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XETRA-SCHLUSS/Die Rekorde purzeln

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Neue Bestmarken am deutschen Aktienmarkt: Der DAX ist am Dienstag um 1 Prozent auf 13.628 Punkte gestiegen, das war der höchste Schlussstand aller Zeiten. Der neue Verlaufsrekord stammte vom späten Nachmittag und lag bei 13.668 Punkten. Der MDAX erreichte mit einem Plus von 1,4 Prozent auf 29.195 Punkte ebenfalls ein neues Allzeithoch und der TecDAX stieg um gut 2,2 Prozent auf den höchsten Stand seit dem Platzen der Jahrtausendhausse vor knapp 20 Jahren.

"Allerdings wird der DAX von anderen Indizes lediglich mitgezogen, besonders von der Wall Street", sagte ein Marktteilnehmer. In New York reiht sich schon seit geraumer Zeit ein Rekord an den nächsten. Zudem steht der Kurs-DAX noch 5 Prozent unter seinem Rekord von Anfang 2018, er ist um Dividenden bereinigt und deshalb laut vielen Marktteilnehmern besser vergleichbar mit den internationalen Indizes.

"Trotzdem ist der neue Rekordstand des DAX ein Signal, dass die Hausse weiterläuft", sagte ein Marktanalyst. Ein Anlauf Richtung 14.000 Punkte sollte nun nicht überraschen. Die Sorgen um negative Folgen des Coronavirus auf das Wirtschaftswachstum waren vorerst in den Hintergrund gerückt, zumal die Zahl der Neuerkrankungen zuletzt etwas abgenommen hatte. Positiv aufgenommen wurde auch die Aufforderung der Regierung in Peking an die Schlüsselindustrien des Landes, sie sollten die teilweise unterbrochene Produktion wieder hochfahren.

Deutsche Telekom profitieren von Zusammenschluss 

Auf der Gewinnerseite stachen Deutsche Telekom mit einem Plus von 3,8 Prozent heraus. Ein US-Gericht hatte den Zusammenschluss ihrer Tochter T Mobile US mit Sprint frei gemacht. Der Zusammenschluss des dritt- und viertgrößten Mobilfunkanbieters des Landes hatte wegen kartellrechtlicher Bedenken gestockt. Allerdings sind auch gegen den nun erfolgten Gerichtsbeschluss Klagen möglich. Lufthansa erholten sich mit der Entspannung um das Virus um 3,9 Prozent.

Daimler-Kurs mit stärkeren Ausschlägen 

Daimler schlossen dagegen 1 Prozent im Minus, nachdem das Papier zunächst deutlich im Plus gelegen hatte. Die angekündigte Dividende war mit 0,90 Euro unter der Konsenserwartung von 1,00 Euro geblieben. Das könne man aber auch als Großreinemachen durch den neuen CEO verstehen, passend zu den deutlich höher ausgefallenen jüngsten Stellenstreichungen, hieß es im Handel. Der Investitionsbedarf in E-Mobilität sei sehr hoch, das Geld im Unternehmen somit besser aufgehoben.

In der zweiten Reihe legten Hochtief mit einem guten Ausblick 2,8 Prozent zu. Für Grenke ging es nach dem Zahlenausweis um 7,8 Prozent nach oben. Delivery Hero stiegen um 4,8 Prozent. Die Citi billigte Delivery "eine unangefochtene Marktführerschaft in den Kernmärkten" zu. Mensch und Maschine gewannen 1,4 Prozent, nachdem die Quartalszahlen die Erwartungen erfüllt hatten.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 104,8 (Vortag: 60,5) Millionen Aktien im Wert von rund 4,21 (Vortag: 2,61) Milliarden Euro. Es gab 27 Kursgewinner und drei -verlierer.

=== 
INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          13.627,84  +0,99%     +2,86% 
DAX-Future   13.636,50  +1,15%     +3,87% 
XDAX         13.643,04  +0,87%     +3,87% 
MDAX         29.195,34  +1,44%     +3,12% 
TecDAX        3.250,83  +2,15%     +7,82% 
SDAX         12.872,92  +1,91%     +2,89% 
zuletzt                 +/- Ticks 
Bund-Future   174,28%     -26 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/flf

(END) Dow Jones Newswires

February 11, 2020 11:49 ET (16:49 GMT)

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© 2020 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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