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Innenministerium: Berater-Ausgaben fließen in viele IT-Projekte

BERLIN (Dow Jones)--Das Bundesinnenministerium hat den häufigen Einsatz externer Berater verteidigt und mit laufenden IT-Projekten gerechtfertigt. Spezialisten von außen würden wesentlich für die zwei Aufgabenbereiche "temporäre Expertise" und "IT-Technik" herangezogen, erklärte ein Ministeriumssprecher in Berlin. Gerade bei großen IT-Projekten sei das "nicht nur sinnvoll, sondern oft schlicht unumgänglich".

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass das Ressort von Bundesinnenminister Horst Seehofer (CSU) mit 78,7 Millionen Euro im ersten Halbjahr am meisten in Sachverstand von außen investiert hat. Das ging aus einer Auflistung der Bundesregierung hervor, die der Linken-Abgeordnete Matthias Höhn erfragt hatte und über die zuerst die dpa berichtete. Insgesamt gab die Bundesregierung seit Jahresbeginn mindestens 178 Millionen Euro für externe Berater aus. Das Verteidigungsministerium machte keine Angaben. Das Bildungsministerium investierte mit 293.000 Euro am wenigsten.

Hohe Beratungskosten für die Gründung der Autobahn-GmbH 

Das Innenministerium verwies darauf, dass es die Software für alle Ressorts der Bundesregierung sowie die Netze des Bundes verantwortet. Auch sei es für die Durchsetzung des Onlinezugangsgesetzes verantwortlich, das öffentliche Verwaltungen verpflichtet, Dienstleistungen digital bereitzustellen. Externe Berater würden häufig zeitlich befristet eingesetzt und in hoch spezialisierten und sehr techniklastigen Bereichen, erklärte der Sprecher. Der Regierung falle es schwer, solche Fachleute zu rekrutieren und zu halten. Allerdings habe das Innenministerium neue Stellen geschaffen, "um eigenes Wissen zur Durchführung von Projekten dauerhaft zu halten".

Laut der Auflistung stand das Bundesverkehrsministerium bei den Ausgaben für externe Berater mit 47,7 Millionen Euro an zweiter Stelle. Eine Sprecherin erklärte, Beratungs- und Unterstützungsleistungen würden "immer anlassbezogen" eingeholt. Ein Beispiel sei die Gründung der neuen Autobahn-GmbH mit 15.000 Mitarbeitern. Es handle sich um "die größte Reform der Autobahnverwaltung", so die Sprecherin. Auch für die Lkw-Maut oder die Umsetzung öffentlich-privater Partnerschaften im Bereich der Bundesfernstraßen setzt das Verkehrsministerium regelmäßig auf Sachverstand von außen.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/jhe

(END) Dow Jones Newswires

July 24, 2019 07:09 ET (11:09 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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