Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
ZEW-Index steigt im Januar deutlich stärker als erwartet
Die Konjunkturerwartungen von Finanzanalysten und institutionellen Investoren für Deutschland haben sich auch im Januar wesentlich stärker verbessert als erwartet. Der von Zentrum für europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobene Index der Konjunkturerwartungen stieg auf 26,7 Punkte von 10,7 im Vormonat. "Der Indikatorwert erreicht damit den höchsten Wert seit Juli 2015", erklärte das ZEW. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten hingegen lediglich einen Anstieg auf 15,0 Punkte vorausgesagt.
EZB: Euroraum-Banken straffen Unternehmenskreditstandards leicht
Die Banken des Euroraums haben ihre Standards bei der Kreditvergabe an Unternehmen im vierten Quartal 2019 leicht gestrafft. Wie aus dem aktuellen Quartalsbericht zur Kreditvergabe der Europäischen Zentralbank (EZB) hervorgeht, lag das vor allem an einer höheren Risikowahrnehmung in Bezug auf den Konjunkturausblick. Die Nachfrage nach Unternehmenskrediten nahm erstmals seit 2013 ab, worin sich die seit 2018 zu beobachtende Wachstumsabschwächung spiegelte.
Staatsschulden im Euroraum sinken auf 86,1 Prozent des BIP
Die Staatsschulden in der Eurozone sind im dritten Quartal 2019 leicht gesunken. Der öffentliche Schuldenberg sank, gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP), auf 86,1 von 86,4 Prozent im Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat meldete. In absoluten Zahlen kletterte der Schuldenberg indessen auf 10,166 von 10,126 Billionen Euro. In der EU-28 sank die Staatsschuldenquote auf 80,1 von 80,4 Prozent entsprechend 13,052 nach 12,997 Billionen Euro.
EZB: An künftigen TLTRO3 wollen mehr Banken teilnehmen
Die Banken des Euroraums wollen sich nach Erkenntnissen der Europäischen Zentralbank (EZB) künftig stärker als zuletzt an der dritten Serie langfristiger und zielgerichteter Refinanzierungsgeschäfte (TLTRO3) beteiligen. Wie aus dem aktuellen Quartalsbericht zur Kreditvergabe hervorgeht, gaben 47 Prozent der von der EZB befragten Institute an, sich an künftigen Geschäften beteiligen zu wollen. An dem im Dezember ausgeschriebenen Tender hatten 35 Prozent von ihnen teilgenommen, im September noch weniger. Das Volumen der bisher aufgenommenen Kredite blieb deutlich unter den Erwartungen.
BoJ-Gouverneur gibt Ratschläge, um Japanifizierung zu vermeiden
Der Gouverneur der Bank of Japan (BoJ), Haruhiko Kuroda, hat anderen Industrieländern eine Empfehlung gegeben, wie sie die gleiche Falle vermeiden können, in die Japan geraten ist - nämlich niedriges Wachstum, niedrige Inflation und niedrige Zinsen. "Um eine solche Situation zu vermeiden, ist es wichtig, die Finanz- und Geldpolitik flexibel zu steuern", sagte Kuroda bei seiner Pressekonferenz im Anschluss an die Ratssitzung.
Österreich droht mit Ausstieg aus Verhandlungen zu Finanztransaktionsteuer
Der neue österreichische Finanzminister Gernot Blümel hat heftige Kritik an dem Vorschlag von Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) für eine Finanzstransaktionsteuer geübt und mit einem Ausstieg aus den Verhandlungen über das Projekt gedroht, sollte es keinen geänderten Vorschlag geben. "Der aktuelle Vorschlag ist kein guter", sagte Blümel. Er habe Scholz bei einem Gespräch am Montag gesagt, "dass der aktuelle Vorschlag .. für Österreich so nicht akzeptabel ist", erklärte er. "Und ich habe ihm auch gesagt, dass wir einen neuen Vorschlag brauchen, sonst wird Österreich die Gruppe verlassen."
