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MÄRKTE USA/Wall Street erholt - Gute Konjunkturdaten helfen

DJ MÄRKTE USA/Wall Street erholt - Gute Konjunkturdaten helfen

NEW YORK (Dow Jones)--Nach der Talfahrt zur Wochenmitte ist die Wall Street am Donnerstag auf Erholungskurs gegangen. Im Handelsverlauf arbeiteten sich die Indizes nach oben, in der Schlussauktion gaben sie wieder einen Teil der Gewinne ab. Händler sahen vor allem eine technische Gegenbewegung nach der bisher rabenschwarzen Wochenbilanz. Ermutigt wurden die Käufer von US-Konjunkturdaten. So ist die Zahl der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe deutlicher als prognostiziert gesunken. Und die US-Wirtschaftsleistung ist im dritten Quartal mit einem Rekordtempo gewachsen und hat sich von einem Großteil der Pandemieverluste erholt.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 26.659 Punkte, der S&P-500 stieg um 1,2 Prozent. Der technologielastige Nasdaq-Composite rückte um 1,6 Prozent vor. Dabei gab es insgesamt 2.157 (Mittwoch: 304) Kursgewinner und 900 (2.815) -verlierer. Unverändert schlossen 83 (32) Titel.

Auf Wochenbasis notieren die Indizes allerdings noch klar im Minus. Die weiter rasant steigenden Corona-Neuinfektionen und die beschlossenen neuen Lockdowns vertiefen die Sorgenfalten bei den Investoren. Denn die von vielen erhoffte wirtschaftliche Erholung dürfte damit ins Stocken geraten.

Zudem werden nach der Schlussglocke mit Twitter, Apple, Facebook, Amazon und der Google-Mutter Alphabet eine ganze Reihe von Technologie-Schwergewichten ihre Quartalszahlen vorlegen. Händler sprachen von einem herausragenden Tag in der Berichtssaison. Alle diese Aktien liefen im Vorfeld bereits deutlich nach oben und stützten die Nasdaq-Indizes.

Dazu kommt die immer näher rückende US-Wahl. In der nächsten Woche wird sich entscheiden, ob der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden Amtsinhaber Donald Trump ablösen wird. In den Umfragen liegt Biden weiter deutlich in Front.

Euro mit Lagarde-Aussagen leichter - Ölpreise auf Fünfmonatstief 

Der Euro fiel auf den tiefsten Stand seit einem Monat, nachdem sich EZB-Präsidentin Christine Lagarde negativ zur konjunkturellen Entwicklung geäußert hatte. Die Erholung verliere schneller als erwartet an Momentum und die steigende Zahl der Corona-Neuinfektionen sei besorgniserregend. Nach der Bestätigung von Leitzinsen und Wertpapierkaufprogrammen sowie die sie betreffende Forward Guidance stellte die EZB weiter Schritte im Dezember in Aussicht. Man werde dabei auf "alle Instrumente" schauen, so Lagarde. Der Euro kam zurück auf 1,1674 Dollar, am späten Mittwoch notierte er noch bei 1,1749.

Die Ölpreise gaben erneut massiv nach und fielen auf den tiefsten Stand seit rund fünf Monaten. Die beschlossenen Lockdowns schürten die Sorge vor einer neuerlichen Rezession und damit einer stark zurückgehenden Ölnachfrage. Auch der jüngste deutliche Anstieg der US-Lagerdaten sorgte für Druck auf den Markt, so ein Teilnehmer. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fiel um 3,0 Prozent auf 36,26 Dollar. Brent gab um 3,1 Prozent auf 37,90 Dollar nach.

Für den Goldpreis ging es kräftiger nach unten. Er fiel auf den tiefsten Stand seit rund einem Monat. Händler verwiesen auf den Dollar-Anstieg. Der Preis für die Feinunze reduzierte sich um 0,6 Prozent auf 1.866 Dollar. Die US-Anleihen standen im Schatten des Aktienmarkts und gaben nach. Die zehnjährige Rendite stieg um 6,0 Basispunkte auf 0,83 Prozent.

Ford überzeugt - Ebay mit Gewinnmitnahmen nach Zahlen 

Bei den Einzelwerten dominierte weiterhin die Berichtssaison. Für die Ford-Aktie ging es nach besser als erwartet ausgefallenen Quartalszahlen um 3 Prozent nach oben. Die Visa-Aktie gewann 2,2 Prozent. Das Kreditkartenunternehmen sah in seinem vierten Geschäftsquartal ein gestiegenes Bezahlvolumen, litt allerdings wegen der Corona-Pandemie unter den sinkenden Ausgaben bei internationalen Reisen.

