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XETRA-SCHLUSS/Erholung auf tönernen Füßen

DJ XETRA-SCHLUSS/Erholung auf tönernen Füßen

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt konnten sich die Kurse am Dienstag etwas erholen. Der DAX stieg um 0,4 Prozent auf 12.594 Punkte. "Das ist nur eine temporäre Stabilisierung nach dem 600-Punkte-Absturz vom Wochenauftakt", sagte ein Händler. Eine schnelle Bodenbildung sei noch nicht in Sicht: Zu negativ sei das Umfeld mit den steigenden Corona-Infektionszahlen, der Unsicherheit vor den US-Präsidentschaftswahlen und den stockenden Brexit-Verhandlungen. "Marktteilnehmer sollten einen Test der 200-Tage-Linie bei knapp 12.200 Punkten einkalkulieren", sagte der Händler.

Im DAX stiegen Delivery Hero um 4,5 Prozent, im MDAX gewannen Hellofresh 2,9 Prozent, und im TecDAX zogen Teamviewer um 1,7 Prozent an. "Diese Titel profitieren davon, dass die Anti-Corona-Maßnahmen in vielen Ländern und Regionen wieder verschärft werden", sagte ein weiteren Händler. Bei fast allen anderen Aktien glichen die Plus-Zeichen dagegen lediglich einen Teil der Verluste des "Schlachtfestes" vom Wochenauftakt aus.

Bei den Krisenverlierern gaben Lufthansa weitere 4,4 Prozent ab und Airbus 2,4 Prozent. Im DAX fielen Allianz um 1,9 Prozent und Munich Re um 1 Prozent. Sie folgten damit den Versicherungstiteln in Großbritannien, dort soll der Versicherungsmarkt stärker reguliert werden.

Prosieben mit Mediaset-Spekulationen fest 

Dass laut Medienberichten Mediaset die Beteiligung an Prosieben von derzeit rund 25 Prozent ausbauen möchte, trieb den Prosieben-Kurs um 5 Prozent nach oben. Neben Mediaset sind allerdings auch KKR und Czech Media Invest an Prosieben beteiligt, was eine mögliche Übernahme durch die Italiener erschwert.

Grenke erholten sich 7,2 Prozent. Der Leasinganbiete hatte bereits am Montag mitgeteilt, er lasse das in der Kritik stehende Franchise-System unabhängig prüfen. Auch eine Integration in den Konzern wird erwogen. Am Montag hatte der Kurs aber noch deutlich um 7,2 Prozent nachgegeben.

United Internet und 1&1 Drillisch, die am Vortag nach gesenkten Prognosen um je über 20 Prozent eingebrochen waren, erholten sich nur leicht um 6,7 und 4,2 Prozent. Bei den Autozulieferern fielen Leoni auf neue Allzeit-Tiefs. Der Kurs brach um 7,5 Prozent ein auf 5,10 Euro.

Umgesetzt wurden im Xetra-Handel bei den DAX-Werten rund 69,5 (Vortag: 119,6 ) Millionen Aktien im Wert von rund 3,19 (Vortag: 5,03) Milliarden Euro. Es gab 21 Kursgewinner, 8 -verlierer und eine unveränderte Aktien.

=== 
INDEX          zuletzt   +/- %  +/- % YTD 
DAX          12.594,39  +0,41%     -4,94% 
DAX-Future   12.575,50  +0,68%     -3,68% 
XDAX         12.598,93  -0,37%     -4,08% 
MDAX         26.599,84  +0,38%     -6,05% 
TecDAX        3.027,68  +1,08%     +0,42% 
SDAX         12.055,81  +0,80%     -3,65% 
zuletzt              +/- Ticks 
Bund-Future     174,31     -21 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/hru/err

(END) Dow Jones Newswires

September 22, 2020 11:51 ET (15:51 GMT)

Copyright (c) 2020 Dow Jones & Company, Inc.

© 2020 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

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