportförderung zeigen das zweite, weniger niedliche Gesicht des Pandabären. Dem westlichen Aufruf "Die Handels-Mauer muss weg" wurde bislang nicht Folge geleistet.

Zur eigenen politischen Gesichtswahrung sucht Trump daher nun sein Heil in weiteren Zollanhebungen auf chinesische Importe und droht sogar mit Totalverzollung.

Beide Seiten schenken sich nichts. Wenn man beide Protagonisten in den Handels-Sack steckt und draufhaut, trifft man immer den Richtigen.

Amerika kann sich ein Scheitern der Verhandlungen nicht leisten, China noch weniger

Grundsätzlich streben beide Kampfhähne die Weltherrschaft an. China will sie erlangen, Amerika verteidigen. Dieser Kampf erinnert an den Kalten Krieg zwischen den USA und der Sowjetunion. Allerdings fürchten die USA heute die Chinesen viel mehr als früher die Sowjets, die zwar militärisch stark waren, der westlichen Führungsmacht jedoch nicht das Wasser reichen konnten. Insofern heiligt der geostrategische Zweck auch alle wirtschaftlichen und damit auch (handels-)politischen Mittel, die dem Gegner Schaden zufügen können.

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© 2019 marktEINBLICKE
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