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MARKT-AUSBLICK/DAX-40 plus Bundestagswahl zu nehmende Hürden

DJ MARKT-AUSBLICK/DAX-40 plus Bundestagswahl zu nehmende Hürden

FRANKFURT (Dow Jones)--Während der deutsche Aktienmarkt seit Wochen unaufgeregt nahe seinen Rekordhochs notiert, stehen für die kommende Woche zwei wichtige Termine auf der Agenda. Da sie schon lange bekannt sind, sollten sie allenfalls kurzfristig für eine höhere Volatilität am Aktienmarkt sorgen. Der erste große Paukenschlag findet gleich am Montagmorgen statt, wenn erstmals der erweiterte DAX-40 gehandelt wird. Die Aufstockung des Benchmark-Index um 10 Werte gilt als die größte Indexreform seit dem Start 1988. Der Index steht dann für rund 84 Prozent der Free-Float-Marktkapitalisierung am deutschen Aktienmarkt und baut damit seine Position als der deutsche Gesamtmarktindex für institutionelle Investoren aus.

Größere Verschiebungen unter der Oberfläche 

Mit 30 Werten war der DAX in der Vergangenheit ein Leichtgewicht im internationalen Vergleich, auch was die Performance angeht, spielte er nicht in der ersten Liga mit. Ab Montag ist er breiter aufgestellt, auch die Sektoren betreffend. Hier sorgen vor allem die ehemaligen Unternehmen aus dem Orbit von Rocket Internet der Samwer-Brüder für Aufsehen. Während die Börsenstory des Startup-Inkubators mit dem Delisting vor knapp einem Jahr quasi geendet hat, sind nun drei seiner ehemaligen Startups im DAX gelandet. So bringt Zalando den Retail-Sektor zurück in den DAX, und Hellofresh steht für den Bereich Personal Care, Drug & Grocery Store, den es zuvor auch nicht gab. Mit Delivery Hero ist der dritte Komet aus dem Samwer Orbit bereits seit dem vergangenen Jahr im deutschen Leitindex vertreten.

Das größte Gewicht wird ab Montag der Sektor der Industrials Goods und Services auf sich vereinen, was auch an der Aufnahme von Airbus liegt. Der Luft- und Raumfahrtkonzern ordnet sich in der Reihe der Schwergewichte mit einer Marktkapitalisierung von gut 65 Milliarden Euro sofort auf Platz 5 ein.

Siemens ist als Name ab Montag gleich dreimal im DAX vertreten, neu hinzu kommt Siemens Healthineers. Mit Porsche kommt ein weiteres Unternehmen aus dem Automobilsektor in den DAX, dessen Geschäftsmodell es ist, die Beteiligung an VW sein eigen zu nennen. Schade ist allerdings, dass eine der jüngsten deutschen unternehmerischen Erfolgsstorys, Biontech aus Mainz, sich für die Nasdaq entschieden hat. Von der Größe würden sie bereits zur Oberklasse im DAX zählen.

Viel Geld ist heute in den Exchange Traded Funds investiert, oder einfach kurz, den ETFs. Diese passiv verwalteten Indexfonds bilden die Zusammensetzung eines Wertpapierindex, in diesem Falle, den DAX nach. Hier bleibt abzuwarten, ob es bei der Menge an neuen Index-Mitgliedern bei diesen nicht zu Preisverwerfungen über das Wochenende kommt. Diese sollten sich zum Start in die kommende Woche bereits schnell wieder glätten.

Die Bundestagswahl steht an - doch die Regierungsbildung kann sich ziehen 

Am Sonntag den 26. September wird gewählt, doch bis sich eine neue Regierungskoalition findet, dürften noch Monate vergehen. Es wird nicht ausgeschlossen, dass sich das Gerangel um Befindlichkeiten noch bis weit ins Jahr 2022 hinziehen kann. Doch dies dürfte die Investoren nicht verunsichern, dauerte das Bilden der Regierungskoalition vor vier Jahren ebenfalls mehrere Monat. Wir erinnern uns, die SPD schickte sich zunächst in die Opposition, Jamaika ging in Dampf auf, nachdem FDP-Chef Christian Lindner es für besser entschied, lieber nicht als falsch zu regieren und erst als die SPD an den Verhandlungstisch zurückkehrte, wurde Anfang Februar 2018 der Durchbruch bei den Koalitionsverhandlungen erreicht. Die Wirtschaft kam in dieser Zeit gut ohne die Politik aus, auch die Investoren gingen ihrem gewohnten Business nach, der DAX trat in dieser Zeit auf der Stelle. Auch dieses Jahr könnte es sich so abspielen. Mit den meisten Farbkombinationen einer zukünftigen Bundesregierung können sich die Investoren gut arrangieren.

