FRANKFURT (Dow Jones)--Das für Daimler beschlossene Sparpaket zur Reduzierung der Personalkosten soll dem Konzern in diesem Jahr knapp eine halbe Milliarde Euro bringen. "Wir reden hier über ein Einsparvolumen von 450 Millionen Euro", sagte Gesamtbetriebsratschef Michael Brecht der Branchenzeitung Automobilwoche. "Das entspricht etwa der Arbeitsleistung von 7.000 Beschäftigten."
Es handle sich dabei um einen Einmaleffekt, der einen zeitlichen Puffer schaffe. "Das trägt für ein Jahr zur Entspannung bei, kann aber nicht die ganzen anstehenden Themen lösen", sagte Brecht weiter. In den kommenden Jahren müssten sämtliche Abläufe und Strukturen durchleuchtet werden.
Die Streichung von Modellderivaten könne aber über Demografie und Fluktuation gelöst werden, sagte der Betriebsratschef. Erste Eckpunkte eines Qualifizierungsprogramms seien bereits vereinbart worden, um die digitalen Fähigkeiten der Mitarbeiter bei der Software-Codierung zu stärken. Hier sieht Brecht für die nächsten Jahre zusätzlichen Bedarf.
Die Daimler-Führung hatte sich am Morgen mit der Arbeitnehmerseite auf einen Beitrag der Beschäftigten zur Bewältigung der Corona-Krise geeinigt. Sie sieht unter anderem eine Kürzung der Wochenarbeitszeit für große Teile der Belegschaft um zwei Stunden für ein Jahr vor. Überdies gibt es für 2020 keine Ergebnisbeteiligung.
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July 28, 2020 10:36 ET (14:36 GMT)
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