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VDMA: Maschinen- und Anlagenbau trotz Materialengpässen auf Kurs

DJ VDMA: Maschinen- und Anlagenbau trotz Materialengpässen auf Kurs

Von Andreas Kißler

BERLIN/FRANKFURT (Dow Jones)--Der Maschinen- und Anlagenbau bekommt die globalen Materialengpässe nach Angaben seines Branchenverbandes zunehmend zu spüren. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) bestätigte zwar für 2021 die Prognose eines realen Produktionszuwachses von 10 Prozent. "Ohne Materialengpässe wäre aber ein höheres Wachstum möglich gewesen", erklärte der Verband. Für 2022 rechnen die VDMA-Volkswirte unverändert mit einem weiteren Produktionsplus von real 5 Prozent.

"Wie in allen Industrien werden sich auch bei uns die Lieferschwierigkeiten bei einigen Vorleistungen noch längere Zeit bemerkbar machen. Aber die Auftragsbücher sind nach wie vor gut gefüllt", sagte VDMA-Präsident Karl Haeusgen laut dem Verband in einem Pressegespräch auf dem 12. Deutschen Maschinenbau-Gipfel. "Deshalb erwarten wir, dass die Umsätze aus diesen Bestellungen mit etwas Verzögerung verbucht werden." Viele Maschinenbauer würden bereits in diesem Jahr das Umsatzniveau von 2019 wieder erreichen. "Aber die ungewisse Lage in den Lieferketten beschäftigt auch uns zunehmend", betonte Haeusgen.

Für die exportstarke Branche, die im Durchschnitt vier von fünf Maschinen ins Ausland verkaufe, stellten die Konfrontation und das Auseinanderdriften der beiden Wirtschaftsmächte USA und China eine immer größere Herausforderung dar. Laut einer aktuellen Umfrage des VDMA beziehe fast die Hälfte der Maschinenbaufirmen Komponenten aus China oder den USA, die für die eigene Produktion kritisch sind. Dabei handele es sich an erster Stelle um elektronische Komponenten und Bauteile, aber auch um Rohmaterialien wie Stahl und Gussteile sowie verschiedene andere Vorprodukte. Hier bestehe "das Risiko, von China oder den USA im Fall von Handelsstreitigkeiten unter Druck gesetzt zu werden".

Maschinenbauer verfolgen unterschiedliche Strategien 

Haeusgen betonte, die Unternehmen wüssten daher, "dass sie handeln müssen". Hierfür böten sich unterschiedliche Wege an. Jedes zweite Unternehmen gab in der Umfrage laut dem Verband an, auch weiterhin vor allem auf kundenorientierte Speziallösungen zu setzen, mit denen sich der Maschinen- und Anlagenbau für die Kunden in USA und China unverzichtbar mache. Knapp ein Drittel der Befragten will sich für eine "Vorwärtsstrategie" entscheiden und die eigenen Investitionen in den USA und in China erhöhen. 16 Prozent der Firmen denken daran, künftig verstärkt eigene Produkte jeweils für den amerikanischen und den chinesischen Markt zu entwickeln.

Gut ein Drittel der befragten Firmen will auch die Suche nach Zulieferern aus Drittstaaten intensivieren, um damit möglichen Sanktionen von chinesischer oder amerikanischer Seite zu entgehen. Mehr als zwei Drittel der Unternehmen gaben zugleich an, dass sie keine unmittelbare Änderung ihrer Strategie planen. "Mittelständische Unternehmen richten sich erst nach genauer Analyse strategisch aus", betonte der VDMA-Präsident. "Aber mittelfristig kann es entscheidend sein, sich neu zu positionieren." Deshalb sei es umso wichtiger, dass Europa weitere Handelsabkommen aushandele.

Technologisch sehe sich der Maschinen- und Anlagenbau gut gerüstet, um im Kampf gegen die globale Erderwärmung eine Schlüsselrolle zu spielen. "Wir können von der Erzeugung erneuerbarer Energien über die Errichtung von Verteilernetzen bis hin zur Speicherung von Energie und Wiederverwertung von Stoffen die benötigten Anlagen liefern", betonte Haeusgen. Gleichzeitig brauche der Klimaschutz zwingend Änderungen, die von der Politik durchgesetzt werden müssten. Insbesondere müssten Planungs- und Genehmigungsverfahren drastisch vereinfacht werden.

Kontakt zum Autor: andreas.kissler@wsj.com

DJG/ank/apo

(END) Dow Jones Newswires

October 26, 2021 08:48 ET (12:48 GMT)

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