DJ MÄRKTE USA/Leichte Gewinne zum Start - Volatilität bleibt hoch
NEW YORK (Dow Jones)--Nach den kräftigen Vortagesabgaben dürfte die Wall Street mit leichten Aufschlägen in den Freitag starten. Damit bleibt die Volatilität weiter hoch. Nach einem Beginn im Plus waren die Kurse am Donnerstag im Verlauf in negatives Terrain gerutscht. Der Auslöser waren erneute Gewinnmitnahmen im Technologie-Sektor, dessen Bewertung von vielen Marktteilnehmern weiterhin als zu hoch angesehen wird. Vor dem Wochenende ist damit ein erneutes Abrutschen der Kurse nicht auszuschließen.
Der Future auf den S&P-500 legt aktuell um 0,5 Prozent zu, der Nasdaq-Terminkontrakt klettert ebenfalls um 0,5 Prozent. Bislang hat der Nasdaq-Composite im Wochenverlauf 3,5 Prozent eingebüßt - das stärkste Minus seit dem Absturz Mitte März. Vor allem die Kursverluste bei den Technologie-Schwergewichten Apple, Facebook und Amazon belasten das Sentiment, heißt es. Diese haben im Wochenverlauf bislang zwischen 3,4 und 6,2 Prozent eingebüßt.
Jedoch dürfte der Sektor weiterhin von den Entwicklungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Pandemie profitieren. "Fundamental bleiben die Unternehmen in einer Pole-Position", sagt Binay Chandgothia, Portfolio-Manager bei Principal Global Investors.
Ein Teilnehmer warnt jedoch vor einer weiterhin hohen Volatilität vor dem Hintergrund der Spannungen im Handelsstreit zwischen den USA und China, dem US-Wahlkampf und dem anhaltenden Ringen um ein neues Stimulus-Paket in den USA. "Investoren sollten darauf vorbereitet sein", sagt Altaf Kassam, Investment-Stratege bei State Street Global Advisors. Er nimmt derzeit eine defensive Position ein und favorisiert unter anderem Gold.
Etwas stärker als erwartet sind die Verbraucherpreise in den USA (CPI) gestiegen. Sie legten in der Kernrate um 1,7 Prozent statt erwarteter 1,6 Prozent zum Vorjahr zu. "Es war ja angesichts des gelockerten Inflationsziels durch die Fed zu erwarten, dass die Preise stärker steigen", sagt ein Händler. Diese Abweichung dürfte dem Markt noch egal sein, "wirklich interessant wird die Reaktion aber, sobald wir über den Schwellenwert 2 Prozent springen".
Oracle nach Zahlen gesucht
Bei den Einzelwerten geht es für die Aktien von Oracle nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen vorbörslich um 4,7 Prozent aufwärts. Der Datenbankspezialist steigerte in seinem ersten Quartal den Umsatz um 2 Prozent auf 9,37 Milliarden Dollar. Der Nettogewinn stieg um 5 Prozent auf 2,25 Milliarden Dollar.
Bei den Technologie-Schwergewichten legen Apple, Amazon, Facebook und Microsoft zwischen 0,7 und 0,9 Prozent zu.
Ölpreise schwächer - Euro unter 1,19 Dollar
Mit Abgaben zeigen sich die Ölpreise und bauen damit ihre Vortagesverluste aus, ausgelöst durch den überraschenden Anstieg der wöchentlichen Öl-Lagerdaten. Diese waren erstmals seit sieben Wochen in den USA auf Wochensicht wieder gestiegen. Jedoch seien die Daten durch die Auswirkungen von Hurrikan Laura etwas verzerrt, merkt Analyst Helge Andre Martinsen von DNB Markets an. Die Daten der kommenden Wochen dürften daher wichtiger sein, ergänzt der Teilnehmer. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI verliert 0,9 Prozent auf 36,98 Dollar, Brent gibt um 1,0 Prozent auf 39,65 Dollar nach.
Der Euro liegt mit aktuell 1,1842 Dollar weiter unter der Marke von 1,19 Dollar, die er am Vortag nach den Aussagen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde kurzzeitig übersprungen hatte. Sollten Spekulanten, die auf einen fallenden Euro setzen, erst einmal aus dem Markt verdrängt sein, dürfte der Euro in die Spanne 1,25 bis 1,35 Dollar steigen, so Marktexperte Kit Juckes von der Societe Generale. Die Wachstumslücke zwischen der Eurozone und den USA werde "signifikant enger" in den kommenden Jahren und das werde den Euro stützen, erwartet Juckes.
Für den Goldpreis geht es nach unten. Auf Wochensicht steht allerdings vor dem Hintergrund der Turbulenzen an den Aktienmärkten ein Plus zu Buche. Der Preis für die Feinunze reduziert sich um 0,5 Prozent auf 1.946 Dollar. "Gold sieht immer noch bullish aus, aber es wird Mühe haben, die 2.000er-Marke wieder zu durchbrechen, bis der Dollar seinen Abwärtstrend fortsetzt", so Edward Moya, Marktanalyst bei Oanda.
Wenig Bewegung gibt es bei den US-Anleihen. Die Rendite zehnjähriger Papiere liegt kaum verändert bei 0,68 Prozent.
=== US-Anleihen Laufzeit Rendite Bp zu VT Rendite VT +/-Bp YTD 2 Jahre 0,13 -0,4 0,14 -106,9 5 Jahre 0,26 -0,2 0,26 -166,2 7 Jahre 0,46 0,0 0,46 -178,9 10 Jahre 0,68 0,2 0,68 -176,5 30 Jahre 1,42 0,2 1,42 -164,4 DEVISEN zuletzt +/- % Fr, 7:35 Uhr Do, 17:08 Uhr % YTD EUR/USD 1,1842 +0,18% 1,1836 1,1886 +5,6% EUR/JPY 125,71 +0,19% 125,66 126,17 +3,1% EUR/CHF 1,0776 +0,12% 1,0769 1,0778 -0,7% EUR/GBP 0,9241 +0,09% 0,9229 0,9221 +9,2% USD/JPY 106,15 -0,01% 106,17 106,17 -2,4% GBP/USD 1,2816 +0,11% 1,2825 1,2889 -3,3% USD/CNH (Offshore) 6,8385 -0,08% 6,8384 6,8320 -1,8% Bitcoin BTC/USD 10.269,51 -0,72% 10.246,01 10.374,51 +42,4% ROHÖL zuletzt VT-Settl. +/- % +/- USD % YTD WTI/Nymex 36,98 37,30 -0,9% -0,32 -35,5% Brent/ICE 39,65 40,06 -1,0% -0,41 -35,7% METALLE zuletzt Vortag +/- % +/- USD % YTD Gold (Spot) 1.946,07 1.956,10 -0,5% -10,03 +28,3% Silber (Spot) 26,83 26,93 -0,4% -0,10 +50,3% Platin (Spot) 934,58 929,10 +0,6% +5,48 -3,2% Kupfer-Future 3,02 2,99 +1,3% +0,04 +7,1% ===
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September 11, 2020 09:02 ET (13:02 GMT)
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