Anzeige
Mehr »
Freitag, 17.07.2026 - Börsentäglich über 12.000 News
Von einer Mine zu drei: Wie Goldgroup die Geschichte still und leise verändert hat
Anzeige

Indizes

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Aktien

Kurs

%
News
24 h / 7 T
Aufrufe
7 Tage

Xetra-Orderbuch

Fonds

Kurs

%

Devisen

Kurs

%

Rohstoffe

Kurs

%

Themen

Kurs

%

Erweiterte Suche
Dow Jones News
558 Leser
Artikel bewerten:
(2)

MARKT-AUSBLICK/Schwarzer Schwan stört Rekordkurs nicht

Von Herbert Rude

FRNKFURT (Dow Jones)--Ein so genannter Schwarzer Schwan hat in dieser Woche die Aktienmärkte durcheinandergewirbelt. Kaum hatte der DAX endlich einen neuen Rekord aufgestellt, warf ihn die Angst vor einer Ausbreitung des Coronavirus wieder zurück. Genauso schnell holte er dann aber einen großen Teil der Verluste wieder auf. Möglicherweise hat der Schwarze Schwan dem Markt sogar gut getan und den Weg nun auch für nachhaltig neue Rekordstände im DAX frei gemacht.

Als Schwarze Schwäne gelten laut Nassim Taleb unwahrscheinliche und nahezu unvorhersehbare Ereignisse, die die Anleger auf dem falschen Fuß erwischen und deshalb zu starken Ausschlägen in der Volatilität und damit bei den Kursen führen. Der Coronavirus erfüllt diese Definition. Obwohl er wohl schon im Dezember erstmals auftrat, war von ihm an der Börse bis vor einer Woche noch nicht die Rede. Dann flatterten die Schlagzeilen über ihn plötzlich durch die Handelssäle, beherrschten die Psyche der Anleger und führten zu regelrechten Verkaufswellen.

Sehr hohe Put-Call-Ratio spricht für Marktbereinigung 

Die Put-Call-Ratio auf die DAX-Optionen schoss am Donnerstag auf 3,4 nach oben - laut Marktanalysten ein Zeichen für aufkommende Vorsicht oder sogar Panik. Wie so oft in den vergangenen Jahren hat damit ein äußeres Ereignis Euphorie verhindert. Immerhin hatte es der DAX aufgrund des neuen Rekordstands zuvor wieder einmal in die Bild-Zeitung geschafft. Wer den Markt kennt, sieht darin eher einen Kontraindikator - also ein Zeichen, das zur Vorsicht mahnt.

Der Coronavirus hat die "Wall of Worry", an der die Kurse seit Jahren nach oben klettern, also wieder intakt gemacht. Das spricht nun für einen tatsächlich validen Ausbruch des DAX nach oben. Der Aufwärtstrendkanal ermöglicht zunächst einen relativ reibungslosen Anlauf Richtung 14.000 Punkte. Das Umfeld stützt diese Annahme: Die Konjunktur zeigt Signale einer Bodenbildung und die EZB meint, die Geldpolitik müsse noch auf längere Zeit unterstützend bleiben. Die Renditen sind global schon wieder deutlich auf dem Rückzug, ein schneller und damit die Aktienkurse belastender Rendite-Anstieg ist schon wieder sehr unwahrscheinlich geworden. Bei der Jagd nach den verbliebenen sich rentierenden Anlagen kommt an Aktien wohl weiter kaum ein Anleger vorbei.

Medizin gewinnt bisher jeden Wettlauf 

Wie ist es nun tatsächlich um den Coronavirus bestellt? Zwar ist jeder einzelne Todesfall tragisch. Immerhin wurde der Virus aber innerhalb kurzer Zeit aufgespürt und definiert. Möglicherweise gibt es schon ein wirksames Mittel: Gilead Sciences hat mitgeteilt, sein Anti-Ebola-Mittel Remdesivir könnte auch gegen das neue Virus wirken, wie es in einem Medienbericht heißt. Aller Voraussicht nach dürfte die Medizin auch diesen Wettlauf gegen eine drohende Pandemie gewinnen, so wie bereits bei Ebola oder auch bei der Schweinegrippe. Zwar hat Sars im Jahr 2003 die chinesische Konjunktur deutlich belastet, aber nur vorübergehend: Die Effekte wurden schnell wieder aufgeholt.

Die chinesischen Börsen bleiben von Montag bis Donnerstag geschlossen, nicht wegen des Virus, sondern wegen des chinesischen Neujahrfests. Im Blick dürfte zum Auftakt der kommenden Woche der ifo-Geschäftsklima-Index stehen. Er muss die zarten Konjunkturhoffnungen weiter festigen. Ab Dienstag wird wieder die Berichtssaison auf Hochtouren laufen: Geschäftszahlen gibt es dann von unter anderem von SAP, Philips und LVMH und auch von großen US-Unternehmen wie Apple und Pfizer. Auf der Konjunkturseite steht voraussichtlich der Index des US-Verbrauchervertrauens im Mittelpunkt. Am Mittwoch veröffentlichen dann Novartis und Microsoft neue Zahlen, am Donnerstag die Deutsche Bank, Samsung sowie Amazon und am Freitag Caterpillar, um nur einige zu nennen. Ab Donnerstag stehen auch Daten zur Wirtschaftsentwicklung im vierten Quartal an, zunächst in den USA, am Freitag dann in Frankreich, Spanien und Italien.

Kontakt zum Autor: herbert.rude@wsj.com

DJG/hru/flf

(END) Dow Jones Newswires

January 24, 2020 06:39 ET (11:39 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

In unserem aktuellen Spezialreport zeigen wir fünf Aktien, bei denen die Abwärtsrisiken besonders hoch sind – und wo sich Gewinnmitnahmen oder sogar Short-Strategien anbieten könnten.

Jetzt den kostenlosen Report sichern – bevor die Korrektur Fahrt aufnimmt!
Werbehinweise: Die Billigung des Basisprospekts durch die BaFin ist nicht als ihre Befürwortung der angebotenen Wertpapiere zu verstehen. Wir empfehlen Interessenten und potenziellen Anlegern den Basisprospekt und die Endgültigen Bedingungen zu lesen, bevor sie eine Anlageentscheidung treffen, um sich möglichst umfassend zu informieren, insbesondere über die potenziellen Risiken und Chancen des Wertpapiers. Sie sind im Begriff, ein Produkt zu erwerben, das nicht einfach ist und schwer zu verstehen sein kann.