Von Andreas Kißler
BERLIN (Dow Jones)--Zum ersten Mal seit der Gründung des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) im Jahr 1949 wird es in diesem Jahr einen "digitalen 1. Mai" geben. Es werde erstmals "keine Demos und Kundgebungen auf Straßen und Plätzen zum Tag der Arbeit geben", kündigte der DGB an. "Denn in Zeiten von Corona heißt Solidarität: mit Anstand Abstand halten." Geplant ist laut den Angaben eine Live-Sendung im Internet, mit Beiträgen von Konstantin Wecker, Ute Lemper, Jocelyn B. Smith und Heinz Rudolf Kunze sowie Interviews mit dem DGB-Vorsitzenden Reiner Hoffmann.
Bei einer Online-Pressekonferenz mit den SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans forderte Hoffmann im Vorfeld verbesserte Tarifbedingungen für "die Heldinnen und Helden der Arbeit, die jetzt so wertgeschätzt werden" und "systemrelevant" seien. "Wertschätzung hat einen Preis", sagte er. "Auch das wird eine klare Botschaft am 1. Mai sein."
Walter-Borjans mahnte ebenfalls, man müsse es ändern, "dass wir diese Arbeit, die systemrelevant ist, auch monetär wertschätzen". Man brauche ein Modell, das zeige, "dass Sozialverträglichkeit und Nachhaltigkeit zuammengehören", betonte er zudem. Beim "Umlegen des Hebels" hin zu einer Wiederaufnahme der Wirtschaftsaktivitäten müsse auch die Chance genutzt werden, "jetzt Weichen zu stellen zu einer Veränderung, zu einer Transformation zu einer nachhaltigen Wirtschaft".
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April 24, 2020 09:21 ET (13:21 GMT)
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