DJ MORNING BRIEFING - USA/Asien
Der Markt-Überblick am Morgen, zusammengestellt von Dow Jones Newswires:
FEIERTAGSHINWEIS
FREITAG: In Schanghai findet am Vortag der beginnenden Neujahrsfeiertage, die bis einschließlich 30. Januar andauern, kein Handel statt. In Hongkong ist der handel deswegen nur verkürzt. Die Börse in Seoul bleibt geschlossen.
MONTAG: In Australien bleibt die Börse wegen eines Ausgleichstags für den Nationalfeiertag Australia Day geschlossen. In China und Hongkong wird wegen der Neujahsfeiertage nicht gehandelt, in Südkorea pausiert der Handel ebenso.
TAGESTHEMA I
Die Zahl der Todesfälle durch das neuartige Coronavirus in China ist deutlich gestiegen. Sie wuchs um sieben Fälle auf mindestens 25 Verstorbene, wie der Gesundheitsausschuss der chinesischen Regierung mitteilte. Insgesamt stieg die Zahl der Erkrankungen durch den Erreger in China nach diesen Angaben auf 830 bestätigte Fälle. Bei weiteren 1.072 Krankheitsfällen bestehe der Verdacht, dass sie durch das Virus ausgelöst worden sein könnten. Die vorherige Bilanz der chinesischen Behörden hatte noch bei rund 570 Krankheitsfällen gelegen. Die chinesischen Behörden hatten am Donnerstag die Elf-Millionen-Einwohner-Stadt Wuhan, in welcher der Erreger erstmals registriert worden war, unter Quarantäne gestellt. Auch in der Millionenstadt Huanggang und der Stadt Lichuan wurden die Verkehrsverbindungen ins übrige Land weitgehend gekappt. In der Hauptstadt Peking wurden Großveranstaltungen zum chinesischen Neujahrstag am kommenden Samstag abgesagt und die Schließung mehrerer Touristenattraktionen angeordnet.
TAGESTHEMA II
Intel hat im vierten Quartal mehr umgesetzt und verdient als erwartet. Zu verdanken war dies einer gestiegenen Nachfrage nach Chips für Datenzentren und PCs. Im Schlussquartal verdiente Intel 6,91 (5,2) Milliarden Dollar. Das bereinigte Ergebnis je Aktie lag bei 1,52 Dollar, Analysten hatten mit 1,25 Dollar gerechnet. Der Umsatz stieg um 8 Prozent auf 20,21 Milliarden Dollar. Hier hatten die Analysten im Konsens 19,23 Milliarden prognostiziert. Für das laufende Geschäftsjahr stellt Intel einen Umsatz von 73,5 Milliarden Dollar in Aussicht. Damit ist das Unternehmen optimistischer als der Analystenkonsens, der bislang bei 70,98 Milliarden Dollar liegt.
AUSBLICK UNTERNEHMEN +
In den USA veröffentlichen u.a. folgende Unternehmen Geschäftszahlen
13:30 US/American Express Co, Ergebnis 4Q, New York
AUSBLICK KONJUNKTUR
- US 15:45 Einkaufsmanagerindex Service Markit Januar (1. Veröffentlichung) PROGNOSE: 52,8 zuvor: 52,8 15:45 Einkaufsmanagerindex verarbeitendes Gewerbe Markit Januar (1. Veröffentlichung) PROGNOSE: 52,2 zuvor: 52,4
ÜBERSICHT INDIZES
INDEX Stand +/- % S&P-500-Future 3.330,50 +0,11% Nikkei-225 23.827,18 +0,13% Hang-Seng-Index 27.940,45 +0,11% Kospi Feiertag Shanghai-Composite Feiertag S&P/ASX 200 7.090,50 +0,04%
FINANZMÄRKTE
OSTASIEN (VERLAUF)
Gut behauptet - Die Stimmung wird weiter bestimmt von der Sorge vor einer Ausbreitung des in China ausgebrochenen Coronavirus. Obgleich sich die Zahl der Todesfälle weiter erhöht hat und auch die Zahl der Infektionen steigt, stabilisieren sich die Aktienmärkte der Region nach den jüngsten Verlusten etwas. Für etwas Zuversicht sorgen zum einen die umfangreichen Maßnahmen Pekings gegen eine Ausbreitung. In Zentralchina, dem Zentrum des Virusausbruchs, wurden mindestens acht Städte und damit Millionen von Menschen quasi abgeschottet, außerdem wurden Feierlichkeiten zu den beginnenden Neujahrsfeiertagen abgesagt. Zum anderen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorerst keinen internationalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Erholt zeigen sich in der Region Aktien der Fluggesellschaften. All Nippon Air und Japan Airlines gewinnen je 1,3 Prozent, in Sydney machten Qantas 0,9 Prozent gut und in Hongkong Cathay Pacific 0,6 Prozent. In Hongkong berichteten Händler von höheren Kursgewinnen bei Aktien aus dem Telekommunikationssektor. China Mobile verteuerten sich um 2,5 Prozent und China Unicom um 0.9 Prozent.
