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MÄRKTE USA/Börse blickt optimistisch auf G20-Gipfel

NEW YORK (Dow Jones)--Zum Wochenausklang blicken Anleger an der Wall Street leicht optimistisch auf das G20-Treffen. Dieses hat am Freitag im japanischen Osaka begonnen und beschert den US-Börsen leichte Aufschläge. Am Samstag werden US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping zusammentreffen. Einen Durchbruch im Handelsstreit erwartet indessen kaum jemand. Doch schon eine Annäherung könne als Erfolg gewertet werden, heißt es im Handel.

"Es besteht große Unsicherheit darüber, was das Treffen am Samstag bringen wird. Das Mindestergebnis, das Händler erwarten, besteht in einer Wiederaufnahme der festgefahrenen Verhandlungen. Dadurch dürfte sich die Einführung zusätzlicher Zölle verzögern", argumentiert Analyst Raffi Boyadjian von XM. Gegen Mittag US-Ostküstenzeit gewinnt der Dow-Jones-Index 0,3 Prozent auf 26.619 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite steigen um jeweils 0,5 Prozent.

Wie sehr der Handelskonflikt einer Lösung bedarf, manifestiert sich an der Stimmung unter den Einkaufsmanagern im Großraum Chicago. Denn der entsprechende Index hat sich im Juni weitaus deutlicher als erwartet eingetrübt. Der Frühindikator liegt damit erstmals seit Januar 2017 unter der Wachstumsschwelle und signalisiert somit eine wirtschaftliche Abschwächung in der für die US-Konjunktur wichtigen Metropolregion. Auch die Stimmung der US-Verbraucher hat sich im Juni abgeschwächt, allerdings sank der an der Universität Michigan berechnete Index nicht ganz so deutlich wie befürchtet.

Die Einkommen stiegen im Vergleich zum Vormonat etwas stärker als erwartet, die Ausgaben etwas weniger stark. Das von der US-Notenbank favorisierte Preismaß, der Gesamtindex für die persönlichen Konsumausgaben (PCE), ermäßigte sich auf Jahressicht im Mai auf 1,5 Prozent. Die Fed strebt eine Inflation von 2 Prozent an, womit die US-Notenbank mehr Spielraum für eine baldige Zinssenkung erhält.

Wenig Bewegung an Rohstoff- und Devisenmärkten 
 

Am Devisenmarkt herrscht eine abwartende Haltung vor. Der Euro notiert wenig verändert bei rund 1,1374 Dollar. Alle Welt schaue auf das Treffen der Präsidenten Xi und Trump während des Gipfels, nachdem die jüngste Eskalation im Handelsstreit Auslöser für eine neuerliche dramatische Eintrübung der globalen Konjunkturaussichten gewesen sei, sagt Devisenanalystin Thu Lan Nguyen von der Commerzbank.

Zumindest für die Europäer dürfte es in Sachen Handelskrieg - selbst im Falle einer gütlichen Einigung an diesem Wochenende - kaum ruhiger werden, so Nguyen und ruft das Stichwort Autozölle in Erinnerung. Entsprechend könnten sich Spekulationen verdichten, dass die EZB genötigt sein werde, stärkere Maßnahmen zu ergreifen, was wiederum zu weiterer Euroschwäche führte. Allerdings hege der Markt Zweifel daran, dass die EZB über genügend Instrumente verfüge, um einer Wachstumsschwäche entgegenzuwirken. Deshalb rechne die Commerzbank auf mittlere Sicht mit höheren Euro-Kursen. Der WSJ-Dollarindex verliert 0,2 Prozent.

Am Rentenmarkt stützen die schwachen Daten aus Chicago, die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fällt um 0,6 Basispunkt auf 2,01 Prozent. Die Ölpreise treten mehr oder weniger auf der Stelle. Sollte in die festgefahrenen Verhandlungen im Handelskonflikt zwischen China und den USA wieder Bewegung kommen, wäre das positiv für die Ölpreise, weil die Angst vor einer konjunkturbedingt schwächeren Nachfrage gelindert würde. Falls sich der Ton zwischen beiden Parteien verschärft, dürfte es mit den Preisen jedoch nach unten gehen. Überdies steht in der kommenden Woche die Konferenz der Opec an. Thema dort dürfte neben Fördermengen der Konflikt USA-Iran sein und seine Folgen für das weltweite Ölangebot. Der Preis für ein Barrel Rohöl der US-Sorte WTI sinkt um 0,1 Prozent auf 59,40 Dollar. Brent steigt um 0,3 Prozent.

