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HWWI: Starke Preisanstiege bei Rohöl, Kohle und Erdgas

DJ HWWI: Starke Preisanstiege bei Rohöl, Kohle und Erdgas

BERLIN (Dow Jones)--Öl, Kohle und Erdgas haben sich auf den Rohstoffmärkten im September stark verteuert. Der Rohstoffpreisindex des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI) kletterte im September um durchschnittlich 8,8 Prozent gegenüber dem Vormonat und übertraf damit seinen entsprechenden Vorjahreswert um 91,5 Prozent.

"Hintergrund der Preissteigerungen ist, dass der gestiegenen Nachfrage nach Energierohstoffen im Zuge der Erholung der Weltwirtschaft derzeit eine Verknappung des Angebots gegenübersteht", erklärte das HWWI.

Die stärksten Preissteigerungen seien auf den Märkten für europäisches Erdgas zu verzeichnen, was die leeren Erdgasspeicher in Europa widerspiegelten.

Entspannung an der Preisfront zeigte sich im September hingegen bei den beiden anderen Teilindizes für Industrierohstoffe sowie für Nahrungs- und Genussmittel. Hier fielen im September die Preise im Durchschnitt.

Preise für Rohöl schießen in die Höhe 

Beim Teilindex für Energierohstoffe war ein deutlicher Anstieg zu verzeichnen. Hier erhöhten sich die Preise im September um 11,3 Prozent im Vergleich zum Vormonat. Der deutliche Aufwärtstrend der Ölpreise machte sich bemerkbar. Im Vergleich zum September 2020 stiegen die Rohölpreise durchschnittlich sogar um mehr als 77 Prozent. Die Preise für Kohle und Erdgas setzten im September ihren starken Aufwärtstrend ebenfalls fort. "Ein wichtiger Preistreiber ist die erhöhte Stromnachfrage aus China, ausgelöst durch die wirtschaftliche Erholung nach der Corona-Pandemie und einer Hitzeperiode, die für einen starken Anstieg der Nachfrage nach Strom für Klimaanlagen sorgte", erklärte das Institut.

Die Preise für europäisches Erdgas erreichten im September historische Höchstwerte und waren mehr als viermal so hoch wie noch im September des Vorjahres. Als Grund nannte das HWWI, dass die Erdgasspeicher in Europa infolge des langen, kalten Winters 20/21 bereits stark entleert waren und aufgrund der gestiegenen Nachfrage nicht vollständig wieder aufgefüllt werden konnten. Zusätzlich sei das Angebot an Erdgas in Europa zurückgegangen.

Industrierohstoffe billiger 

Anders sah es bei den Industrierohstoffen aus. Der Teilindex, der sich in den Index für Agrarrohstoffe, den Index für Nichteisenmetalle und den Index für Eisenerz und Stahlschrott untergliedert, sank im September gegenüber dem Vormonat um 7,6 Prozent. Die Preise für Eisenerz und Stahlschrott fielen im September weiter. Hier machte sich laut HWWI bemerkbar, dass China als der größte Eisenerzverbraucher der Welt seine Eisenerzimporte einschränkte, da die chinesische Stahlproduktion aufgrund von Klimaschutzmaßnahmen stark zurückgefahren wurde.

Der Index für Nahrungs- und Genussmittel sank im September im Vergleich zum Vormonat lediglich leicht um durchschnittlich 0,7 Prozent und lag damit um 32,5 Prozent über dem entsprechenden Vorjahreswert.

Während die Preise für Getreide und Pflanzenöle leicht zurückgingen, seien die Preise für Genussmittel im September leicht gestiegen.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/hab

(END) Dow Jones Newswires

October 12, 2021 07:06 ET (11:06 GMT)

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