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MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck - Wall Street schwach

FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen bleiben am Donnerstagnachmittag unter erheblichem Abgabedruck. Und das obgleich, die US-Politik ein milliardenschweres Notfallpaket verabschiedet hat, um die Auswirkung des Coronavirus auf das Wirtschaftswachstum zu bekämpfen. Dazu kommen weitere geldpolitische Lockerungen rund um den Globus. So hat der Internationale Währungsfonds (IWF) klargemacht, dass seine Kreditprogramme jederzeit für Maßnahmen gegen das Coronavirus genutzt werden können.

Die Skepsis bei den Anlegern sitzt aber tief, wie weit diese Maßnahmen ausreichen werden, um die Wirtschaft stützen zu können. Insbesondere von einer Verlangsamung des Coronavirus-Ausbruchs außerhalb Chinas kann keine Rede sein kann. Im Gegenteil: Die Nachricht, dass Italien alle Schulen und Universitäten geschlossen hat, sorgt für Verunsicherung. Kalifornien hat derweil den Notstand ausgerufen, nachdem ein am Coronavirus-Erkrankter gestorben ist.

Der DAX gibt um 2,0 Prozent auf 11.889 Punkte nach, für den Euro-Stoxx-50 geht es um 2,1 Prozent auf 3.349 Punkte nach unten. Auch an Wall Street geht es nach der Erholung am Vortag mit den Kursen wieder kräftig nach unten.

Konjunktursensible Sektoren müssen erhebliche Verluste einstecken. So geben Rohstoffwerte im Schnitt um 4,6 Prozent nach, der Autosektor verliert 3,7 Prozent und Banken 3,5 Prozent.

Auch der Luftfahrtsektor wird gemieden. Im DAX verlieren Lufthansa 4,9 Prozent, an der Pariser Börse geht es für Air France-KLM gleich um 9,7 Prozent nach unten. Air France-KLM gilt unter Analysten als das schwächste Glied im europäischen Luftfahrtsektor bei den großen Gesellschaften. Mit der britischen Regionalfluggesellschaft Flybe hat das erste Unternehmen aus dem Sektor Insolvenz angemeldet.

IATA hebt Prognose für Umsatzeinbußen massiv an 

Die Luftverkehrsvereinigung IATA erwartet Umsatzeinbußen für die Branche im laufenden Jahr von 113 Milliarden Dollar. Erst vor knapp zwei Wochen hatte IATA eine Schätzung von 30 Milliarden Dollar genannt.

Belastet vom schwächeren Automarkt und einer Milliardenabschreibung hat Continental (minus 12,4 Prozent) vergangenes Jahr bei stabilen Umsätzen einen hohen Verlust verzeichnet. Der Fehlbetrag fiel mit 1,23 Milliarden Euro zudem deutlich höher aus als am Markt befürchtet. Den Aktionären will der DAX-Konzern aber trotz des Verlusts eine Dividende von 4,00 Euro nach 4,75 Euro je Aktie im Vorjahr zahlen. Für das laufende Jahr rechnet der Autozulieferer mit keiner Besserung.

Nach gemischten Ergebnissen geben Prosieben um 6,9 Prozent nach. Aber auch andere Unternehmen aus dem Sektor überzeugen nicht: ITV brechen um 10,6 Prozent ein. Der britische TV-Sender warnt nun, dass der Umsatz im April um rund 10 Prozent fallen könnte, nachdem Unternehmen aus der Reisebranche Werbekampagnen zunächst gestrichen haben.

Auch die Henkel-Aktie verliert deutlich mit Abgaben von 5,4 Prozent. Die UBS spricht von einer enttäuschenden EBIT-Marge. Alle Sparten seien als Folge des Restrukturierungsplans hinter den Erwartungen zurückgeblieben. Der Konzernumbau habe höhere Investitionen zur Folge und wirke sich außerdem operativ negativ aus.

Vonovia hat im abgelaufenen Jahr operativ mehr verdient und den oberen Rand der eigenen Gewinn-Prognose übertroffen. Allerdings zeigt der Ausblick nach Einschätzung von Jefferies die Belastung durch den Mietendeckel. Die Aktie gewinnt 0,4 Prozent.