Der Goldpreis steigt mit den schwachen Inflationsdaten um 0,2 Prozent auf 1.412 Dollar. Die Unsicherheit mit Blick auf den G20-Gipfel stütze das Edelmetall allerdings kaum, heißt es.

Bestandener Stresstest treibt Bankenkurse 
 

Mit Erleichterung reagieren Anleger darauf, dass die großen US-Banken den jüngsten Stresstest der US-Notenbank bestanden haben. Der Kurs von Goldman Sachs legt um 2,5 Prozent zu, JP Morgan steigen um 2,9 Prozent, Bank of America um 2,8 Prozent und Citigroup um 3 Prozent.

Nike tendieren 1,1 Prozent tiefer. Der Sportartikelhersteller hat in seinem vierten Quartal wegen Investitionen und einer höheren Steuerquote weniger verdient als erwartet. Dank eines guten Wachstums in China und Nordamerika übertraf Nike aber die Umsatzschätzungen.

Mit einem Plus von 3,9 Prozent reagiert die Aktie von Constellation Brands auf die Geschäftszahlen und den Ausblick des Unternehmens. Der Getränkehersteller, zu dem unter anderem die Biermarke Corona gehört, hat mit Umsatz und bereinigtem Ergebnis im ersten Geschäftsquartal die Erwartungen übertroffen.

Apple geben um 0,4 Prozent nach. Designchef Jony Ive wird das Unternehmen nach fast drei Jahrzehnten verlassen und sich selbstständig machen. Apple soll aber einer der Hauptkunden von Ives neuem Designbüro werden und beide Seiten wollen künftig bei einer Reihe von Projekten zusammenarbeiten.

=== 
INDEX           zuletzt  +/- %  absolut  +/- % YTD 
DJIA          26.614,35   0,33    87,77      14,09 
S&P-500        2.938,56   0,47    13,64      17,22 
Nasdaq-Comp.   8.006,49   0,49    38,73      20,67 
Nasdaq-100     7.678,11   0,28    21,07      21,30 
 
US-Anleihen 
Laufzeit     Rendite  Bp zu VT  Rendite VT  +/-Bp YTD 
2 Jahre         1,75       1,2        1,74       54,7 
5 Jahre         1,76      -0,7        1,77      -15,9 
7 Jahre         1,88      -0,6        1,88      -37,1 
10 Jahre        2,01      -0,6        2,01      -43,8 
30 Jahre        2,53      -0,5        2,53      -54,2 
 
 
DEVISEN          zuletzt      +/- %   Fr, 8:29  Do, 17.15 Uhr    % YTD 
EUR/USD           1,1374     +0,05%     1,1370         1,1363    -0,8% 
EUR/JPY           122,65     +0,07%     122,45         122,52    -2,5% 
EUR/CHF           1,1099     -0,04%     1,1085         1,1110    -1,4% 
EUR/GBP           0,8958     -0,17%     0,8974         0,8970    -0,5% 
USD/JPY           107,83     +0,02%     107,72         107,82    -1,7% 
GBP/USD           1,2697     +0,22%     1,2671         1,2667    -0,5% 
Bitcoin 
BTC/USD        11.784,75     +9,81%  11.292,75      11.752,25  +216,9% 
 
ROHÖL            zuletzt  VT-Settl.      +/- %        +/- USD    % YTD 
WTI/Nymex          59,37      59,43      -0,1%          -0,06   +24,7% 
Brent/ICE          66,72      66,55      +0,3%           0,17   +20,9% 
 
METALLE          zuletzt     Vortag      +/- %        +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)     1.412,55   1.409,56      +0,2%          +2,99   +10,1% 
Silber (Spot)      15,33      15,27      +0,4%          +0,06    -1,1% 
Platin (Spot)     835,87     815,00      +2,6%         +20,87    +4,9% 
Kupfer-Future       2,71       2,71      -0,2%          -0,01    +2,5% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/flf/cln

(END) Dow Jones Newswires

June 28, 2019 12:25 ET (16:25 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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