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VDA fordert vor Automesse IAA nationale Industriestrategie

FRANKFURT (Dow Jones)--Die deutschen Autohersteller fordern im Vorfeld der Automesse IAA in Frankfurt von der Bundesregierung mehr Unterstützung. "Es ist dringend an der Zeit, dass die Politik ernsthafte Anstrengungen unternimmt, um die Wettbewerbsfähigkeit des Industriestandortes zu stärken", sagte Bernhard Mattes, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA), mit Blick auch auf die strikteren CO2-Vorgaben und das zunehmend widrige Umfeld. Beispielsweise seien die Energieabgaben, Sozialabgaben und Steuern im internationalen Vergleich zu hoch.

Deutlich mehr getan werden müsse auch beim Ausbau der Ladeinfrastruktur. Aktuell gebe es in Deutschland 20.650 öffentliche Ladepunkte, bis zum Jahr 2030 seien 1 Million öffentliche Punkte notwendig. Zusätzlich müsse es 100.000 Schnellladepunkte und mehrere Millionen private Stromtankstellen für Elektrowagen geben. Aus diesem Grund wolle der VDA mit der Bundesregierung einen Masterplan für den Ausbau erarbeiten.

Weniger Aussteller und geringere Fläche - IAA am Scheideweg? 
 

Die kommende Woche startende IAA steht unter keinem guten Stern. Viele Autohersteller und Zulieferer mussten in den vergangenen Monaten teils mehrfach ihre Ziele für dieses Jahr senken. Weltweit schwächen sich die Automärkte teils deutlich stärker ab als befürchtet. In China, dem weltweit größten Automarkt, belastet besonders der schwelende Handelskonflikt mit den USA. Allerdings hätten deutsche Hersteller hier zuletzt Marktanteile gewinnen können, so VDA-Präsident Mattes. Inmitten des schwierigeren Umfelds müssen die Unternehmen aber auch weitere Milliarden in Forschung und Entwicklung stecken.

Vor diesem Hintergrund dürfte der ein oder andere Hersteller seinen Messeauftritt in Frankfurt mit Blick auf die Kosten kritisch hinterfragt haben. Die Anzahl der Hersteller sinkt 2019 auf gut 800 nach 994 vor zwei Jahren, sagte VDA-Geschäftsführer Martin Koers. Das müsse aber nicht heißen, dass diese Unternehmen nicht mehr dabei seien. Einige von diesen, wie Renault, Tesla oder Kia, beteiligten sich etwa am Testfahrprogramm der Messe.

Die Ausstellungsfläche sinke insgesamt auf rund 168.000 Quadratmeter von knapp 200.000. Die Qualität der Messe könne aber nicht an Quadratmetern gemessen werden. "Wir bieten ein großes Programm der individuellen Mobilität an", sagte Mattes. Die Messe entwickele sich weiter und unterscheide sich auch von früheren Messen. Das gelte auch für die Kritik vieler NGOs. Der VDA gehe auch auf die Kritiker ein und habe ein Dialogangebot gemacht.

Kontakt zum Autor: markus.klausen@wsj.com

DJG/kla/mgo

(END) Dow Jones Newswires

September 02, 2019 09:23 ET (13:23 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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