NEW YORK (Dow Jones)--Angesichts von neuen Rekordständen an der Wall Street wird die Luft für weitere Aufschläge dünner. Gebremst werden die US-Börsen von der Befürchtung einer Pandemie in Asien. Im frühen Geschäft sinkt der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent auf 29.032 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite ermäßigen sich um jeweils 0,4 Prozent.
Die Furcht vor einer weiteren Ausbreitung des Coronavirus hat in Asien für zum Teil kräftige Verluste gesorgt, denen die Wall Street mit etwas verminderter Dynamik folgt. Kurz vor dem chinesischen Neujahrsfest und damit erhöhter Reisetätigkeit beherrscht die Angst vor einer möglichen Pandemie die Aktienmärkte. China hat die Millionenstadt Wuhan, wo das Coronavirus erstmals aufgetreten ist, und einige andere Städte praktisch abgeriegelt. Bewohner dürften die Städte nur noch mit einer Sondergenehmigung verlassen.
"Die Abriegelungen in China wegen der Ausbreitung des Virus' lastet auf den Aktienmärkten", sagt Chefmarktanalyst Peter Cardillo von Spartan Capital Securities. Zwar scheint die laufende Berichtsperiode Anleger zumindest in den USA derzeit mehr zu interessieren als die Ängste vor einer Pandemie. Aber auch die läuft nicht rund. Dazu gesellen sich gestiegene Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung, auch wenn Volkswirte noch höhere Werte vorausgesagt hatten.
P&G schwach
Die Aktien des Konsumgüterriesen Procter & Gamble verlieren 0,2 Prozent. Der Umsatzanstieg verfehlte die Prognosen des Marktes. Allerdings machen Händler Erholungspotenzial aus, denn das Unternehmen hat nach einem guten zweiten Quartal den Wachstums- und Gewinnausblick abermals angehoben. Travelers sinken um 3,7 Prozent. Der Versicherungskonzern enttäuscht mit dem Neuprämienaufkommen. Southwest Airlines fallen um 1,5 Prozent nach einem Gewinnausweis unter Erwartung. Die Wettbewerbertitel von Jetblue Airways ziehen dagegen um 1,5 Prozent an, die Fluggesellschaft schnitt in der vierten Periode besser als erwartet ab. Nach Geschäftszahlen oberhalb der Marktvorhersagen fallen die Titel des Kabelnetzbetreibers Comcast um 2,3 Prozent. Händler verweisen auf fallende Kundenzahlen.
Papiere des Bezahldienstleisters Paypal legen um 1,0 Prozent zu. Die Gesellschaft hat eine Kooperation mit der chinesischen Unionpay International vereinbart. Der Chiphersteller Texas Instruments hat im vierten Quartal zwar einen Gewinn- und Umsatzrückgang verbucht, allerdings seine zuvor gesenkten Prognosen und die Erwartungen der Analysten übertroffen. Die Papiere verlieren 1,5 Prozent.
Die Befürchtung einer Wachstumsdelle wegen einer möglichen Pandemie in Asien stützt den US-Rentenmarkt. Im Gegenzug fällt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 4,8 Basispunkte auf 1,72 Prozent. Die Rendite des 30-jährigen Langläufers fällt auf ein Sechswochentief von 2,17 Prozent.
EZB schickt Euro gen Süden
Am Devisenmarkt neigt der Euro zur Schwäche. Die Europäische Zentralbank hat wie erwartet ihr Leitzinsniveau bestätigt. EZB-Präsidentin Christine Lagarde macht unterdessen klar, dass eine sehr akkommodierende Geldpolitik für längere Zeit erforderlich bleiben wird. Marktbeobachter betonen die taubenhaften Töne in ihren Ausagen. Der Euro sinkt 1,1069 US-Dollar, nachdem er kurzzeitig bis auf 1,1109 gesprungen ist.
Am Erdölmarkt fallen die Preise weiter - es droht der niedrigste Schlusskurs seit Oktober 2019. Händler sprechen von einem Zusammenspiel bärischer Lagerbestandsdaten des privaten American Petroleum Institutes (API), das einen Lageraufbau vermeldet hat, und Konjunktursorgen wegen der drohenden Pandemie in Asien. Im Sitzungsverlauf folgen die offiziellen Vorratsdaten der Regierung. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligt sich um weitere 3,4 Prozent auf 54,83 Dollar je Barrel, europäisches Referenzöl der Sorte Brent ermäßigt sich um 2,8 Prozent auf 61,53 Dollar.
Der Goldpreis dreht mit den taubenhaften Äußerungen von EZB-Präsidentin Lagarde ins Plus. Außerdem stützt die allgemeine Risikoaversion das Edelmetall. Auch die sinkenden Marktzinsen helfen dem zinslosen Gold. Der Preis für die Feinunze des Edelmetalls steigt um 0,3 Prozent auf 1.564 Dollar.
=== INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 29.031,72 -0,53 -154,55 1,73 S&P-500 3.307,03 -0,44 -14,72 2,36 Nasdaq-Comp. 9.347,49 -0,39 -36,28 4,18 Nasdaq-100 9.165,92 -0,25 -22,66 4,96 US-Anleihen Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 1,49 -3,3 1,53 29,1 5 Jahre 1,53 -3,9 1,57 -39,0 7 Jahre 1,64 -5,1 1,69 -60,8 10 Jahre 1,72 -4,9 1,77 -72,1 30 Jahre 2,17 -4,8 2,22 -89,4 DEVISEN zuletzt +/- % Do, 8:28 Mi, 17.36 Uhr % YTD EUR/USD 1,1071 -0,20% 1,1083 1,1088 -1,3% EUR/JPY 121,11 -0,59% 121,50 121,87 -0,7% EUR/CHF 1,0711 -0,25% 1,0735 1,0750 -1,3% EUR/GBP 0,8437 -0,05% 0,8441 0,8441 -0,3% USD/JPY 109,39 -0,40% 109,53 109,91 +0,6% GBP/USD 1,3121 -0,13% 1,3125 1,3134 -1,0% USD/CNH (Offshore) 6,9374 +0,38% 6,9320 6,9109 -0,4% Bitcoin BTC/USD 8.337,51 -3,40% 8.502,51 8.612,76 +15,6% ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 54,86 56,74 -3,3% -1,88 -9,7% Brent/ICE 61,43 63,21 -2,8% -1,78 -7,0% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.563,65 1.558,65 +0,3% +5,00 +3,1% Silber (Spot) 17,80 17,85 -0,3% -0,05 -0,3% Platin (Spot) 1.007,10 1.015,15 -0,8% -8,05 +4,4% Kupfer-Future 2,74 2,77 -1,1% -0,03 -2,2% ===
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January 23, 2020 10:02 ET (15:02 GMT)
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