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XETRA-SCHLUSS/DAX konsolidiert - Musik spielt in Einzelwerten

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt haben sich die Kurse am Dienstag überwiegend nur wenig bewegt. Der DAX konnte sich mit einem geringen Minus von 5 auf 10.819 Punkte knapp behaupten, nachdem er bereits den ganzen Tag eng um den Schlussstand vom Montag geschwankt hatte. Händler sprachen von einer abwartenden Haltung bei nachlassenden Umsätzen: Die Anleger seien hin- und hergerissen zwischen den Hoffnungen über eine Wirtschaftserholung mit den Lockerungen im Kampf gegen die Pandemie und den Sorgen, eine zweite Infektionswelle könnte die Hoffnungen zunichte machen. Daneben machten aber die Einzelwerte die Musik, und hier lieferte die Berichtssaison die Impulse auch für starke Ausschläge, und das nach beiden Seiten.

Im DAX profitierten Deutsche Post und Eon von guten Geschäftszahlen. Der Kurs der Post stieg um 3 Prozent. Die Präsentation der Zahlen des Unternehmens für das erste Quartal ist nach Aussage der Analysten von Bernstein gut angekommen. Eon zogen um 3,4 Prozent an. Der Versorger hat den Gewinn gesteigert und den Ausblick bekräftigt. Keinen Ausblick hat wegen der Pandemie dagegen Allianz gegeben, und das drückte den Kurs um 3,2 Prozent.

Die größten Ausschläge gab es in der zweiten Reihe: Prosieben schossen um gut 13 Prozent nach oben, Thyssen brachen um 15 Prozent ein. Nachdem zuletzt Mediaset die Beteiligung an Prosieben auf 24,9 Prozent ausgebaut hatte, sicherte sich nun KKR direkt und indirekt 5,21 Prozent der Stimmrechte. Beteiligt ist auch Ruby Equity Investment, die Holding des Milliardärs Kretinsky.

Nach einem bereits schwierigen zweiten Geschäftsquartal mit roten Zahlen warnte Thyssenkrupp vor einem massiven Einbruch im laufenden Vierteljahr. Für die Monate April bis Juni sei im schlimmsten Fall in den fortgeführten Geschäften ein bereinigter operativer Verlust (EBIT) von gut 1 Milliarde Euro möglich, teilte der kriselnde Stahl- und Industriekonzern aus Essen bei Vorlage der Halbjahresbilanz mit.

Viele neue Hochs im TecDAX 

Mit einem Plus von 0,5 Prozent stach der TecDAX die anderen deutschen Indizes erneut aus, obwohl Wirecard als Index-Schwergewicht nach dem jüngsten Erholungsschub wieder um 5 Prozent fielen. Der TecDAX steht mit gut 3.004 Punkten sogar schon wieder nahezu auf dem gleichen Stand wie zum Start in dieses Jahr. "Die Pandemie macht Technologie-Aktien zu den Gewinnern", sagte ein Händler. Im Bereich Vernetzung seien Erwartungen für die kommenden 3 Jahre in 3 Monaten erfüllt worden. So profitierten Teamviewer vom Home-Office und Bechtle vom Trend zu IT-Solutions, beide Unternehmen notierten auf Allzeit-Hoch, Cancom und Compugroup nur knapp darunter. Aber auch Biotechs und Medizintechnikunternehmen zeigten seit dem Ausbruch der Pandemie Relative Stärke, wie neue Allzeit- oder Dekaden-Hochs bei Sartorius und Qiagen belegten.

Im SDAX fielen Hamburger Hafen um 9 Prozent. Während sich der Umsatz im ersten Quartal noch im Rahmen der Erwartungen bewegt hat, blieben operativer Gewinn auf EBIT-Basis und Nettogewinn hinter den Schätzungen zurück. Auf der anderen Seite stiegen LPKF Laser um 15 Prozent: Das Unternehmen hat einen Lizenzvertrag mit Nippon Electric Glass über die Nutzung seiner Technologie geschlossen.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 88,9 (Vortag: 88,1) Millionen Aktien im Wert von rund 3,36 (Vortag: 3,39) Milliarden Euro. Es gab 14 Kursgewinner und 16 -verlierer.

=== 
INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          10.819,50  -0,05%    -18,34% 
DAX-Future   10.810,00  -0,15%    -17,42% 
XDAX         10.811,70  -0,57%    -17,69% 
MDAX         23.819,97  -0,19%    -15,87% 
TecDAX        3.003,51  +0,54%     -0,38% 
SDAX         10.577,60  -0,62%    -15,46% 
zuletzt      +/- Ticks 
Bund-Future     173,32      13 
=== 

DJG/hru/raz

(END) Dow Jones Newswires

May 12, 2020 11:51 ET (15:51 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
Software vor dem Comeback – diese 5 Aktien könnten durchstarten!
Während Halbleiter- und KI-Infrastrukturwerte von einem Hoch zum nächsten jagen, wurden viele Software-Aktien in den vergangenen Monaten regelrecht aus den Depots gedrängt. Die Angst vor Disruption hat Investoren zu einem radikalen Strategiewechsel veranlasst – mit der Folge, dass zahlreiche Qualitätsunternehmen heute auf Mehrjahrestiefs notieren.

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