Überraschend negative Konjunkturdaten aus der
Eurozone haben zum Ende der Woche etwas Schwung aus dem deutschen
Aktienmarkt genommen. Die frühe Zuversicht überwog dennoch, sodass
sich der Deutsche Leitindex Dax
Auf Wochensicht steht der Index nun - nach sechs Gewinnwochen in
Folge - mit 0,69 Prozent im Minus. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx
50
Am Dienstag dieser Woche hatte sich der Dax mit in der Spitze 13 374 Punkten zunächst seinem bisherigen Rekord von 13 596 Zählern aus dem Januar 2018 angenähert, ehe Querelen im Handelsstreit die Kurse abbröckeln ließen. Am Donnerstag hieß es diesbezüglich aber aus China, dass die Delegationen beider Länder weiterhin eng kommunizieren und auf ein erstes Teilabkommen hinarbeiten würden. Laut dem "Wall Street Journal" (WSJ) hat China die US-Unterhändler zudem zu weiteren Gesprächen nach Peking eingeladen.
Marktbeobachter Andreas Lipkow von der Comdirect beschrieb die Stimmung an den Märkten zuletzt als "verhalten optimistisch". Jedoch könnten die Teilnehmer die aktuelle Verhandlungspolitik weder von den USA noch von China richtig ein- und abschätzen. "So kommt es dann, dass die institutionellen Anleger davon ausgehen, dass es auf jeden Fall eine Einigung in Form des Phase-1-Deal geben wird, aber der Zeitpunkt ist vollkommen unklar", schrieb Lipkow.
Konjunkturseitig hat sich die Unternehmensstimmung in der Eurozone im November überraschend eingetrübt. Wie das Institut Markit am Freitag in London mitteilte, fiel der von ihm erhobene Einkaufsmanagerindex im Vergleich zum Vormonat um 0,3 Punkte auf 50,3 Zähler. Analysten hatten im Mittel mit einem Anstieg auf 50,9 Zähler gerechnet.
Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank kann den Daten zumindest eine gute Nachricht abgewinnen: "Die Industrie steckt bereits in der Rezession, scheint aber nun andererseits auch einen Boden gefunden zu haben", schrieb der Experte in einer ersten Einschätzung. Die Stimmung in der Industrie sei nach wie vor nicht gut, bessere sich aber. Der Dienstleistungssektor gebe hingegen weiter in kleinen Schritten nach.
Auf Branchenebene waren am Freitag vor allem konjunktursensible
Werte wie die Rohstoffproduzenten und Medienunternehmen gefragt.
Chemiewerte schnitten dagegen eher schlecht ab. So waren die Aktien
des Industriegasekonzerns Linde
Auch im Gesundheitssektor gab es Zuwächse. So kletterten die Papiere
von Fresenius
Der Gründer des kriselnden Gendiagnostik- und Biotechkonzerns Qiagen
Ebenfalls auf den vorderen Plätzen stand Rheinmetall
Nachdem die Privatbank Berenberg Va-Q-Tec
--- Von Karolin Rothbart, dpa-AFX ---
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