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MÄRKTE EUROPA/Evergrande drückt - ABB mit Lieferketten-Problemen

DJ MÄRKTE EUROPA/Evergrande drückt - ABB mit Lieferketten-Problemen

FRANKFURT (Dow Jones)--Europas Börsen haben am Donnerstag mit kleinen Verlusten geschlossen. Etwas belastend wirkten die Nachrichten aus China. Dort fürchtet man einen Dominoeffekt durch den überschuldeten Baukonzern Evergrande. Dessen Aktien brachen ein, nachdem ein Teilverkauf des Konzerns gescheitert war. Der Bausektor trägt in China deutlich stärker als in anderen Volkswirtschaften zum BIP bei. Ansonsten machte die Berichtssaison in Einzeltiteln die Musik. Der DAX verlor 0,3 Prozent auf 15.473 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schloss 0,4 Prozent niedriger bei 4.156.

Die veröffentlichten Konjunkturdaten aus den USA lieferten ein uneinheitliches Bild und setzten keine Akzente am Markt: Die Zahl der Erstanträge auf Leistungen aus der US-Arbeitslosenversicherung hat in der Vorwoche wider Erwarten leicht abgenommen. Die Lage der US-Industrie in der Region Philadelphia hat sich dagegen im Oktober stärker eingetrübt als vorausgesagt.

BBVA verloren 2,9 Prozent und fielen damit viel deutlicher als der Bankensektor (-0,4%) insgesamt. Der Druck auf die Aktie erhöhte sich nach Bekanntgabe der Zinsentscheidung der türkischen Notenbank. Diese hatte den Leitzins um 200 Basispunkte gesenkt - erwartet worden war lediglich eine Senkung um 100 Basispunkte. BBVA gilt als die europäische Bank mit dem höchsten Engagement in der Türkei. Die türkische Lira fiel nach der Zinsentscheidung auf ein neues Allzeittief.

Starke Nachfrage bei ABB ausgebremst von Lieferkette 

Weniger Freude als erhofft machten die Geschäftszahlen des Schweizer Industriekonzerns ABB (-6,2%) zum dritten Quartal. Aufgrund der Lieferkettenprobleme und der dadurch entstehenden Verzögerungen bei der Auslieferung konnte der Konzern sein Wachstumsziel nicht halten.

Der Kapitalmarkttag von Just Eat Takeaway kam bei Anlegern nicht gut an. Sie störten sich vor allem an der strategischen Ausrichtung. So hob Goodbody hervor, dass man sich Nachrichten zur Unternehmensverkäufen erhofft habe. Jefferies wiederum vermisste M&A-Aktivitäten in den USA. Die Titel fielen um 1,7 Prozent.

SAP büßten 3,1 Prozent ein. Im frühen Geschäft stützten noch gute Geschäftszahlen der Tochter Qualtrics. Am Nachmittag setzte aber Verkaufsdruck in dem Papier ein. Im Handel wurde auf die Telefonkonferenz des Softwarekonzerns verwiesen. Dort habe sich SAP zurückhaltend zum Lizenzgeschäft geäußert. Belastend wirkten auch die schlecht aufgenommenen Geschäftszahlen von IBM. Derweil ging es für Software AG nach Drittquartalszahlen um 2,2 Prozent nach oben - die Ergebnisseite blieb klar über den Erwartungen.

Uniper reagierten mit Aufschlägen von 1,3 Prozent auf die vorläufigen Neunmonatszahlen und die Anhebung der Unternehmensziele für das laufende Jahr. Der Versorger rechnet nun mit einem bereinigten EBIT 2021 von 1,05 bis 1,30 Milliarden Euro nach bislang 800 Millionen bis 1,05 Milliarden. In einer Ende August veröffentlichten Studie ging die NordLB noch von einem bereinigten EBIT im laufenden Jahr von 925 Millionen Euro aus.

Für Shop Apotheke ging es 4,2 Prozent nach unten. Die Aktie wurde belastet von Zur Rose (-7,7%). Die Schweizer Online-Apotheke hatte die Prognose für das Umsatzwachstum im Gesamtjahr auf 15 von zuvor 20 Prozent gesenkt. Hintergrund ist die pandemiebedingte Nachfrageschwäche bei rezeptfreien Medikamenten. Gute Geschäftszahlen der Tochter Cimic verhalfen Hochtief zu Kursgewinnen von 1,3 Prozent.

Margenziel bei Unilever steht trotz Kosteninflatiom 

Unilever (+1,2%) hat ihren Umsatz im dritten Quartal dank guten Wachstums in den wichtigen Märkten USA, China und Indien sowie mit Hilfe einer positiven Entwicklung der Online-Vertriebskanäle und des Wachstums der Konzernmarken gesteigert. Derweil hielt das Unternehmen trotz der Kostenentwicklung an der Prognose fest, dass die Margen im Gesamtjahr unverändert zum Vorjahr bleiben würden.