Wahlausgang und der Blick in die Glaskugel 

Der Wahlausgang ist momentan kaum vorhersehbar, und welche Regierung daraus hervorgeht, noch weniger. Am wahrscheinlichsten ist für Emmanuel Cau, Leiter der Europäischen Aktienstrategie bei Barclays, die Ampel aus SPD, Grünen und der FDP. Sie sei wirtschaftsfreundlich und stehe für steuerliche Lockerungen sowie mehr Investitionen zum Erreichen des Klimaziels. Solange die FDP dabei sei, ohne Steuererhöhungen. Eine "Weiter-so-Regierung" unter einem Bundeskanzler Laschet wird momentan allenfalls eine geringere Chance eingeräumt, egal in welcher Schattierung. Wirkliches Kopfzerbrechen bereitet den Börsianern da eher eine Linkskoalition aus "Rot-Rot-Grün", die Barclays als wenig wahrscheinlich einstuft. Diese stehe für eine expansive Fiskalpolitik und einem starken Anstieg der öffentlichen Ausgaben für Klimapolitik, Sozialleistungen und Löhne im öffentlichen Dienst sowie Steuererhöhungen. Ein Anstieg des Defizits sollte durch die verfassungsrechtliche Schuldenbremse aber gedeckelt sein.

Bei Investments in den Immobiliensektor abwarten 

Den jüngsten Kursrückgang im Sektor der Immobilienwerte geht den Analysten von Berenberg zufolge auf die politische Unsicherheit den Mietendeckel betreffend zurück. Zwar raten die Analysten, die Einzelheiten jedweder Koalitionsvereinbarung abzuwarten, doch dürfte die aktuelle Ungewissheit den Immobiliensektor noch einige Zeit belasten. Berenberg hält eine bundesweite Politik wie in Berlin für unwahrscheinlich. Eine große Sorge für Aktienanleger dürfte es sein, dass eine rot-grün-rote Koalition bundesweit Mietbeschränkungen wie den im Jahr 2020 durch die rot-grün-rote Landesregierung in Berlin eingeführten Mietendeckel verhänge. Angesichts der aktuellen Unsicherheiten erwarten die Analysten, dass die Fundamental- und Finanzdaten der Portfolios der Unternehmen gesund bleiben und nicht unterschätzt werden sollten. Die Entwicklung im Sektor dürfte sich wieder verbessern, wenn mehr Klarheit über die künftige politische Landschaft in Deutschland bestehe.

Notenbanken dürften keinen neuen Impuls setzen 

Unter der Woche tagen neben der US-Notenbank und der Bank of England noch weitere Notenbanken. Dabei ist zu erwarten, dass sie - wie die Europäische Zentralbank in der Vorwoche - keinen Handelsimpuls für die Aktienmärkte setzen. So erwartet Jens Franck, Portfoliomanager bei nordIX AG, dass die US-Notenbank bei der anstehenden Sitzung die Zinsen unverändert lässt. Vor dem Hintergrund des letzten - in Teilen - schwachen Arbeitsmarktberichts und den sinkenden BIP-Wachstumsschätzungen werde keine Konkretisierung der erwarteten Reduzierung von Wertpapieranleihekäufen erwartet. Hierfür scheint einfach noch nicht die Zeit reif zu sein. Wie in vielen Länder ist auch in Großbritannien die Inflation nach oben geschossen. Zusammen mit einer schwächer als erwartet wachsenden Wirtschaft ist dies für die Bank of England keine schöne Ausgangsposition. Eine Änderung der Leitzinsen wird weder in Großbritannien, Japan, Schweden oder Norwegen erwartet.

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/thl/err

(END) Dow Jones Newswires

September 17, 2021 04:09 ET (08:09 GMT)

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