Der deutschen Wirtschaft droht angesichts der
wachsenden globalen Risiken nach Expertenprognosen eine weitere
Verlangsamung des Konjunkturtempos. Selbst die moderaten
wirtschaftlichen Prognosen von vor wenigen Monaten seien inzwischen
schon wieder Makulatur, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken
in einer Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. "Insgesamt läuft die
deutsche Wirtschaft nur noch auf drei von vier Zylindern",
formuliert es Commerzbank
Dass dies - anders als bei zurückliegenden Konjunkturflauten - auch Spuren auf dem Arbeitsmarkt hinterlassen wird, ist für die Ökonomen unzweifelhaft. "Wir rechnen zwar nicht gerade mit einem kräftigen Anstieg der Arbeitslosenzahlen. Aber der Trend zu sinkenden Zahlen wird auslaufen", ist Michael Holstein von der DZ-Bank überzeugt. Und auch für Allianz-Volkswirtin Katharina Utermöhl deuten nicht zuletzt die steigenden Kurzarbeiterzahlen und die sinkende Zahl offener Stellen darauf hin, "dass die Konjunkturabkühlung langsam aber sicher auch den Arbeitsmarkt erreicht hat".
Im Juni zeigt sich nach Einschätzung der Konjunkturexperten der deutsche Arbeitsmarkt aber noch einigermaßen robust. Mit einem Rückgang der Arbeitslosigkeit um rund 30 000 auf rund 2,2 Millionen dürfte der auslaufende Frühjahrsaufschwung dennoch deutlich schwächer ausfallen als im Schnitt der vergangenen drei Jahre. Vor einem Jahr waren bei deutschen Arbeitsämtern allerdings noch rund 70 000 Jobsucher mehr registriert gewesen. Vor dem Hintergrund einer aktuell laufenden Datenüberprüfung in den Jobcentern schließen die Volkswirte aber auch für Juni ein Plus bei den Erwerbslosenzahlen nicht aus. Die offiziellen Juni-Arbeitslosenzahlen veröffentlicht die Bundesagentur am 1. Juli./kts/DP/men
ISIN DE000CBK1001 DE0005140008
AXC0014 2019-06-23/15:04