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IG Metall kündigt harte Gangart in Tarifverhandlungen an

DJ IG Metall kündigt harte Gangart in Tarifverhandlungen an

Von Petra Sorge

BERLIN (Dow Jones)--Die Gewerkschaft IG Metall hat eine härtere Gangart in den Verhandlungen mit den Arbeitgebern angekündigt, um ihre Forderung nach einer 4-prozentigen Tariferhöhung durchzusetzen. "2021 werden wir angesichts des sichtbaren Aufschwungs darauf bestehen, dass die Realeinkommen gesichert werden", sagte der Erste Vorsitzende der IG Metall, Jörg Hofmann, anlässlich der Jahrespressekonferenz. Das Forderungsvolumen sei "moderat", da die Beschäftigten vielfache Opfer zur Bewältigung der Krise erbracht hätten und es zwei Jahre keine Erhöhung gegeben habe.

Die IG Metall befindet sich nach eigenen Angaben derzeit in Verhandlungen für die Metall- und Elektroindustrie, für den Autobauer Volkswagen, für die westdeutsche Textil- und Bekleidungsindustrie sowie für die Eisen- und Stahlindustrie. Neben der Sicherung der Beschäftigung gehe es auch um die Möglichkeit einer Vier-Tage-Woche. Doch Hofmann warf den Arbeitgebern vor, in dieser Tarifrunde noch keine Frage beantwortet und mit Gegenforderungen reagiert zu haben. "Es ist der billige Versuch, die Krise zur eigenen Vorteilnahme zu nutzen."

Bundesweiter Aktionstag am 1. März 

Für den 1. März kündigte die Gewerkschaft einen bundesweiten Aktionstag an. "Sie werden dann auch eine handlungs- und durchsetzungsfähige IG Metall erleben. Wir sind gerüstet mit neuen, innovativen Aktionsformen", sagte Hofmann. Auch sei man zeitlich flexibel bei möglichen Abschlussszenarien.

Im Corona-Krisenjahr 2020 hat die Gewerkschaft rund 2 Prozent ihrer Mitglieder verloren auf nun genau 2.214.662 Mitglieder. Allein in der Metall- und Elektroindustrie seien 2020 etwa 120.000 Stellen - also rund 3 Prozent der Arbeitsplätze - weggefallen, dazu zehntausende Leiharbeiter. Angesichts der Krise nannte Hofmann die IG-Metall-Neuzugänge von 87.000 Mitgliedern daher "eine beachtliche Zahl".

Hofmann: Im Tesla-Werk steht die "Nagelprobe" an 

Insgesamt leisteten die IG-Metall-Mitglieder im vergangenen Jahr 591 Millionen Euro an Beiträgen. Das waren 7 Millionen weniger als 2019 und 5,5 Millionen mehr als 2018. Trotz der Rückgänge und der coronabedingten Rezession sieht sich die Gewerkschaft daher finanziell solide aufgestellt.

Hoffnungen hat sie mit Blick auf den Aufbau einer Arbeitnehmervertretung beim US-Elektroautobauer Tesla, wo nun laut Hofmann die "Erschließungsarbeit" beginne. Die "Nagelprobe" werde sein, ob es im geplanten Werk im brandenburgischen Grünheide eine Betriebsratswahl geben werde.

Kritik übte die IG Metall an dem Versuch der Bundesregierung, zur Eindämmung der Pandemie Homeoffice in den Betrieben durchzusetzen. "Es fehlt vor allem ein Mitbestimmungsrecht des Betriebsrats bei der Einführung von Homeoffice", erklärte die Zweite Vorsitzende Christiane Benner. Hier greife der aktuelle Entwurf von Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zum Betriebsrätestärkungsgesetz zu kurz.

Insgesamt fordern die IG-Metall-Mitglieder von der Bundesregierung eine aktivere Industriepolitik und mehr Investitionen in industrielle Wertschöpfung. Dafür sprachen sich 87 Prozent in einer Umfrage der Gewerkschaft aus. Ebensoviele forderten mehr Mitbestimmung in der Transformation, zum Beispiel bei der Digitalisierung und Qualifizierung. 70 Prozent wünschen sich den Erhalt oder Ausbau der sozialstaatlichen Leistungen.

Kontakt zur Autorin: petra.sorge@wsj.com

DJG/pso/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 28, 2021 05:23 ET (10:23 GMT)

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