Laschet fordert Ausnahmen bei E-Auto-Prämie
Der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hat Änderungen bei der Prämie für Elektroautos gefordert. "Wir brauchen bei der Umweltprämie des Bundes eine Ausnahmeregelung für reine Elektrohersteller, um Wettbewerbsverzerrungen zu vermeiden", sagte Laschet der Rheinischen Post. Mit der von Autoindustrie und Bundesregierung vereinbarten Prämie soll der Kauf von E-Autos mit bis zu 6.000 Euro gefördert werden.
Charité-Experte: Auch in Deutschland mit Fällen von neuem Coronavirus zu rechnen
Angesichts der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus in Teilen Asiens rechnet ein Experte der Berliner Charité auch mit Fällen hierzulande. "Wir müssen damit rechnen, dass wir Fälle nach Deutschland bekommen und wir müssen uns im gesamten Gesundheitssystem darauf vorbereiten", sagte der Virologe Christian Drosten im Deutschlandfunk.
Zahl der Infektionen mit neuem Coronavirus in China sprunghaft gestiegen
Die Zahl der Fälle von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in China ist sprunghaft angestiegen. Allein am Dienstag seien 77 neue Fälle gemeldet worden, teilte Chinas nationale Gesundheitskommission in Peking mit. Damit wurden bislang 291 Infektionen in der Volksrepublik bestätigt. 900 weitere Menschen stünden wegen einer möglichen Infektion mit dem Coronavirus, das mitunter lebensgefährliche Atemwegserkrankungen verursacht, unter Beobachtung.
Trump lobt Stärke der US-Wirtschaft und Handelsabkommen
US-Präsident Donald Trump hat in einer Rede vor Wirtschaftslenkern und führenden Politikern auf dem Weltwirtschaftsforum die Stärke der Wirtschaft gepriesen. Die US-Wirtschaft boome trotz der Federal Reserve, sagte Trump und erneuerte damit seine Kritik an der US-Notenbank. Die Fed habe die Zinsen zu schnell erhöht und anschließend zu langsam gesenkt. "Ich bin stolz darauf, dass sich die USA inmitten eines Wirtschaftsbooms befinden, wie ihn die Welt noch nie gesehen hat", sagte Trump vor dem Publikum.
US-Finanzminister: USA planen derzeit keine EU-Autozölle
US-Finanzminister Steven Mnuchin hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos erklärt, dass die USA derzeit keine Zölle auf EU-Autoeinfuhren planen, um Sanktionen gegen den Iran durchzusetzen. Allerdings könne US-Präsident Donald Trump jederzeit entscheiden, Zölle auf EU-Autos zu verhängen, fügte Mnuchin bei einer Veranstaltung des Wall Street Journal hinzu.
IfW: Handelsabkommen USA-China schadet der EU maßgeblich
Das jüngste Handelsabkommen zwischen den USA und China wird nach einer neuen Studie des Kieler Instituts für Weltwirtschaft spürbar negative Folgen für die Güterexporte der EU haben. Wahrscheinlich werde es sie rund 11 Milliarden US-Dollar an Ausfuhren nach China kosten. Deutschland sei unter den EU-Ländern besonders betroffen, unter den Branchen vor allem der Flugzeug- und der Fahrzeugbau.
Greta Thunberg fordert mehr Anstrengungen im Kampf gegen Klimawandel
Im Kampf gegen den Klimawandel ist nach Ansicht der schwedischen Aktivistin Greta Thunberg bislang "nichts getan" worden. "Wir kämpfen alle für die Umwelt und das Klima", sagte Thunberg zum Auftakt des Weltwirtschaftsforums im schweizerischen Davos. Aus "übergeordneter Perspektive betrachtet" sei allerdings bisher "im Grunde nichts getan" worden. Es sei "viel mehr" nötig. "Das ist erst der Anfang", mahnte die junge Klimaaktivistin.
+++ Konjunkturdaten +++
GB/Arbeitslosengeldbezieher Dez +14.900; Quote 3,5%
GB/Arbeitslosengeldbezieher Dez +14.900; Quote 3,5%
Taiwan BIP 4Q +1,70% gg 3Q
Taiwan BIP-Prognose 2019 +2,73% nach +2,64%
DJG/DJN/AFP/apo
(END) Dow Jones Newswires
January 21, 2020 07:30 ET (12:30 GMT)
Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.
