Von Hans Bentzien
FRANKFURT (Dow Jones)--Deutschlands Privatbanken haben eine höhere Transparenz bei der makroprudenziellen Aufsicht von Banken gefordert. Christian Ossig, der Hauptgeschäftsführer des Bankenverbands BdB sagte bei einer Veranstaltung in Frankfurt, der deutsche Ausschuss für Finanzstabilität (AFS) verhalte sich wie eine Geheimorganisation. "Die Sitzungstermine sind nicht bekannt, die Agenda ist nicht bekannt und es gibt im Anschluss auch keine Pressekonferenzen", sagte Ossig.
Ossig zufolge versuche die makroprudenzielle Aufsicht, die die Risiken für die Stabilität des gesamten Bankensystems in den Blick nehme, die Stabilitätsrisiken zu bekämpfen, die die sehr lockere Geldpolitik erzeuge. "Für die Banken ist das ein doppelter Schlag - sie müssen den negativen Einlagensatz und den antizyklischen Kapitalpuffer ertragen", sagte Ossig.
Der AFS hat kürzlich erstmals einen entsprechenden Puffer über 25 Basispunkte aktiviert. Ossig forderte, der AFS sollte sein "Denken" transparenter machen und so wie die Geldpolitik eine Forward Guidance geben. Mit Blick auf die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB) sagte Ossig: "Negative Zinsen dürfen nicht als normal akzeptiert werden."
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January 27, 2020 12:02 ET (17:02 GMT)
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