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MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck

DJ MÄRKTE EUROPA/Börsen bleiben unter Druck

FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen stehen auch am Montagmittag unter Abgabedruck. Belastend wirken Wirtschaftsdaten aus China. Dort lagen die Einzelhandelsumsätze und die Industrieproduktion für den Juli unter der Prognose. Mit lediglich 6,4 Prozent Plus wurden bei der Industrieproduktion die Erwartungen von knapp unter 8 Prozent deutlich verfehlt. Auch die weiter steigenden Corona-Infektionen machen Sorge, dass sich das Wachstumstempo der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt abkühlt.

Die breitangelegte Abschwächung in China gehe nicht nur auf die Delta-Welle bei Corona zurück, sagt Ökonom Julian Evans-Pritchard von Capital Economics: Denn Investments und Industrieaktivität seien wenig sensitiv gegenüber Viruseinflüssen. Entsprechend stehen Rohstoffaktien (-2%) unter Druck. Ölwerte verlieren 1,7 Prozent. Grund ist der Fall des Brent-Ölpreises unter die 70-Dollar-Marke wegen der an Dynamik verlierenden Weltwirtschaft.

Der DAX verliert 0,6 Prozent auf 15.883 Punkte, der Euro-Stoxx-50 reduziert sich um 0,8 Prozent auf 4.197 Punkte. Daneben spricht QC Partners mit Blick auf die Marktschwäche auch von "Höhenangst". Wie zuletzt so oft setzten nach dem Erreichen eines neuen Allzeithochs Gewinnmitnahmen ein. "Der DAX kann die runde Marke von 16.000 Punkten erst einmal nicht halten. Wieder einmal gibt es kaum jemanden, der bei diesen hohen Kursen noch zum Einstieg bereit ist."

Mit Afghanistan werden Karten neu gemischt 

An der geopolitischen Front sind die Taliban am Sonntag in die afghanische Hauptstadt Kabul eingedrungen, nachdem dort die Regierung zusammengebrochen war. Es bleibt nach Aussage der Commerzbank abzuwarten, wie sich dort die Dinge in den kommenden Wochen entwickeln und ob die geopolitische Entwicklung neue Risiken für die Finanzmärkte mit sich bringe. Politische Gefahren für Deutschland sieht ein anderer Stratege nicht, da die Bundestagswahl bereits vor den zu erwartenden Flüchtlingsströmen stattfinde.

Einzelunternehmen stehen daher im Blick mit ihren Afghanistan-Plänen. "Sollten die Taliban die Macht im Land beziehungsweise in weiten Teilen des Landes übernehmen, werden wir unsere Präsenz und unsere Aktivitäten vor Ort hinterfragen müssen", sagte ein Sprecher von Siemens Energy dem Handelsblatt. Deren Aktien geben um 1,6 Prozent nach.

Lufthansa zählen mit 3,8 Prozent Minus zu den schwächsten Aktien: Grund sind Aussagen des Wirtschaftsstabilisierungsfonds, in den kommenden Wochen bis zu 5 Prozent am Unternehmen zu verkaufen. Der Fonds hält rund 20 Prozent an der Airline.

Faurecia übernimmt Hella-Mehrheit 

Im Blick steht auch die Übernahme von Hella, die wie erwartet nach Frankreich verkauft wird. Faurecia bietet 60 Euro je Anteilsschein. Nach einem Schluss am Freitag bei 63,18 Euro fällt die Hella-Aktie um 3,4 Prozent auf 61 Euro zurück. Für Faurecia (+9%) bedeutet dies einen wichtigen Schritt in Richtung der Großen der Branche.

Positiv stellen die Analysten der Citi bei der Hella-Übernahme heraus, dass die Kapitalerhöhung von Faurecia in Höhe von 800 Millionen Euro kleiner als erwartet ausfalle.

Auch die Aktien des Minenbetreibers BHP stehen mit Verkaufsplänen für das Ölgeschäft im Fokus. Hier wurden Gespräche mit Woodside Petroleum bestätigt. Sollte auch das Kohlegeschäft mit verkauft werden, wäre dies sehr positiv unter ESG-Gesichtspunkten, heißt es dazu von Jefferies. BHP-Aktien geben in London dennoch um 1,5 Prozent nach - hier belastet die allgemeine Rohstoffschwäche.

=== 
Aktienindex       zuletzt   +/- %    absolut   +/- % YTD 
Euro-Stoxx-50      4.202,46   -0,6%    -27,24     +18,3% 
Stoxx-50        3.643,15   -0,6%    -21,03     +17,2% 
DAX          15.908,62   -0,4%    -68,82     +16,0% 
MDAX          35.748,11   -0,5%    -170,29     +16,1% 
TecDAX         3.822,99   -0,0%     -1,67     +19,0% 
SDAX          17.004,79   -0,6%    -110,58     +15,2% 
 
DEVISEN         zuletzt   +/- % Mo, 8:27 Uhr Fr, 17:30 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1781   -0,1%    1,1790     1,1796  -3,5% 
EUR/JPY          128,75   -0,4%    128,97     129,50  +2,1% 
EUR/CHF          1,0766   -0,4%    1,0796     1,0808  -0,4% 
EUR/GBP          0,8499   -0,1%    0,8511     0,8512  -4,8% 
USD/JPY          109,30   -0,3%    109,37     109,79  +5,8% 
GBP/USD          1,3862   +0,0%    1,3853     1,3858  +1,4% 
USD/CNH (Offshore)    6,4755   -0,1%    6,4789     6,4799  -0,4% 
Bitcoin 
BTC/USD        47.410,76   +1,1%   47.310,01   46.274,76 +63,2% 
 
ROHOEL          zuletzt VT-Settl.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         67,52   68,44     -1,3%     -0,92 +40,1% 
Brent/ICE         69,72   70,59     -1,2%     -0,87 +36,8% 
 
METALLE         zuletzt   Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.775,83  1.779,86     -0,2%     -4,04  -6,4% 
Silber (Spot)       23,57   23,75     -0,8%     -0,18 -10,7% 
Platin (Spot)      1.014,35  1.033,00     -1,8%     -18,65  -5,2% 
Kupfer-Future        4,32    4,39     -1,6%     -0,07 +22,6% 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/raz

(END) Dow Jones Newswires

August 16, 2021 06:50 ET (10:50 GMT)

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© 2021 Dow Jones News
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