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MÄRKTE ASIEN/Gewinnmitnahmen - Goldpreis über 1.400 Dollar

Von Steffen Gosenheimer

TOKIO / SCHANGHAI (Dow Jones)--Gewinnmitnahmen nach den jüngsten Kursaufschlägen dominieren am Freitag das Geschehen an den ostasiatischen Aktienmärkten. Wie vor Wochenenden oft zu beobachten, halten sich die Anleger mit dem Aufbau neuer Positionen eher zurück. Schanghai hält sich erneut besser als die Nachbarbörsen. Hier dürfte die Spekulation auf einen Annäherung im US-chinesischen Handelsstreit helfen. Weiter aufwärts geht es mit dem Goldpreis. Er steigt erstmals seit 2013 über die Marke von 1.400 Dollar.

Nach der von Zinssenkungsfantasie getriebenen Aufwärtsbewegung der Vortage vor dem Hintergrund global taubenhaft auftretender Notenbanken rückten geopolitische Themen wieder etwas stärker in den Vordergrund, berichten Marktteilnehmer. An erster Stelle stehe hier der Abschuss einer US-Drohne durch Iran. Noch ist unklar, ob und wie die USA darauf reagieren werden, nachdem US-Präsident den Abschuss als Fehler bezeichnet hat.

Daneben richten sich die Blicke der Akteure in Ostasien auf Nordkorea. Dort hat Staatschef Kim Jong Un bei einem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping Gesprächsbereitschaft in Sachen Denuklearisierung signalisiert. Im Gegenzug soll ihm dazu Sicherheit und Entwicklungshilfe durch China zugesagt worden sein.

Yen sorgt in Tokio für Gegenwind 
 

Während es an der Börse in Schanghai nach dem kräftigen Plus vom Vortag weiter nach oben geht um 0,7 Prozent, verzeichnen die anderen Plätze der Region überwiegend moderate Abgaben. In Tokio büßt der Nikei-Index aber immerhin 0,7 Prozent ein auf 21.324 Punkte. Gegenwind für die japanischen Aktienkurse kommt vom Yen. Er hat zuletzt kräftig zum Dollar aufgewertet und wird mit 107,09 je Dollar gehandelt. Das ist das höchste Yen-Niveau seit über einem Jahr.

Zum einen beschert die angespannte Lage im Nahen Osten dem als Fluchtwährung beliebten Yen Zulauf, zum anderen die Tatsache, dass in Sachen lockererer Geldpolitik der Spielraum der japanischen Notenbank zusehends als ausgereizt gilt, im Gegensatz beispielsweise zur US-Notenbank.

Die Ölpreise verteidigen angesichts der Entwicklung im Iran ihre jüngsten kräftigen Gewinne, was am Aktienmarkt wiederum die Kurse von Ölgesellschaften stützt. In Tokio legen beispielsweise Inpex um 3,6 Prozent zu, in Sydney Woodside um 2 Prozent und in Hongkong CNOOC um 2,2 Prozent.

Abwärts geht es in Hongkong für CLP Holdings, und zwar um fast 5 Prozent. Der Energieversorger hatte am Vortag nach Handelsende mit einer Gewinnwarnung aufgewartet wegen einer Firmenwertabschreibung bei seiner australischen Tochter.

Gold mit Wochenplus von fast 5 Prozent 
 

Die Feinunze Gold kostet 17 Dollar mehr als am Vorabend in den USA und wird erstmals seit August 2013 wieder über 1.400 Dollar gehandelt. Hauptauslöser des Preisanstiegs der vergangenen Tagen ist die Aussicht auf weltweit weiter niedrige oder noch weiter sinkende Zinsen. Damit gewinnt Gold, das selbst keine Zinsen abwirft, relativ an Attraktivität. Daneben wird der Preis des in Dollar gehandelten Edelmetalls vom schwächelnden Dollar gestützt und schließlich dürfte das Gold auch von seiner Funktion als sicherer Hafen profitieren angesichts der Entwicklung im Nahen Osten. Seit dem vergangenen Freitag ist der Goldpreis um fast 5 Prozent bzw. 60 Dollar gestiegen.

Index (Börse)            zuletzt      +/- %     % YTD       Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)    6.650,50     -0,55%   +17,78%      08:00 
Nikkei-225 (Tokio)     21.298,10     -0,77%    +6,41%      08:00 
Kospi (Seoul)           2.126,62     -0,22%    +4,19%      08:00 
Schanghai-Comp.         3.005,36     +0,61%   +20,51%      09:00 
Hang-Seng (Hongk.)     28.474,33     -0,27%    +8,96%      10:00 
Straits-Times (Sing.)   3.306,39     -0,25%    +7,15%      11:00 
KLCI (Malaysia)         1.677,11     +0,10%    -1,42%      11:00 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %     00:00  Mi, 09:51    % YTD 
EUR/USD                   1,1302      +0,1%    1,1293     1,1197    -1,4% 
EUR/JPY                   121,06      -0,1%    121,18     121,32    -3,7% 
EUR/GBP                   0,8889      +0,0%    0,8887     0,8917    -1,2% 
GBP/USD                   1,2715      +0,1%    1,2706     1,2557    -0,2% 
USD/JPY                   107,12      -0,2%    107,30     108,36    -2,3% 
USD/KRW                  1159,29      -1,0%   1159,29    1176,30    +4,0% 
USD/CNY                   6,8520      -0,7%    6,8520     6,9058    -0,4% 
USD/CNH                   6,8626      +0,1%    6,8590     6,9080    -0,1% 
USD/HKD                   7,8026      -0,1%    7,8135     7,8277    -0,4% 
AUD/USD                   0,6929      +0,1%    0,6924     0,6872    -1,7% 
NZD/USD                   0,6596      +0,2%    0,6583     0,6525    -1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD                 9.724,75      +2,2%  9.514,50   9.161,25  +161,5% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.     +/- %    +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex                   0,00      56,65        0%       0,00   +19,8% 
Brent/ICE                  64,49      64,45     +0,1%       0,04   +16,9% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag     +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)             1.404,88   1.388,10     +1,2%     +16,78    +9,5% 
Silber (Spot)              15,49      15,43     +0,4%      +0,06    -0,0% 
Platin (Spot)             813,72     808,00     +0,7%      +5,72    +2,2% 
Kupfer-Future               2,71       2,71     +0,1%      +0,00    +2,8% 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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June 20, 2019 23:58 ET (03:58 GMT)

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© 2019 Dow Jones News
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