US-NACHBÖRSE
Intel gewannen 5,6 Prozent, nachdem der Chipriese einen besser als erwartet ausgefallenen Viertquartalsbericht vorgelegt hatte (s.o.). Im Sog von Intel stiegen AMD um 1,2 Prozent. Broadcom legten um 2,4 Prozent zu. Hier sorgte die Nachricht für Käufe, dass der Halbleiterexperte ein Lieferabkommen mit Apple über dreieinhalb Jahre abgeschlossen hat. Bei den Nebenwerten verloren E-Trade Financial 2 Prozent, nachdem der Anbieter einer elektronischen Handelsplattform mit seinem Quartalsergebnis gewinnseitig die Erwartungen nicht erfüllen konnte, sie beim Umsatz aber trotz eines Rückgangs übertraf. Atlassian schnellten dagegen um fast 10 Prozent nach oben. Der Anbieter von Software-Lösungen für Software-Entwickler übertraf in seinem zweiten Quartal sowohl mit dem Nettogewinn von 41,8 Millionen Dollar wie dem um 37 Prozent auf 409 Millionen Dollar gestiegenen Umsatz die Analystenprognosen. Für eHealth ging es sogar um rund 14 Prozent aufwärts. Der Online-Marktplatz für Krankenversicherungen hatte angekündigt, bei der im Februar anstehenden Vorlage der Geschäftszahlen mit besseren Ergebnissen als bislang angenommen zu rechnen. Covenant Transportation verbilligten sich um 1,6 Prozent. Das Transportunternehmen hatte rückläufige Gewinne und Umsätze berichtet.
WALL STREET
INDEX zuletzt +/- % absolut +/- % YTD DJIA 29.160,09 -0,09 -26,18 2,18 S&P-500 3.325,54 0,11 3,79 2,93 Nasdaq-Comp. 9.402,48 0,20 18,71 4,79 Nasdaq-100 9.216,98 0,31 28,41 5,54 Vortag Umsatz NYSE (Aktien) 949 Mio 864 Mio Gewinner 1.459 1.451 Verlierer 1.425 1.458 unverändert 126 96
Kaum verändert - Die Angst vor einer Pandemie in Asien bremste. Der Verkaufsdruck ließ im Verlauf aber nach, nachdem die Weltgesundheitsorganisation mitgeteilt hatte, wegen des neuartigen Coronavirus zunächst keinen internationalen Gesundheitsnotstand auszurufen. Überdies stützten günstige wöchentliche Arbeitsmarktdaten. Procter & Gamble verloren 1,0 Prozent, nachdem der Umsatzanstieg im Berichtsquartal die Prognosen des Marktes verfehlt hatte. Travelers sackten um 5,1 Prozent. Der Versicherer hatte mit dem Neuprämienaufkommen enttäuscht. Southwest Airlines stiegen um 3,6 Prozent. Der Gewinnausweis lag zwar unter der Erwartung des Marktes, doch trat CEO Gary Kelly am Markt kursierenden Spekulationen über den möglichen Kauf eines Wettbewerbers entgegen. Jetblue Airways zogen nach guten Zahlen um 6,4 Prozent an. Comcast litten unter sinkenden Kundenzahlen und büßten 3,8 Prozent ein. Netflix legten um 7,2 Prozent zu. Analyst Scott Devitt von Stifel sieht Netflix als Nutznießer, wenn Kunden in wachsendem Maße Kabelnetzbetreibern wie Comcast den Rücken kehren. Paypal gewannen 2,1 Prozent, nachdem die Gesellschaft eine Kooperation mit der chinesischen Unionpay International vereinbart hatte. Texas Instruments legten nach dem Quartalsbericht leicht zu.
