Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) sieht in dem jüngsten Anstieg des Ifo-Geschäftsklimaindexes den Hinweis auf eine "allmähliche Überwindung der gesamtwirtschaftlichen Stagnation" in Deutschland. Der Verband prognostiziere im Einklang mit dieser Entwicklung "für das kommende Jahr 2020 ein leicht stärkeres preisbereinigtes Wirtschaftswachstum von 0,8 Prozent", sagte BVR-Vorstand Andreas Martin. Für 2019 werde ein Wachstum von 0,5 Prozent erwartet.
Derzeit zeige sich die konjunkturelle Entwicklung in Deutschland zwar weiterhin zweigeteilt. Einem schwachen Außenhandel und einer anhaltenden Rezession in der Industrie stünden noch immer solide aufwärtsgerichtete Konsumausgaben und Bauinvestitionen gegenüber. "Gemäß dem Basisszenario der neuen Konjunkturprognose wird diese Zweiteilung aber allmählich überwunden", erklärte Martin. Demnach werde sich das weltwirtschaftliche Umfeld aufhellen und die Industrierezession langsam auslaufen.
Zu den Annahmen des Basisszenarios zählt nach Angaben des Verbandes, dass die Handelskonflikte nicht weiter eskalieren und es zu keinem "harten" EU-Austritt Großbritanniens kommt. Sollten sich die genannten Risiken jedoch manifestieren, würde das Wirtschaftswachstum Deutschlands 2020 "erheblich schwächer ausfallen oder zum Stillstand kommen". Allerdings sei auch denkbar, wenn auch weniger wahrscheinlich, dass sich die globalen Rahmenbedingungen deutlicher verbesserten als erwartet. Dies könne zu einem etwas höheren Wachstum von bis zu 1,5 Prozent führen.
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December 18, 2019 06:48 ET (11:48 GMT)
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