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MÄRKTE USA/Sehr schwach - Evergrande-Krise schickt Kurse auf Talfahrt

DJ MÄRKTE USA/Sehr schwach - Evergrande-Krise schickt Kurse auf Talfahrt

NEW YORK (Dow Jones)--Kräftige Verluste hat die Wall Street am Montag verzeichnet, vorrangig belastet von der Krise um den chinesischen Immobilienkonzern Evergrande. Außerdem drückten die Unklarheit bei der weiteren US-Geldpolitik und das Ringen um die US-Schuldenobergrenze auf die Stimmung.

Der Dow-Jones-Index verlor 1,8 Prozent, der S&P-500 gab 1,7 Prozent ab und der Nasdaq-Composite 2,2 Prozent. Im Verlauf hatten die Indizes allerdings erheblich stärker nachgegeben, ehe im späten Geschäft Gelegenheitskäufer zugriffen. Kursverlierer waren mit 2.848 (Freitag: 1.190) klar in der Überzahl. Ihnen standen 490 (2.083) Kursgewinner gegenüber, während 91 (153) Titel unverändert schlossen.

An der Börse in Hongkong hatten die Immobilienwerte erneut unter massivem Abgabedruck gestanden, die Evergrande-Aktie verlor weitere 13,8 Prozent. Die Talfahrt nährte Befürchtungen, dass Evergrande kurz vor einem Zahlungsausfall stehe.

Das angeschlagene Immobilien-Unternehmen versuche, Geld aufzutreiben, um die zahlreichen Kreditgeber, Zulieferer und Investoren zu bezahlen, hieß es. Die Aufsichtsbehörden warnten derweil erneut davor, dass die Verbindlichkeiten von 305 Milliarden Dollar zu größeren Risiken für das Finanzsystem des Landes führen könnten, wenn der Konzern nicht stabilisiert werde. Marktbeobachter waren allerdings der Ansicht, dass eine direkte Rettungsaktion der Regierung für Evergrande unwahrscheinlich ist.

Chefmarktanalyst Naeem Aslam von Avatrade nannte neben China noch andere Gründe für die Marktschwäche, so sinkende Prognosen für die Unternehmensergebnisse und die Unsicherheit rund um die Geldpolitik. Der Markt werde darauf achten, ob die Fed bei ihrer zweitägigen Sitzung ab Dienstag Hinweise für das Tapering, die Reduzierung der Anleihekäufe, geben wird. Auch die Schuldenobergrenze in den USA blieb ein Thema. Dem Kongress ist es bislang nicht gelungen, sie anzuheben.

"Die Anleger hatten in letzter Zeit bereits viel zu verdauen, und die Schuldenkrise in den beiden größten Volkswirtschaften der Welt (Evergrande & US-Schuldenobergrenze) in Kombination mit der Unsicherheit über die Entscheidung der Fed in dieser Woche über den Zeitplan für eine mögliche Reduzierung der Zinsen drückt auf die Stimmung am Markt", sagte Pierre Veyret, technischer Analyst bei Activtrades.

Ölpreise unter Druck 

Die Probleme in China zogen den Ölpreis kräftig mit nach unten. Zudem normalisiert sich die Produktion im Golf von Mexiko nach den Störungen durch den dortigen Hurrikan.

Der Dollar erhielt etwas Unterstützung von den Sorgen um China und von der Debatte um ein mögliches Tapering. Der Dollarindex tendierte gut behauptet.

Steil abwärts ging es dagegen mit den Kursen der Kryptowährungen, weil Anleger sich aus risikoreicheren Anlageklassen zurückzogen. Bitcoin sackte um gut 9 Prozent ab.

US-Anleihen waren derweil als sicherer Hafen gesucht. Die Rendite der zehnjährigen Staatstitel sank um 5,6 Basispunkte auf 1,31 Prozent. Der Goldpreis erholte sich etwas von seinem jüngsten Absturz.

Bankenwerte reagierten sensibel auf die Probleme in China. Goldman Sachs Group und Bank of America fielen um je 3,4 Prozent. Der Sektor verbuchte ein Minus von 2,9 Prozent.

Schwächster Wert im Dow war die Caterpillar-Aktie mit einem Minus von 4,5 Prozent. Der Baumaschinenhersteller könnte von dem Evergrande-Debakel ebenfalls betroffen sein.

Energiewerte litten unter dem fallenden Ölpreis. Occidental Petroleum und Devon Energy verloren je 5,4 Prozent, Marathon Oil 4,3 Prozent.

Biontech und Pfizer wollen schnellstmöglich die Zulassung ihres Corona-Impfstoffs für fünf- bis elfjährige Kinder beantragen. Der Impfstoff habe sich in Studien als sicher und wirksam erwiesen, teilten die beiden Pharmaunternehmen mit. Während Biontech um 5,6 Prozent fielen, legten Pfizer um 0,7 Prozent zu.

Gegen die Tendenz gesucht waren auch die Aktien einiger Fluggesellschaften, denn voraussichtlich dürfen Passagiere aus der EU und Großbritannien ab November wieder in die USA reisen. American Airlines verbesserten sich um 3,0 Prozent, United Airlines um 1,6 Prozent und Jetblue um 1,9 Prozent.

=== 
INDEX         zuletzt   +/- %    absolut   +/- % YTD 
DJIA        33.970,47   -1,8%    -614,41     +11,0% 
S&P-500       4.357,73   -1,7%     -75,26     +16,0% 
Nasdaq-Comp.    14.713,90   -2,2%    -330,07     +14,2% 
Nasdaq-100     15.012,19   -2,1%    -321,29     +16,5% 
 
US-Anleihen 
Laufzeit       Rendite  Bp zu VT   Rendite VT   +/-Bp YTD 
2 Jahre         0,22    0,0      0,22      10,1 
5 Jahre         0,83    -3,1      0,86      46,7 
7 Jahre         1,12    -4,2      1,16      47,0 
10 Jahre         1,31    -5,6      1,37      39,6 
30 Jahre         1,85    -5,1      1,90      20,5 
 
DEVISEN        zuletzt   +/- % Mo, 08:26 Uhr Fr, 17.33 Uhr  % YTD 
EUR/USD        1,1729   +0,0%     1,1717     1,1734  -4,0% 
EUR/JPY        128,31   -0,5%     128,69     128,96  +1,8% 
EUR/CHF        1,0881   -0,4%     1,0921     1,0924  +0,7% 
EUR/GBP        0,8584   +0,6%     0,8548     0,8532  -3,9% 
USD/JPY        109,40   -0,5%     109,84     109,92  +5,9% 
GBP/USD        1,3662   -0,5%     1,3707     1,3752  -0,0% 
USD/CNH (Offshore)   6,4820   +0,2%     6,4810     6,4673  -0,3% 
Bitcoin 
BTC/USD       43.887,76   -7,5%   45.707,51   47.486,26 +51,1% 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settl.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex        70,81   71,97     -1,6%     -1,16 +47,5% 
Brent/ICE        74,44   75,34     -1,2%     -0,90 +46,3% 
 
METALLE        zuletzt   Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)     1.765,18  1.754,40     +0,6%     +10,78  -7,0% 
Silber (Spot)      22,25   22,40     -0,7%     -0,16 -15,7% 
Platin (Spot)     915,88   940,85     -2,7%     -24,98 -14,4% 
Kupfer-Future      4,13    4,25     -2,6%     -0,11 +17,2% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/cln

(END) Dow Jones Newswires

September 20, 2021 16:11 ET (20:11 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.

© 2021 Dow Jones News
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