ZÜRICH (Dow Jones)--Der schweizerische Aktienmarkt hat am Mittwoch die Erholung des Vortages fortgesetzt. Trotz erneut alarmierender Schlagzeilen über das Coronavirus mit steigenden Fallzahlen bei Todesopfern und Infizierten ging die Besorgnis an den Börsen weiter zurück. Die chinesische Regierung zeigte sich hinsichtlich einer Eindämmung des Virus zuversichtlich. Anleger waren bereit, diese Aussagen als Kaufargument zu nehmen. Im Handel war zu vernehmen, dass die Epidemie eine menschliche Tragödie sei, aber noch keine ökonomische.
Der SMI rückte um 0,7 Prozent auf 10.860 Punkte vor. Unter den 20 SMI-Werten standen sich 16 Kursgewinner und vier -verlierer gegenüber. Umgesetzt wurden 45,17 (zuvor: 52,17) Millionen Aktien. Am eidgenössischen Aktienmarkt galt die Aufmerksamkeit indes eindeutig Novartis: Nach einem verhaltenen Börsenstart schlossen die Titel des Pharmakonzerns mit Aufschlägen von 1,2 Prozent. Unter anderem hatten die Analysten von Jefferies bzw. Citigroup das Papier nach der Zahlenvorlage mit "Kaufen" bestätigt. Die Citigroup strich positiv heraus, dass das Pharmaunternehmen mittelfristig ein zusätzliches Sparpotenzial von 1,5 Milliarden US-Dollar ausgemacht habe. Das könnte das EBIT 2024 bis zu 8 Prozent höher ausfallen lassen. Die Geschäftszahlen selbst lagen im Rahmen der Erwartungen. Operativ lief es etwas schwächer als erhofft. Gut kam die höhere Dividende an. Wettbewerber Roche folgt am Donnerstag mit seinem Geschäftsausweis, die Titel legten um 1,2 Prozent zu.
Nach überraschend positiven Geschäftszahlen der spanischen Bank Santander sowie der skandinavischen SEB legten die heimischen Bankenwerte UBS und Credit Suisse um 0,9 bzw. 0,8 Prozent zu. Im Technologiesektor ging es für AMS und Temenos um 2,7 bzw. 5,2 Prozent aufwärts, Händler verwiesen auf überzeugende Quartalszahlen des Branchengiganten Apple in den USA. Temenos kooperiert künftig zudem mit Google bei Anwendungen für Bankgeschäfte in der Google Cloud.
Emmi hat ein vergleichsweise schwieriges Jahr hinter sich. Das herausfordernde Einzelhandelsumfeld für die Milchwirtschaft in Europa sowie die politische Situation in Chile belasteten. Das organische Wachstum stimmte die Analysten von Baader Helvea aber optimistisch. Zudem liege der EBIT-Ausblick für 2020 leicht oberhalb des Konsens. Für die Aktie ging es um 5,8 Prozent nach oben.
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January 29, 2020 11:48 ET (16:48 GMT)
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