DJ Ifo-Institut: Corona-Krise erhöht Zahl an Zombie-Firmen
Von Andreas Kißler
MÜNCHEN/BERLIN (Dow Jones)--Deutsche Volkswirte befürchten, dass in der Corona-Krise die Zahl der Zombie-Firmen "eher zunimmt". Wie eine Umfrage des Ifo-Instituts für Wirtschaftsforschung und der Frankfurter Allgemeinen Zeitung ergab, teilten 66 Prozent der befragten Wirtschaftswissenschaftler diese Sorge. "Einige der staatlichen Hilfsmaßnahmen haben leider unerwünschte Nebenwirkungen", sagte Ifo-Finanzexperte Niklas Potrafke. "Sie begünstigen, dass auch Unternehmen künstlich am Leben gehalten werden, die kein überzeugendes Geschäftsmodell haben."
86 Prozent der Befragten sähen das Risiko, dass sogenannte Zombie-Unternehmen entstünden, weil bis zum 1. Oktober die Pflicht ausgesetzt war, eine Insolvenz im Falle von Zahlungsunfähigkeit bei Gericht anzumelden. Auch das Kurzarbeitergeld fördert nach Meinung von 50 Prozent der Befragten Zombie-Unternehmen. 32 Prozent hielten in diesem Sinne auch staatliche Kredite an Unternehmen über die Kreditanstalt für Wiederaufbau für risikoreich.
64 Prozent der Befragten erwarteten, dass die Zahl der Pleiten nach Ende der staatlichen Wirtschaftshilfen "eher steigen" dürfte. Weitere 32 Prozent gingen von "stark steigenden" Insolvenzzahlen aus. Die Hilfen jetzt schon einzustellen, sei verfrüht, erklärte der Freiburger Volkswirt Oliver Landmann. Wohl aber sende "ein langsames, berechenbares Abschmelzen" ein wirksames Signal aus.
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October 19, 2020 03:53 ET (07:53 GMT)
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