Nachdem der Iran aus Vergeltung für die Tötung des Generals Kassem Soleimani in der Nacht zwei internationale Truppenstützpunkte im Irak mit Raketen angegriffen hat, dürfte die Wall Street zurückhaltend in den Handel am Mittwoch starten. Der Future auf den S&P-500 zeigt sich vorbörslich gut behauptet.
An den Märkten sei eine Antwort Teherans erwartet worden, heißt es. In Europa erholen sich die Märkte bereits wieder von anfänglichen Rückschlägen, da der iranische Raketenangriff eher als gesichtswahrendes Signal interpretiert wird, auf dessen Basis eine Annäherung mit den USA möglich sei.
Das US-Verteidigungsministerium hatte mitgeteilt, dass in den Stützpunkten im nordirakischen Erbil sowie Ain al-Assad im Westirak mehr als ein Dutzend Raketen eingeschlagen seien. Der Iran hatte zuvor die Angriffe ebenfalls bestätigt. Offenbar wurden hierbei keine US-Soldaten getötet. Auch die in Erbil stationierten Bundeswehrsoldaten blieben unverletzt.
Die Ölpreise zogen zunächst wieder deutlich an. Die europäische Sorte Brent übersprang dabei erneut die vielbeachtete Marke von 70 Dollar. Auch Gold als vermeintlich sichere Anlage war in einer ersten Reaktion gefragt und stieg in der Spitze auf über 1.610 Dollar, das höchste Niveau seit 2013. Jedoch kommen beide - Gold und Öl - von ihren Tageshochs nun schon wieder zurück.
Die Agenda bei den Konjunkturdaten ist übersichtlich. Vor Handelsstart werden ADP-Daten zur Beschäftigung im privaten Sektor veröffentlicht und eine Stunde nach Handelsbeginn die wöchentlichen offiziellen Zahlen zur Entwicklung der US-Rohöllagerbestände. Die am Vortag vom privaten Branchenverband API vorgelegten Zahlen zeigten einen Rückgang der Bestände um 5,9 Millionen Barrel.
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January 08, 2020 06:18 ET (11:18 GMT)
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