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XETRA-SCHLUSS/DAX erholt - aber Ölpreis steigt und steigt

DJ XETRA-SCHLUSS/DAX erholt - aber Ölpreis steigt und steigt

Von Herbert Rude

FRANKFURT (Dow Jones)--Aufatmen am deutschen Aktienmarkt: Nachdem die 15.000er Marke am Dienstag zunächst einer weiteren Attacke standgehalten hat, zogen die Kurse im Verlauf kräftig an. Der DAX stieg um 1,1 Prozent auf 15.194 Punkte. "Nach dem Rückschlag um 1.000 Punkte ist nun eine Erholung Richtung 15.600 drin", so ein Analyst mit Blick auf die überkaufte Lage. Andere Marktteilnehmer äußerten sich vorsichtiger, auch wegen des immer weiter steigenden Ölpreises, der sich auf den höchsten Stand seit sieben Jahren verteuerte.

"Das schwarze Gold heizt die Inflation an und schürt die Ängste vor einem baldigen Eingreifen der US-Notenbank", sagte Christian Henke von IG Markets. Zudem verteuern die hohen Energiepreise die Produktionskosten der Unternehmen.

Demgegenüber machten die Konjunkturindikatoren den Anlegern Hoffnung. So ist der Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungsbereich in Deutschland weniger stark zurückgegangen als zunächst errechnet, und der Auftragseingang im deutschen Maschinenbau ist im August im Jahresvergleich um 48 Prozent nach oben geschnellt.

Infineon blickt optimistisch in die Zukunft 

Gut kam der Ausblick von Infineon an, für den Wert ging es um 4,8 Prozent nach oben. Der Chiphersteller rechnet für das gerade begonnene Geschäftsjahr 2021/22 mit einem Wachstum im Bereich von 15 Prozent und einer auf etwa 20 Prozent steigenden Marge. Das erwartete Umsatzwachstum im "mittleren" Zehn-Prozent-Bereich sei stark und spreche für Vollauslastung, hieß es an der Börse. Der Marktkonsens habe nur um 12 Prozent gelegen.

Online zurück in der Spur 

Hellofresh gewannen 3,6 Prozent. Berenberg hat die Kaufempfehlung mit einem Kursziel von 100 Euro bekräftigt.

Auch andere Online-Aktien lagen nun wieder auf Erholungskurs. Zalando stiegen um 1,6 Prozent. Shop Apotheke zogen nach ersten Aussagen zum abgelaufenen Quartal um 8,7 Prozent an, Home24 um 3,8 Prozent und Westwing um 1,7 Prozent.

Grenke und Compleo brechen ein 

Für die Grenke-Aktie ging es dagegen um 6,7 Prozent nach unten. Wie das Unternehmen mitteilte, hat das Leasinggeschäft unter globalen Lieferengpässen gelitten, insbesondere bei Herstellern von Computer- und Bürotechnik. Der Konzern rechnet beim Leasingneugeschäft im Geschäftsjahr nun mit 1,5 bis 1,7 Milliarden Euro. Bislang waren es 1,7 bis 2,0 Milliarden Euro.

Einen Kurseinbruch um 19,4 Prozent verzeichneten Compleo Charging Solutions. Der Hersteller von Ladegeräten für E-Fahrzeuge hat überraschend die Gewinn- und Umsatzprognose für das ganze Jahr gesenkt. Das Unternehmen führt zahlreiche Gründe dafür an, unter anderem den Chipmangel.

Süss Micro wiederum konnten sich um 7,5 Prozent erholen. Der Technologiekonzern hat den Auftragseingang im dritten Quartal verglichen mit dem zweiten Quartal um 40 Prozent gesteigert. Die Ertrags- und Umsatzziele für das Geschäftsjahr hat das Unternehmen bekräftigt.

=== 
INDEX       zuletzt +/- % +/- % YTD 
DAX       15.194,49 +1,1%  +10,76% 
DAX-Future    15.164,00 +0,9%  +11,23% 
XDAX       15.182,69 +0,7%  +11,07% 
MDAX       34.022,91 +0,6%  +10,48% 
TecDAX      3.683,04 +1,7%  +14,64% 
SDAX       16.228,49 +0,7%   +9,91% 
zuletzt     +/- Ticks 
Bund-Future     169,76  -39 
 
Index  Gewinner Verlierer unv. Umsatz Mio Euro Mio Aktien Vortag 
DAX      29     10   1     3.182,4    60,5  52,7 
MDAX     34     16   0      599,3    35,5  37,4 
TecDAX    26     4   0      893,9    24,3  24,4 
SDAX     50     17   3      255,2    12,8  13,4 
=== 

DJG/hru/cln

(END) Dow Jones Newswires

October 05, 2021 11:52 ET (15:52 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.

© 2021 Dow Jones News
Historische Öl-Krise - 5 Aktien, die davon profitieren!
Der Iran-Krieg hat den globalen Energiemarkt erschüttert. Zerstörte Förderanlagen, ausgefallene Transportwege und fehlende Raffineriekapazitäten sorgen dafür, dass nicht nur Rohöl, sondern vor allem Benzin und Diesel knapp und teuer bleiben könnten. Selbst ein Ende der Kämpfe würde das Problem nicht über Nacht lösen, der Wiederaufbau der Energieinfrastruktur dürfte Jahre dauern.

Während viele Anleger jetzt auf ExxonMobil, Chevron oder Shell setzen, könnte das größere Potenzial längst woanders liegen. Denn hohe Ölpreise machen neue Investitionen in Förderung, Transport und Verarbeitung wieder attraktiv. Davon profitieren vor allem jene Unternehmen, die Bohrtechnik, Ausrüstung und Dienstleistungen bereitstellen oder bereits über wertvolle Infrastruktur verfügen.

Hier dürfte die zweite Welle des Öl-Booms entstehen. Statt den bereits stark gelaufenen Produzenten hinterherzulaufen, können Anleger auf die Unternehmen setzen, die am milliardenschweren Wiederaufbau der globalen Energieinfrastruktur verdienen.

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