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XETRA-SCHLUSS/Anleger werden vor Zinsentscheidungen vorsichtiger

DJ XETRA-SCHLUSS/Anleger werden vor Zinsentscheidungen vorsichtiger

FRANKFURT (Dow Jones)--Am deutschen Aktienmarkt ist es am Dienstag nach unten gegangen. Nach einem Start im Plus schloss der Index 1,1 Prozent tiefer bei 15.454 Punkten. Dies hatte vor allem zwei Gründe: zunächst senkte das Ifo-Institut die deutsche Wachstumsprognose für 2022 deutlich. Damit dürfte sich der erhoffte Aufschwung nochmals nach hinten verschieben. Am Nachmittag verschreckten dann hohe Inflationsdaten aus den USA. Dort stiegen die Erzeugerpreise gegenüber dem Vorjahresmonat um 9,6 Prozent. Dies wurde an der Börse dahingehend gewertet, dass die Fed eher früher als später zur geldpolitischen Normalisierung zurückkehrt. Damit nicht genug, in den kommenden Tagen treffen sich zudem die Notenbanker der EZB, die aus Großbritannien, Japan, der Schweiz und Norwegen. Im Vorfeld wurden Investoren etwas vorsichtiger.

Software AG schwach - Anleger hatten sich Einstieg anders vorgestellt 

Seit Wochen war die Software AG auf der Suche nach einem Investor, zwischenzeitlich war in den Medien von großem Interesse von Private Equity berichtet worden. An der Börse wurde auf für die Aktionäre schnell zu verdienendes Geld gesetzt. Daraus wurde nichts, enttäuschte Anleger schickten die Aktie 13,6 Prozent ins Minus. Der Technologieinvestor Silver Lake steigt zwar bei Software AG ein und investiert 344,3 Millionen Euro durch die Zeichnung von Wandelschuldverschreibungen in Höhe von rund 10 Prozent des derzeit ausgegebenen Grundkapitals. Doch eben zunächst mit einer Schuldverschreibung - und nicht als Aktionär.

Positiv kamen die Aussagen von Ceconomy (+8,5%) im Rahmen der finalen Geschäftszahlen an. "Ihr Ausblick zeigt, dass trotz aller Corona-Vorsicht keine neuen Wolken am Horizont sind", sagte ein Händler. Mit großen Lockdowns sei nicht zu rechnen, das Geschäftsjahr sollte im Plus enden, das wichtige vierte Quartal laufe gut und der Online-Umsatz steige.

Mit Blick auf steigende Zinsen an den Kapitalmärten wurden einmal mehr die Aktien der hochbewerteten Unternehmen verkauft, so fielen im DAX Delivery Hero und Hellofresh jeweils 3 Prozent. About You schlossen 8,5 Prozent im Minus, Westwing gaben um 7,3 Prozent nach und Home24 um 10 Prozent.

=== 
INDEX     zuletzt +/- % +/- % YTD 
DAX     15.453,56 -1,1%  +12,65% 
DAX-Future  15.463,00 -0,9%  +13,42% 
XDAX     15.463,31 -0,9%  +13,13% 
MDAX     34.190,93 -0,8%  +11,02% 
TecDAX    3.787,77 -1,9%  +17,90% 
SDAX     15.953,14 -1,8%   +8,05% 
zuletzt        +/- Ticks 
Bund-Future  174,37%   -33 
 
Index  Gewinner Verlierer unv. Umsatz Mio Euro Mio Aktien Vortag 
DAX      11     28   1     3.439,0    62,4  57,0 
MDAX     15     32   3      726,1    39,3  35,4 
TecDAX     5     25   0      888,1    27,4  22,7 
SDAX     13     55   2      201,5    12,7  10,8 
=== 

Kontakt zum Autor: thomas.leppert@wsj.com

DJG/thl/flf

(END) Dow Jones Newswires

December 14, 2021 11:55 ET (16:55 GMT)

Copyright (c) 2021 Dow Jones & Company, Inc.

© 2021 Dow Jones News
Achtung, Korrektur!
Die Börsen laufen heiß. Trotz geopolitischer Krisen und steigender Zinsen klettern viele Indizes weiter Richtung Allzeithoch. Doch unter der Oberfläche zeigen sich erste Risse: Der Abverkauf bei Halbleiter-, KI- und Space-Aktien macht deutlich, wie schnell sich die Stimmung drehen kann.

Besonders gefährlich ist die aktuelle Gemengelage aus schwacher Saisonalität, dünner Liquidität in den Sommermonaten und historisch hohen Bewertungen. Selbst vermeintlich sichere Blue Chips sind inzwischen teuer bewertet und damit anfällig für Korrekturen. Gleichzeitig liefern technische Indikatoren erste Warnsignale. So werden viele Rekordstände nicht mehr bestätigt.

Für Anleger steigen die Risiken spürbar. Wer jetzt nicht genauer hinschaut, läuft Gefahr, auf dem falschen Fuß erwischt zu werden.

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