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Kabinett gibt grünes Licht für Wasserstoffstrategie

BERLIN (Dow Jones)--Das Bundeskabinett hat die Nationale Wasserstoffstrategie beschlossen. Das teilte das Bundespresseamt in Berlin mit. Damit sind die Koalitionsbeschlüsse umgesetzt, wonach der Hochlauf des gasförmigen Energieträgers mit 7 Milliarden Euro gefördert werden soll. 2 Milliarden sind für internationale Partnerschaften vorgesehen. Kern des Kabinettsentwurfs ist der Aufbau von fünf Gigawatt Elektrolyseleistung für grünen - also aus erneuerbaren Energien gewonnenen - Wasserstoff bis 2030. Weitere fünf Gigawatt sollen bis 2035, spätestens aber 2040 zugebaut werden.

"Mit unserer Wasserstoffstrategie geben wir den Unternehmen einen klaren Rahmen vor und machen Investitionsentscheidungen planbar", erklärte Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). Die Strategie nehme die gesamte Wertschöpfungskette in den Blick - Technologie, Erzeugung, Speicherung, Infrastruktur und Anwendung in Fahrzeugen. Beispielsweise sollen so Produktionsprozesse in den Branchen Stahl, Chemie und Zement, aber auch der Luft- und Straßenverkehr schrittweise dekarbonisiert werden. Insgesamt schätzt die Regierung den Bedarf in den kommenden zehn Jahren auf 90 bis 110 Terawattstunden.

BDI vermisst mehr Engagement im Straßenverkehr 

Der Bundesverband der Deutschen Industrie begrüßte, dass die Regierung die Produktion von grünem Wasserstoff von der EEG-Umlage befreien und rasch die notwendigen regulatorischen Grundlagen für den Ausbau einer Wasserstoffinfrastruktur schaffen wolle. Allerdings bezeichnete es der BDI-Hauptgeschäftsführer Holger Lösch als "schweres Versäumnis", dass das Potenzial des Straßenverkehrs für den Markthochlauf von Wasserstoff verpasst worden sei.

In der Industrie werde zudem das Pilotprogramm für die geplanten Differenzverträge (Carbon Contracts for Difference) nicht zum Durchbruch verhelfen, so Lösch. "Es bedarf weiterer Diskussionen mit den betroffenen Branchen zum Design dieses potenziell sinnvollen Förderinstruments." Europaweit seien der Aufbau EU-weiter Transportinfrastrukturen und großer Wasserstofferzeugungsanlagen eine Importstrategie wichtig, so der BDI-Hauptgeschäftsführer.

DIHK: Auch auf Wasserstoff aus Erdgas setzen 

DIHK-Präsident Eric Schweitzer betonte, der Einstieg in grünen Wasserstoff alleine reiche nicht aus. Zumindest für eine Übergangszeit werde es ohne Erdgas - sogenannten blauen Wasserstoff - nicht gehen. "Verzichten wir auf diese Technologieoffenheit, wird das Geschäft mit dem CO2-neutralen Wasserstoff zu einem guten Teil nicht in Deutschland stattfinden", so Schweitzer. In jedem Fall brauche es aber deutlich mehr Ökostrom. "Teil einer Wasserstoffstrategie der Bundesregierung muss daher ein klarer Ausbaupfad für noch deutlich mehr Windräder sein."

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/cbr

(END) Dow Jones Newswires

June 10, 2020 05:15 ET (09:15 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
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