BERLIN (Dow Jones)--Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hält weiter an der Personalie Manfred Weber (CSU) für den Vorsitz der EU-Kommission fest. "Wir stehen weiter zum Spitzenkandidatenprinzip", sagte Merkel anlässlich der Regierungsbefragung im Deutschen Bundestag. "Aber die Konstellation ist diesmal sehr kompliziert."
Die EU-Staats- und Regierungschefs hatten sich bei ihrem Gipfeltreffen in Brüssel in der vergangenen Woche nicht auf einen gemeinsamen Kandidaten einigen können. Weber, Vorsitzender der Europäischen Volkspartei, wird von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron und weiteren Ratsmitgliedern abgelehnt.
Auf die Frage von Ex-SPD-Chef Martin Schulz, ob Merkel "uneingeschränkt" zum Spitzenkandidatenprinzip stehe, sagte die Kanzlerin, sie befürworte eine solche Lösung. "Ob das im Rat gelingt, kann ich Ihnen nicht sagen." Am 30. Juni treffen sich die Staats- und Regierungschefs erneut zu einem Europäischen Rat. Es sei wünschenswert, dass dann ein Personalpaket von Rat und Parlament geschnürt werde, dass den Belangen und Wünschen der Länder auch entspreche, sagte Merkel.
Frankreichs Präsident Macron würde lieber seinen Landsmann, den Brexit-Unterhändler Michel Barnier, oder die Kandidatin der liberalen ALDE-Fraktion, Margrethe Vestager, auf dem Chefposten der EU-Kommission sehen. Keiner der vorgeschlagenen Kandidaten hat eine Mehrheit im Rat. Auch im Europaparlament gibt es derzeit keine Mehrheiten für einen Kandidaten.
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June 26, 2019 07:30 ET (11:30 GMT)
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