Ebay reduzierten sich um 7,5 Prozent. Der milliardenschwere Verkauf des Kleinanzeigengeschäfts und der E-Commerce-Boom haben dem Online-Marktplatz Ebay ein starkes drittes Quartal beschert. Umsatz und Gewinn legten zu und übertrafen die Erwartungen der Analysten. Zugleich hob Ebay den Jahresausblick an. Für die Verluste machen Händler Gewinnmitnahmen verantwortlich.

Der US-Chemiekonzern Dupont hat im dritten Quartal 2020 infolge einer coronabedingt schwächeren Nachfrage in einigen Endmärkten rote Zahlen geschrieben. Jedoch wurden die Erwartungen des Marktes übertroffen. Die Aktie stieg um 3,6 Prozent.

Amgen hat im dritten Quartal bei steigendem Umsatz 3,1 Prozent mehr verdient als in der Vorjahresperiode und die Erwartungen übertroffen. Der Biotech-Konzern will seine Quartalsdividende bei 1,60 Dollar halten, allerdings seine Aktienrückkäufe auf das untere Ende der zuvor geplanten Spanne von 3 bis 5 Milliarden Dollar reduzieren. Die Aktie gewann 0,7 Prozent

Der Halbleiterkonzern Marvell Technology übernimmt den Chiphersteller Inphi Corp für insgesamt 10 Milliarden Dollar. Der Zusammenschluss stärkt Marvells Wettbewerbsposition auf den Märkten für Infrastruktur und Rechenzentren und schafft einen Konzern mit einem Unternehmenswert von 40 Milliarden US-Dollar. Die Marvell-Aktie fiel um 3,4 Prozent.

Exxon verteuerten sich um 4,5 Prozent. Der Ölkonzern will seine Belegschaft deutlich reduzieren. Wie das Unternehmen mitteilte, sollen im Laufe des nächsten Jahres 15 Prozent der Stellen weltweit abgebaut werden, darunter 1.900 Jobs in den USA. Der Ölgigant geht 2021 von der Streichung von rund 14.000 Stellen weltweit aus.

=== 
INDEX                 zuletzt      +/- %        absolut      +/- % YTD 
DJIA                26.659,17       0,53         139,22          -6,59 
S&P-500              3.310,09       1,19          39,06           2,45 
Nasdaq-Comp.        11.185,59       1,64         180,73          24,66 
Nasdaq-100          11.350,74       1,87         207,99          29,97 
 
US-Anleihen 
Laufzeit              Rendite   Bp zu VT     Rendite VT      +/-Bp YTD 
2 Jahre                  0,15        0,0           0,15         -105,4 
5 Jahre                  0,37        4,1           0,33         -155,3 
7 Jahre                  0,60        4,8           0,55         -165,1 
10 Jahre                 0,83        6,0           0,77         -161,5 
30 Jahre                 1,61        5,4           1,56         -145,4 
 
DEVISEN               zuletzt      +/- %  Do, 08:49 Uhr  Mi, 17:37 Uhr   % YTD 
EUR/USD                1,1674     -0,64%         1,1749         1,1754   +4,1% 
EUR/JPY                122,14     -0,32%         122,52         122,64   +0,2% 
EUR/CHF                1,0687     -0,07%         1,0690         1,0694   -1,6% 
EUR/GBP                0,9027     -0,20%         0,9035         0,9053   +6,7% 
USD/JPY                104,62     +0,31%         104,28         104,32   -3,8% 
GBP/USD                1,2932     -0,43%         1,3003         1,2982   -2,4% 
USD/CNH (Offshore)     6,7064     -0,33%         6,7030         6,7313   -3,7% 
Bitcoin 
BTC/USD             13.518,75     +1,91%      13.158,00      13.098,75  +87,5% 
 
ROHOEL                zuletzt  VT-Settl.          +/- %        +/- USD   % YTD 
WTI/Nymex               36,26      39,57          -3,0%          -1,13  -35,8% 
Brent/ICE               37,90      39,12          -3,1%          -1,22  -38,2% 
 
METALLE               zuletzt     Vortag          +/- %        +/- USD   % YTD 
Gold (Spot)          1.869,78   1.878,39          -0,5%          -8,61  +23,2% 
Silber (Spot)           23,35      23,43          -0,3%          -0,08  +30,8% 
Platin (Spot)          853,53     872,40          -2,2%         -18,88  -11,6% 
Kupfer-Future            3,06       3,09          +0,2%          +0,01   +8,4% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

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(END) Dow Jones Newswires

October 29, 2020 16:10 ET (20:10 GMT)

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