"Stay-at-home"-Aktien gefragt 

Merck KGaA geben nach besseren Zahlen 0,7 Prozent ab. Ein klarer Minuspunkt sei aber, so die DZ Bank, dass es keine quantitative Prognose gegeben habe. Dies entspreche nicht dem Industriestandard. Zumal Merck traditionell sehr spät berichte und damit beim Ausblick einen Vorteil gegenüber den Wettbewerbern habe.

"Stay at Home"-Aktien sind tendenziell gefragt. "Man sucht sich gerade Unternehmen zusammen, die davon profitieren, dass Menschen in Zukunft häufiger im Haus bleiben", sagt ein Händler. Hellofresh gewinnen 5,2 Prozent. Teamviewer, ein Anbieter von Videokonferenzen, gewinnen 2,1 Prozent.

Aviva halten sich mit einem Minus von 0,3 Prozent besser. Das operative Ergebnis ist laut Citigroup um 3 Prozent über den Marktschätzungen ausgefallen.

In der DAX-Indexfamilie kommt es zu zahlreichen Änderungen. Die Aktien von HelloFresh werden in den MDAX aufgenommen und ersetzen dort die Titel von Dialog Semiconductor - basierend auf der Fast-Exit-Regel. In den SDAX rücken Godewind Immobilien, Steinhoff International, Adler Real Estate und SNP Schneider-Neureither & Partner. Sie ersetzen SGL Carbon (Fast Exit), Dr. Hönle (Fast Exit) und Heidelberger Druckmaschinen AG (Regular Exit).

Neu in TecDAX aufgenommen werden Isra Vision und ersetzen dort Dialog Semiconductor - basierend auf der Fast-Exit-Regel. Für etwas Kopfschütteln sorgt der Aufstieg von Godewind in den SDAX und Isra-Vision in den TecDAX mit Blick auf die Index-Kontinuität. Denn für beide Unternehmen laufen Übernahme-Angebote, so dass bei einem sinkenden Streubesitz die Aktien schnell wieder die Indizes verlassen könnten - so wie jüngst Comdirect.

=== 
Aktienindex              zuletzt      +/- %       absolut      +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50           3.348,70      -2,10        -71,86         -10,59 
Stoxx-50                3.122,47      -1,61        -51,20          -8,24 
DAX                    11.889,21      -1,97       -238,48         -10,26 
MDAX                   25.676,36      -1,59       -414,97          -9,31 
TecDAX                  2.908,70      -1,43        -42,22          -3,52 
SDAX                   11.370,31      -2,09       -242,70          -9,12 
FTSE                    6.683,93      -1,93       -131,66          -9,64 
CAC                     5.342,80      -2,23       -122,09         -10,63 
 
Rentenmarkt              zuletzt                  absolut        +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite      -0,68                    -0,04          -0,92 
US-Zehnjahresrendite        0,93                    -0,13          -1,75 
 
DEVISEN                  zuletzt      +/- %  Do, 7:40 Uhr  Mi, 17:15 Uhr   % YTD 
EUR/USD                   1,1194     +0,54%        1,1138         1,1136   -0,2% 
EUR/JPY                   119,45     -0,25%        119,51         119,55   -2,0% 
EUR/CHF                   1,0645     -0,07%        1,0653         1,0646   -2,0% 
EUR/GBP                   0,8665     +0,14%        0,8648         0,8692   +2,4% 
USD/JPY                   106,73     -0,78%        107,30         107,36   -1,9% 
GBP/USD                   1,2914     +0,37%        1,2880         1,2810   -2,5% 
USD/CNH (Offshore)        6,9377     +0,20%        6,9340         6,9215   -0,4% 
Bitcoin 
BTC/USD                 9.037,51     +3,31%      8.917,76       8.684,26  +25,3% 
 
ROHÖL                    zuletzt  VT-Settl.         +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex                  46,70      46,78         -0,2%          -0,08  -22,7% 
Brent/ICE                  50,69      51,13         -0,9%          -0,44  -21,7% 
 
METALLE                  zuletzt     Vortag         +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)             1.658,37   1.636,85         +1,3%         +21,52   +9,3% 
Silber (Spot)              17,31      17,25         +0,3%          +0,06   -3,0% 
Platin (Spot)             863,55     876,60         -1,5%         -13,05  -10,5% 
Kupfer-Future               2,57       2,59         -0,7%          -0,02   -8,3% 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/ros

(END) Dow Jones Newswires

March 05, 2020 10:10 ET (15:10 GMT)

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