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Leidet die Börse unter pathologischem Realitätsverlust?

Vom 19. Februar bis 18. März hat der DAX so schnell wie nie zuvor knapp 39 Prozent verloren. Von diesem Tiefpunkt aus hat er dann ebenso wieselflink bis heute wieder 26 Prozent zugelegt. Haben die Aktienmärkte die Corona-Krise bereits verarbeitet? Ist die Börse also ignorant oder irrational?

Corona hat die Wirtschaftsperspektiven 2020 nicht nur beschnitten, sondern kastriert. Derart grottenschlechte Konjunkturdaten haben auch alte, immer grauer werdende Börsenhasen wie ich noch nie gesehen. Allein schon der schwache Ölpreis ist ein wahres konjunkturelles Armutszeugnis.

Noch kann niemand sagen, wann die pandemische Heimsuchung zu Ende geht. Unternehmen aus den Branchen Luftfahrt, Tourismus, Auto, Maschinenbau, Elektro, Chemie und Konsum können daher keine belastbaren Umsatz- und Gewinnausblicke geben. Ist diese Unsicherheit nicht das pure Gift für Aktien? Überhaupt, wie lange können Firmen überleben, wenn ihre Reserven wie Eis in der Sommerhitze schmelzen? Und wie steht es um Jobs und Kaufkraft der Konsumenten?

Hinzu kommen Instabilitäts-Zustände wie bei Hempels unterm Sofa. Schon vor Corona war die Welt hoffnungslos überschuldet. Und jetzt fragt sogar Olaf Scholz "Was kostet die Welt?". 2020 wird das deutsche Haushaltsdefizit ca. acht Prozent betragen. Den Schulden-Vogel schießt aber Amerika ab. Auf die seit Gründung der USA 1776 bis 2019 angehäufte Staatsverschuldung kommen allein in diesem einen Jahr 2020 knapp 20 Prozent hinzu. Nein, die amerikanische Schuldenuhr geht nicht nur, läuft nicht nur, man kann sie als Hochleistungsventilator benutzen.

Ebenso tobt in der EU die Finanznot. In der Frage der europäischen Schulden-Solidarität hängt der Brüsseler Haussegen nicht nur schief, sondern droht mit allen schädigenden Effekten auf das europäische Gemeinschaftswerk herabzufallen. Unabhängig davon setzt die EZB ihre Staatsfinanzierung mit viel Schmackes fort. Ihre Liquiditätsausstattung der Marke "Tropischer Regenwald" bereitet bereits Angst vor den volkswirtschaftlichen Verwerfungen einer heißen Hyperinflation, die auch Aktien nicht kaltlassen würde.

All diese Systemrisiken haben mit Stabilität so wenig zu tun wie Meißner Porzellan mit Wühltisch-Ware im Discount-Möbelladen. Muss man also die dennoch fröhlichen Aktienmärkte für unzurechnungsfähig erklären?

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© 2020 marktEINBLICKE
Historische Öl-Krise - 5 Aktien, die davon profitieren!
Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

Während viele Anleger jetzt auf ExxonMobil, Chevron oder Shell setzen, könnte das größere Potenzial längst woanders liegen. Denn hohe Ölpreise machen neue Investitionen in Förderung, Transport und Verarbeitung wieder attraktiv. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die Bohrtechnik, Ausrüstung und Dienstleistungen bereitstellen oder bereits über wertvolle Infrastruktur verfügen.

Hier dürfte die zweite Welle des Öl-Booms entstehen. Statt den bereits stark gelaufenen Produzenten hinterherzulaufen, können Anleger auf die Unternehmen setzen, die am milliardenschweren Wiederaufbau der globalen Energieinfrastruktur verdienen.

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