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MÄRKTE EUROPA/Leichter - Thyssenkrupp stark unter Druck

Von Thomas Leppert

FRANKFURT (Dow Jones) Die europäischen Aktienmärkte sind angesichts des Stillstands bei den US-chinesischen Handelsgesprächen tiefer in den Handel am Donnerstag gestartet. "Die Hoffnungen auf eine schnelle Lösung des Handelsstreits verflüchtigen sich", kommentiert ein Händler. Laut Medienberichten ist ein so genannter Phase-1-Deal zwischen den USA und China möglicherweise erst im kommenden Jahr zu erwarten.

Dazu befürchten Marktteilnehmer, dass die Beziehung der beiden Großmächte und damit auch die Handelsgespräche zunehmend unter der Entwicklung in Hongkong leiden. Der US-Kongress hat sich mit zwei Gesetzentwürfen auf die Seite der Demokratie-Bewegung gestellt, was Peking auf den Plan gerufen hat. Wenn die USA weiterhin "falsche Entscheidungen" träfen, müsse China "starke Gegenmaßnahmen ergreifen", um seine nationalen Souveränitäts-, Sicherheits- und Entwicklungsinteressen zu verteidigen, sagte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums.

Der DAX verliert 0,6 Prozent auf 13.080 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 0,7 Prozent auf 3.659 Punkte nach unten. Damit geht die Konsolidierung in eine weitere Runde und bekommt laut Börsianern allmählich einen negativen Touch. Zu beobachten ist, dass sich die Akteure defensiver positionieren. So können sich die Aktien von Herstellers von Konsumgütern des täglichen Bedarfs, von Versorgern, Telekommunikationsunternehmen und Nahrungsmittelproduzenten dem Kursrückgang in Europa zumindest weitgehend entziehen. Die Anleihen präsentieren sich kaum verändert.

Auf der Makroseite steht der Konjunkturindex der Notenbank-Filiale in Philadelphia im Blick. Erwartet wird ein leichter Rückgang auf 5,0 von 5,6. Außerdem veröffentlicht die EZB das Protokoll ihrer jüngsten Sitzung.

Aussichten für Thyssenkrupp mau 

Thyssenkrupp ist im abgelaufenen Geschäftsjahr 2018/19 trotz leichten Wachstums noch tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Nach Anteilen Dritter verbuchte der kriselnde Stahl- und Industriekonzern einen Nettoverlust von 304 Millionen Euro - fünf Mal mehr als vor Jahresfrist. Die Dividende soll deshalb ausfallen. Der Ausblick deutet sogar noch eine Verschlechterung der Lage an. Für die Aktie geht es um rund 10 Prozent nach unten.

Morphosys kommen nach dem 10-prozentigen Kursgewinn seit Wochenbeginn um 2,1 Prozent zurück. Der Forschungsvorstand Markus Enzelberger verlässt das Unternehmen. Die Forschungsabteilung soll nun in den Bereich Klinische Entwicklung unter der Leitung von Entwicklungsvorstand Malte Peters integriert werden. Der Vertrag von Enzelberger wäre im kommenden Jahr ausgelaufen.

Für LVMH geht es um 1 Prozent nach unten, nachdem das Unternehmen sein Gebot für den US-Juwelier Tiffany auf 130 von 120 Dollar erhöht hat. "130 Dollar je Aktie ist noch okay", meint so die Einschätzung eines Marktteilnehmers, betont aber zugleich: "Das Problem ist, dass Tiffany 140 haben will, und da wird es langsam teuer".

Royal Mail stürzen um 17 Prozent ab. Grund ist ein schwaches Briefgeschäft. Im Berichtsquartal ging es um 8 Prozent zurück. "Das war so nicht erwartet worden", so ein Händler.

Nach dem Verkauf des US-Lackgeschäfts für 38,5 Millionen Euro notiert die Aktie von Heidelberger Druck kaum verändert. Das Unternehmen erwartet aus dem Verkaufserlös einen Einmalertrag von 20 Millionen. Heideldruck werden knapp 1 Prozent höher gestellt. USU Software knicken in der dritten Reihe um 15,7 Prozent ein nach einer Gewinnwarnung.

Aktienindex              zuletzt      +/- %     absolut  +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.663,60      -0,55      -20,28      22,06 
Stoxx-50                3.298,56      -0,56      -18,41      19,51 
DAX                    13.097,47      -0,46      -60,67      24,04 
MDAX                   26.979,99      -0,86     -235,31      24,98 
TecDAX                  2.980,73      -0,82      -24,56      21,65 
SDAX                   11.869,12      -0,54      -63,90      24,82 
FTSE                    7.212,31      -0,69      -50,18       7,94 
CAC                     5.853,62      -0,69      -40,41      23,74 
 
Rentenmarkt              zuletzt                absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,36                  -0,01      -0,60 
US-Zehnjahresrendite        1,74                  -0,01      -0,94 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %    Do, 8:24  Mi, 17:28    % YTD 
EUR/USD                   1,1086     +0,09%      1,1072     1,1065    -3,3% 
EUR/JPY                   120,30     +0,14%      120,28     120,26    -4,3% 
EUR/CHF                   1,0977     +0,05%      1,0976     1,0982    -2,5% 
EUR/GBP                   0,8567     -0,03%      0,8567     0,8568    -4,8% 
USD/JPY                   108,52     +0,07%      108,61     108,68    -1,0% 
GBP/USD                   1,2942     +0,13%      1,2924     1,2915    +1,4% 
USD/CNH (Offshore)        7,0384     -0,08%      7,0405     7,0363    +2,5% 
Bitcoin 
BTC/USD                 7.924,26     -1,86%    8.053,51   8.117,26  +113,1% 
 
 
ROHOEL            zuletzt  VT-Settl.  +/- %  +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex           56,72      57,01  -0,5%    -0,29  +17,0% 
Brent/ICE           62,13      62,40  -0,4%    -0,27  +12,3% 
 
 
METALLE           zuletzt     Vortag       +/- %    +/- USD    % YTD 
Gold (Spot)      1.472,78   1.473,90       -0,1%      -1,13   +14,8% 
Silber (Spot)       17,11      17,18       -0,4%      -0,07   +10,4% 
Platin (Spot)      914,54     918,44       -0,4%      -3,90   +14,8% 
Kupfer-Future        2,63       2,65       -0,9%      -0,02    -0,7% 
 

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/gos

(END) Dow Jones Newswires

November 21, 2019 04:05 ET (09:05 GMT)

Copyright (c) 2019 Dow Jones & Company, Inc.

© 2019 Dow Jones News
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