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Ifo: Ökonomen erwarten Schrumpfung der Weltwirtschaft um 1,9%

Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Die Weltwirtschaft wird in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie um 1,9 Prozent schrumpfen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Ifo Instituts, an der 1.000 Experten in 110 Ländern teilnahmen. "Das ist eine beispiellos niedrige Zahl seit Beginn der Umfrage 1989", sagen die Forscher Dorine Boumans, Sebastian Link und Stefan Sauer vom ifo Institut.

Der Einbruch werde besonders stark die Eurozone treffen. Die Forscher prognostizieren einen Rückgang des Bruttoinlandprodukts von 5,3 Prozent. In Italien werde die Wirtschaft um 7,0 Prozent einbrechen. Für Deutschland und Frankreich sehen die Experten jeweils minus 5,0 Prozent voraus, für Großbritannien minus 3,6 und für Spanien minus 3,4 Prozent.

Die USA werden mit minus 4,6 Prozent veranschlagt, Brasilien mit minus 4,2 Prozent, Russland und Südafrika mit je minus 3,4 Prozent, Japan mit minus 3,3 Prozent. Selbst die Wachstumsweltmeister China und Indien werden nur noch geringfügig zulegen mit 2,3 und 2,5 Prozent.

Eine Rückkehr zum Leistungsniveau vor der Krise erwarten die befragten Experten erst mit Zeitverzögerung. Schlusslicht bildet die Europäische Union, wo nur 6,7 Prozent der befragten Experten diese schon für 2020 erwarten. Am optimistischsten seien sie für die Schwellen- und Entwicklungsländern, wo 34,0 Prozent dies schon für das laufende Jahr erwarten. Für Afrika südlich der Sahara denken das 20,7 Prozent, für den Nahen Osten und Nordafrika 18,7 Prozent.

Rat zu Liquiditätshilfen und Steuerstundungen 

Am problematischsten ist für die Experten eine Verringerung der Investitionen, gefolgt von einer Erhöhung der Staatsdefizite, einem Schrumpfen der Konsumausgaben, den Betriebsschließungen und Produktionstopps, den Quarantäne-Maßnahmen, den Störungen der Lieferketten und der Firmenpleiten. Die Folgen von Krankheitswellen beim Personal und Bankenpleiten stufen sie als gering ein.

Als besonders hilfreiche Gegenmaßnahmen sehen die Experten an: Liquiditätshilfen für kleinere Unternehmen, Steuerstundungen für Firmen, Liquiditätshilfen für Großunternehmen, der Kauf von Wertpapieren durch die Zentralbanken und vorübergehende Umsatzsteuersenkungen. Eher skeptisch sind sie bei Zinssenkungen, dauerhaften Steuersenkungen, Helikoptergeld und einer lockeren Bankenaufsicht.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/jhe

(END) Dow Jones Newswires

April 30, 2020 06:45 ET (10:45 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
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