Metro schlossen nach volatilem Handel 0,3 Prozent tiefer. Positiv vermerkten die Analysten von Baader, dass Metro bei Umsatz und Ergebnis das obere Ende der prognostizierten Spanne für 2020/21 erreicht habe. Eine leichte Umsatzsteigerung wurde durch Westeuropa ausgelöst, während der Umsatz in Deutschland aufgrund von Rückgängen bei "anderen Kundengruppen" zurückging.

Die Aktie von TLG Immobilien stieg um 15,5 Prozent auf 31,75 Euro. Aroundtown plant ein Delistingangebot für TLG und bietet den TLG-Aktionären 31,67 Euro je Aktie. Im Fahrwasser stiegen auch die Aktien der WCM um 14,7 Prozent.

=== 
Index         Schluss- Entwicklung Entwicklung  Entwicklung 
             stand   absolut     in %     seit 
                              Jahresbeginn 
Euro-Stoxx-50     4.155,73    -16,44    -0,4%    +17,0% 
Stoxx-50        3.616,29    -7,45    -0,2%    +16,3% 
Stoxx-600        469,71    -0,36    -0,1%    +17,7% 
XETRA-DAX       15.472,56    -50,36    -0,3%    +12,8% 
FTSE-100 London    7.190,30    -32,80    -0,5%    +11,8% 
CAC-40 Paris      6.686,17    -19,44    -0,3%    +20,4% 
AEX Amsterdam      807,64    +2,17    +0,3%    +29,3% 
ATHEX-20 Athen     2.192,46    -6,89    -0,3%    +13,3% 
BEL-20 Brüssel     4.197,20    -23,86    -0,6%    +15,9% 
BUX Budapest     55.121,35   +727,72    +1,3%    +30,9% 
OMXH-25 Helsinki    5.448,38    -49,77    -0,9%    +18,8% 
ISE NAT. 30 Istanbul  1.567,33    +25,88    +1,7%     -4,2% 
OMXC-20 Kopenhagen   1.804,43    +7,28    +0,4%    +23,2% 
PSI 20 Lissabon    5.762,20    -31,36    -0,5%    +17,0% 
IBEX-35 Madrid     8.944,30    -73,60    -0,8%    +10,8% 
FTSE-MIB Mailand   26.525,15    -56,62    -0,2%    +19,6% 
RTS Moskau       1.868,16    -36,61    -1,9%    +34,7% 
OBX Oslo        1.078,21    -4,62    -0,4%    +25,5% 
PX Prag        1.341,06    -4,10    -0,3%    +30,6% 
OMXS-30 Stockholm   2.325,15    -1,10    -0,0%    +24,0% 
WIG-20 Warschau    2.427,35    -15,76    -0,6%    +22,4% 
ATX Wien        3.767,49    -42,27    -1,1%    +35,8% 
SMI Zürich      12.039,14    +25,99    +0,2%    +12,5% 
 
Rentenmarkt       zuletzt         absolut    +/- YTD 
Dt. Zehnjahresrendite   -0,10          +0,02     +0,47 
US-Zehnjahresrendite    1,66          +0,00     +0,75 
 
DEVISEN         zuletzt   +/- % Do, 9:01 Uhr Mi, 17:34 Uhr  % YTD 
EUR/USD          1,1638   -0,1%    1,1649     1,1644  -4,7% 
EUR/JPY          132,41   -0,6%    132,75     133,00  +5,0% 
EUR/CHF          1,0680   -0,3%    1,0708     1,0711  -1,2% 
EUR/GBP          0,8432   +0,1%    0,8439     0,8425  -5,6% 
USD/JPY          113,78   -0,5%    114,06     114,21  +10,2% 
GBP/USD          1,3805   -0,2%    1,3811     1,3817  +1,0% 
USD/CNH (Offshore)    6,3886   -0,1%    6,3923     6,3914  -1,8% 
Bitcoin 
BTC/USD        63.335,01   -3,8%   64.922,01   66.708,76 +118,0% 
 
ROHÖL          zuletzt VT-Settl.     +/- %    +/- USD  % YTD 
WTI/Nymex         81,34   83,42     -2,5%     -2,08  +70,6% 
Brent/ICE         83,85   85,82     -2,3%     -1,97  +65,3% 
 
METALLE         zuletzt   Vortag     +/- %    +/- USD  % YTD 
Gold (Spot)       1.782,40  1.782,13     +0,0%     +0,27  -6,1% 
Silber (Spot)       24,16   24,28     -0,5%     -0,12  -8,5% 
Platin (Spot)      1.049,50  1.053,75     -0,4%     -4,25  -2,0% 
Kupfer-Future        4,57    4,73     -3,4%     -0,16  +29,8% 
=== 

Kontakt zum Autor: manuel.priego-thimmel@wsj.com

DJG/mpt/flf

(END) Dow Jones Newswires

October 21, 2021 12:17 ET (16:17 GMT)

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