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MÄRKTE ASIEN/Freundlich - Anleger hoffen auf Konjunkturstimuli

Von Steffen Gosenheimer

SCHANGHAI/HONGKONG (Dow Jones)--Die Hoffnung auf weitere konjunkturstützende Maßnahmen Pekings wegen der negativen Folgen der weiter grassierenden Coronavirus-Epidemie sorgt am Dienstag an den ostasiatischen Aktienmärkten für steigende Aktienkurse. Erst am Wochenende hatte die chinesische Notenbank ein umgerechnet 39 Milliarden Euro schweres Paket zur Unterstützung von Unternehmen zur Verfügung gestellt, die versuchen, die Epidemie einzudämmen. Mittlerweile sind mehr als 1.000 Menschen an den Folgen des Virus gestorben, mehr als 42.000 sind infiziert.

Präsident Xi Jinping dankte bei einem Fernsehauftritt den medizinischen Helfern und sprach von einer langfristig unverändert bleibenden fundamentalen Entwicklung und nur kurzfristigen Auswirkungen der Epidemie auf die Wirtschaft. Unterdessen nehmen nach und nach Betriebe in China nach der verlängerten Feiertagspause den Betrieb wieder auf. Auch das stütze die Stimmung, heißt es.

Marktexperte Stephen Innes von AxiCorp sagte, bei allen bleibenden Unwägbarkeiten dürfte es eine Sache geben, auf die man sich wahrscheinlich verlassen könne, dass nämlich "die Mutter aller Stimulierungsmaßnahmen" von der chinesischen Zentralbank kommen werde.

Während an der Börse in Tokio wegen eines Feiertags nicht gehandelt wird, geht es in Schanghai um 0,3 Prozent nach oben. In Hongkong erholt sich der HSI mit 1,3 Prozent weitaus kräftiger und in Seoul kommt der Kospi immerhin um 0,9 Prozent voran. Sydney hat mit einem Plus von einem halben Prozent bereits den Handel beendet. Positiv wirken laut Markteilnehmern auch die guten Vorgaben der Wall Street, wo die Indizes zum Teil neue Rekordhochs erreichten, gestützt auch von soliden Quartalsergebnissen der Unternehmen.

Fitch Solutions, eine Tochter der Ratingagentur Fitch, hat derweil ihre BIP-Prognose für China 2020 auf 5,6 von 5,9 Prozent gesenkt. Dabei unterstellt das Haus, dass die Virusepidemie im Zaum gehalten werden kann und Schließungen und sonstige Restriktionen im April wieder aufgehoben werden. Auch bei Fitch erwartet man Stützungsmaßnahmen Pekings.

Am Devisenmarkt fällt der Kurs des als sicherer Hafen geltenden Yen zum Dollar zurück, der Dollar kostet 109,89 Yen. Gleichzeitig erholt sich der Yuan weiter, der Dollar fällt auf 6,9774 Yuan, verglichen mit frühen Vortageshochs über 7,01. Der Goldpreis fällt um rund 4 Dollar auf 1.568 je Feinunze.

Oscar-Sieger "Parasite" bewegt Kurse in Seoul 

Unter den Einzelwerten leiden in Sydney Beach Energy nicht nur unter den zuletzt schwächelnden Ölpreisen, sondern auch einem gesenkten Produktionsausblick. Der Kurs büßt 2,5 Prozent ein.

Geely Auto verteuern sich um rund 6 Prozent. Hier stützt, dass die beiden Autobauer Volvo Cars und Geely eine Fusion ihrer Geschäfte prüfen, um die Hebung von Synergien zu beschleunigen.

In Seoul sind unter anderem Aktien aus der Filmbranche gesucht, nachdem die südkoreanische Produktion "Parasite" am Vortag den Oscar als bester Film des Jahres gewonnen hatte. CJ ENM liegen 2,7 Prozent im Plus, Barunson Entertainment & Arts ziehen um über 20 Prozent an.

Index (Börse)            zuletzt      +/- %     % YTD          Ende 
S&P/ASX 200 (Sydney)    7.053,90     +0,59%    +5,53%         06:00 
Nikkei-225 (Tokio)          Feiertagspause 
Kospi (Seoul)           2.219,88     +0,85%    +1,01%         07:00 
Schanghai-Comp.         2.898,17     +0,27%    -4,98%         08:00 
Hang-Seng (Hongk.)     27.574,58     +1,22%    -2,84%         09:00 
Straits-Times (Sing.)   3.183,45     +0,64%    -1,28%         10:00 
KLCI (Malaysia)         1.550,29     +0,49%    -2,16%         10:00 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %     00:00  Mo, 9:59 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,0911      -0,0%    1,0913        1,0951   -2,7% 
EUR/JPY                   119,91      +0,1%    119,78        120,23   -1,6% 
EUR/GBP                   0,8448      -0,0%    0,8451        0,8495   -0,2% 
GBP/USD                   1,2915      +0,0%    1,2914        1,2892   -2,6% 
USD/JPY                   109,90      +0,1%    109,76        109,78   +1,1% 
USD/KRW                  1183,60      -0,3%   1187,66       1188,34   +2,5% 
USD/CNY                   6,9776      -0,1%    6,9844        6,9822   +0,2% 
USD/CNH                   6,9776      -0,1%    6,9842        6,9861   +0,2% 
USD/HKD                   7,7647      -0,0%    7,7662        7,7651   -0,3% 
AUD/USD                   0,6711      +0,4%    0,6685        0,6696   -4,2% 
NZD/USD                   0,6391      +0,1%    0,6384        0,6411   -5,1% 
Bitcoin 
BTC/USD                 9.759,75      -0,8%  9.837,00      9.900,25  +35,4% 
 
 
 
ROHOEL                   zuletzt  VT-Settl.     +/- %       +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  50,20      49,57     +1,3%          0,63  -17,4% 
Brent/ICE                  53,95      53,27     +1,3%          0,68  -17,4% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag     +/- %       +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.568,73   1.571,90     -0,2%         -3,18   +3,4% 
Silber (Spot)              17,76      17,80     -0,2%         -0,04   -0,5% 
Platin (Spot)             964,60     964,25     +0,0%         +0,35   -0,0% 
Kupfer-Future               2,58       2,55     +1,1%         +0,03   -7,8% 
 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

February 11, 2020 00:34 ET (05:34 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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