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Umweltverbände fordern Kunststoff-Verbote - Warnung vor Bioplastik

BERLIN (Dow Jones)--Zahlreiche Umwelt- und Naturschutzverbände haben die Politik in Brüssel und Berlin zu drastischeren Schritten gegen die Plastik-Flut aufgerufen. In einem 15-Punkte-Katalog fordern sie striktere Vorgaben für die Verpackungsindustrie bis hin zu Verboten von Kunststoffen. "Es darf keine weitere petrochemischen Infrastrukturen für die Produktion von Plastik geben", erklärte die Vorständin der den Grünen nahestehenden Heinrich-Böll-Stiftung, Barbara Unmüßig. "Wir fordern deswegen die absolute Reduktion von Produktion, Konsum und Emission aller synthetischen Rohstoffe." Dabei dürfe es auch keine Ausnahmen für biobasierte und biologisch abbaubare Stoffe geben, so Unmüßig.

"Der Begriff Bio suggeriert allzu oft Umweltfreundlichkeit und ist irreführend." Denn der Einsatz habe keine wesentlichen Vorteile gegenüber konventionellen Produkten. Handelsüblicher Kunststoff besteht zu 99 Prozent aus Öl und Gas, die Alternativen enthalten laut der Deutschen Umwelthilfe (DUH) immer noch bis zu 70 Prozent davon. Kompostwerke würden dieses Bio-Plastik daher als nicht recycelbar ablehnen.

Umfassender Aufruf über alle Wertschöpfungsketten 

Bei dem Forderungskatalog handelt es sich nach Angaben der beteiligten elf Umweltverbände um den ersten umfassenden Aufruf, der alle Wertschöpfungsketten und den gesamten Produktions- und Lebenszyklus von Plastik in den Blick nehme. Makro- und Mikroplastik ist heutzutage nahezu allgegenwärtig, ob in elektronischen Geräten oder Kleidungsstücken; Partikel wiederum wurden von Wissenschaftlern in der Arktis, der Tiefsee, in Muscheln oder Austern gefunden, sogar in menschlichem Kot.

Auch weltweit nimmt die Plastikproduktion rasant zu. Wurden zwischen 1950 und 2015 mehr als 8,3 Milliarden Tonnen Plastik produziert, waren es bis 2017 bereits 9,2 Milliarden Tonnen - mehr als eine Tonne pro Erdenbürger. Jährlich würden 400 Millionen Tonnen neu hergestellt - Tendenz steigend, so Böll-Vorständin Unmüßig. Dabei würden in der EU 40 Prozent der Plastikprodukte innerhalb eines Monats zu Abfall. "Das ist absolut verantwortungslos und unkontrollierbar."

Wegwerf-Produkte ab 2021 in der EU verboten 

Die Verbände kritisierten insbesondere den drastischen Anstieg des Plastikverbrauchs in der Bundesrepublik. Mit 38 Kilogramm Kunststoff-Verpackungsabfällen pro Kopf sei Deutschland unter den Spitzenreitern in Europa. 2016 wurden in der EU noch 27 Millionen Tonnen Kunststoff gesammelt, in Deutschland waren es 2017 5,2 Millionen. Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) hatte deswegen schon im November 2018 einen Fünf-Punkte-Plan für weniger Plastik und mehr Recycling vorgelegt. Leichte Plastiktüten sind laut neuem Verpackungsgesetz verboten. Wegwerf-Produkte wie Plastikgeschirr, Strohhalme oder Styroporbecher sind in der EU ab 2021 verboten.

Doch dem Bündnis reicht das nicht. Es fordert deswegen einen verbindlichen Aktionsplan mit zeitlich festgelegten Zielen, um Einwegplastik zu stoppen. Gesundheits- und klimaschädliche Stoffe oder Mikroplastik, das bei der Anwendung offen in die Umwelt gelangt, müssten verboten werden. Auch sollten synthetische Scheuerfäden in der Fischerei aus dem Verkehr gezogen werden. In der Logistikkette müsse schnell auf Mehrweg-Produkte umgestellt werden.

Exportverbot von Plastikmüll 

Die Akteure kritisieren auch, dass bislang zu wenig und zu ineffizient recycelt werde - weniger als 10 Prozent des seit 1950 angefallenen Plastikmülls. In Deutschland wurden demnach 61 Prozent des Kunststoffabfalls verbrannt und 39 Prozent der Verwertung zugeführt. Der tatsächliche Recycling-Output lag aber nur bei 15,6 Prozent. Rund 710.000 Tonnen wurden in andere Länder verbracht. Solche Exporte in Länder mit schlechteren Entsorgungsstandards will die Umwelt-Allianz ebenfalls verbieten. Sie drängt ebenfalls auf ein internationales, verbindliches Abkommen.

DUH-Geschäftsführer Resch wies darauf hin, dass Plastikvermeidung auch Klimaschutz sei. Die Klimaschutzpolitik der Bundesregierung sei jedoch "auch bei der Kreislaufwirtschaft krachend gescheitert", so Resch. Deshalb brauche es nun ein Ende der freiwilligen Selbstverpflichtung.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/cln

(END) Dow Jones Newswires

February 05, 2020 05:44 ET (10:44 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
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