US-ANLEIHEN
US-Anleihen Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 1,51 -1,3 1,53 31,2 5 Jahre 1,54 -3,1 1,57 -38,2 7 Jahre 1,65 -4,2 1,69 -59,8 10 Jahre 1,73 -4,2 1,77 -71,4 30 Jahre 2,18 -4,4 2,22 -89,0
Die Befürchtung einer Wachstumsdelle wegen einer möglichen Pandemie in Asien stützte die Kurse am als sicherer Hafen geltenden Anleihemarkt.
DEVISEN
zuletzt +/- % 00:00 Do, 9:27 % YTD EUR/USD 1,1050 -0,1% 1,1056 1,1084 -1,5% EUR/JPY 121,04 -0,0% 121,08 121,44 -0,7% EUR/GBP 0,8413 -0,1% 0,8425 0,8437 -0,6% GBP/USD 1,3135 +0,1% 1,3122 1,3141 -0,9% USD/JPY 109,53 +0,0% 109,53 109,58 +0,8% USD/KRW 1168,21 -0,0% 1168,60 1167,50 +1,1% USD/CNY 6,9366 0% 6,9366 6,9302 -0,4% USD/CNH 6,9228 -0,2% 6,9335 6,9277 -0,6% USD/HKD 7,7725 -0,0% 7,7730 7,7729 -0,2% AUD/USD 0,6843 +0,0% 0,6842 0,6873 -2,4% NZD/USD 0,6616 -0,0% 0,6619 0,6596 -1,7% Bitcoin BTC/USD 8.324,76 -0,7% 8.387,01 8.576,26 +15,5%
Der Euro neigte zur Schwäche, nachdem die EZB wie erwartet ihr Leitzinsniveau bestätigt hatte und Präsidentin Christine Lagarde klar machte, dass eine sehr akkommodierende Geldpolitik noch längere Zeit erforderlich bleiben werde. Marktbeobachter bewerteten dies als taubenhaft. Der Euro wertete auf 1,1050 US-Dollar ab, nachdem er kurzzeitig bis auf 1,1109 gesprungen war.
++++ ROHSTOFFE +++++
ÖL
zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 55,78 55,59 +0,3% 0,19 -8,2% Brent/ICE 62,26 62,04 +0,4% 0,22 -5,7%
(MORE TO FOLLOW) Dow Jones Newswires
January 24, 2020 01:56 ET (06:56 GMT)
Die Ölpreise gaben abermals deutlich nach. Händler verwiesen vor allem auf Konjunktursorgen wegen der drohenden Pandemie in Asien. Dass das US-Energieministerium einen etwas stärkeren Rückgang der Rohölvorräte gemeldet hatte als erwartet, linderte den Verkaufsdruck etwas. US-Leichtöl der Sorte WTI verbilligte sich um 2 Prozent auf 55,59 Dollar, zeitweise hatte der WTI-Preis mehr als 3 Prozent nachgegeben.
METALLE
zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.560,59 1.563,25 -0,2% -2,66 +2,9% Silber (Spot) 17,79 17,80 -0,0% -0,01 -0,3% Platin (Spot) 1.007,25 1.004,70 +0,3% +2,55 +4,4% Kupfer-Future 2,73 2,73 0% 0 -2,5%
Der Goldpreis drehte mit den taubenhaften Äußerungen von EZB-Präsidentin Lagarde ins Plus. Außerdem stützte die allgemeine Risikoaversion das Edelmetall. Der Preis für die Feinunze stieg um 0,3 Prozent auf 1.563 Dollar.
MELDUNGEN SEIT DONNERSTAG 20.00 UHR
KONJUNKTUR JAPAN
In Japan lagen die Kernverbraucherpreise im Dezember wie auch prognostiziert 0,7 Prozent über dem Niveau vom Vorjahr.
KONJUNKTUR NEUSEELAND
Die Verbraucherpreise in Neuseeland sind im vierten Quartal 0,5 Prozent höher ausgefallen als im Vorjahr. Analysten hatten 0,4 Prozent geschätzt.
US-FRIEDENSPLAN NAHER OSTEN
US-Präsident Donald Trump will seinen lange erwarteten Friedensplan für den Nahen Osten in den nächsten Tagen vorlegen. Trump sagte, er wolle den Plan noch vor dem für Dienstag geplanten Besuch des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu in Washington veröffentlichen. Der Plan soll den Weg zu einer Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ebnen.
Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com
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January 24, 2020 01:56 ET (06:56 GMT)
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