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MÄRKTE USA/Wall Street zum Start im Minus erwartet

DJ MÄRKTE USA/Wall Street zum Start im Minus erwartet

NEW YORK (Dow Jones)--An der Wall Street zeichnen sich zum Ende der Woche Abschläge zu Handelsbeginn ab, nachdem die US-Börsen bereits am Vortag deutliche Verluste hinnehmen mussten. Vor allem Technologiewerte, die durch eine hohe Fremdkapitalquote gekennzeichnet sind, standen mit Zinsängsten unter deutlichem Abgabedruck. Gekennzeichnet war der Handel in der zurückliegenden Woche durch eine hohe Volatiliät.

Das beherrschende Thema ist weiterhin die extrem hohe Inflation und die sich daraus ergebenden Folgen für die Geldpolitik der US-Notenbank. Immer mehr Notenbanker sprechen sich für aggressivere Maßnahmen der Fed zur Bekämpfung des Preisauftriebs aus. So sagte Fed-Mitglied Charles Evans, dass die aufgeblähte Bilanz der Notenbank schneller als erwartet zurückgefahren werden könnte. Erwartet wird am Markt eine erste Leitzinserhöhung im März. Auch heute äußern sich im Tagesverlauf mehrere Mitglieder der US-Notenbank über ihre geldpolitischen Ansichten zur Inflationsbekämpfung.

Die bereits vor der Startglocke veröffentlichten Konjunkturdaten zeigen einen deutlichen Rückgang der Einzelhandelsumsätze für Dezember um 1,9 Prozent gegenüber Vormonat, während Ökonomen nur einen Rückgang um 0,1 Prozent erwartet hatten. Die Importpreise sind entgegen den Erwartungen um 0,2 Prozent gesunken, hier war ein leichter Anstieg um 0,2 Prozent erwartet worden.

Vorbörslich stehen noch Daten zur Industrieproduktion ebenfalls für Dezember an. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn kommen dann noch Daten zu den Lagerbeständen für November sowie der Index der Verbraucherstimmung der Uni Michigan für Januar.

Zudem richten sich die Blicke auf die in den USA an Fahrt aufnehmende Berichtssaison und damit den Auswirkungen der Pandemie auf die Bilanzen. Im Fokus steht am Berichtstag vor allem der Finanzsektor. Mit JP Morgan Chase, Citigroup, Wells Fargo und Blackrock haben vorbörslich gleich mehrere Schwergewichte aus dem Sektor ihre Geschäftszahlen für das abgelaufende Quartal vorgelegt.

JP Morgan und Citigroup nach Zahlen im Minus 

Die US-Großbank JP Morgan Chase (-4,2%) hat im vierten Quartal bei gleichbleibenden Einnahmen weniger verdient als im Vergleichszeitraum des Vorjahres. Gleichwohl übertraf die Bank die Gewinnerwartungen der Analysten deutlich.

Die Citigroup (-3,8%) hat im vierten Quartal bei leicht steigenden Einnahmen deutlich weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Rückgang war allerdings nicht so stark wie von Analysten befürchtet, abgefedert wurde er zum Teil von einer geringeren Risikovorsorge. Der Gewinn sackte vor allem wegen höherer Kosten um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum auf 3,17 Milliarden Dollar ab.

Wells Fargo (-0,7%) hat im vierten Quartal dank höherer Einnahmen deutlich mehr verdient. Das Kreditinstitut übertraf die Markterwartungen deutlich.

Der Vermögensverwalter Blackrock (-1,5%) hat seinen Gewinn im vierten Quartal gesteigert und Marktgewinne ließen das verwaltete Vermögen des Unternehmens auf über 10 Billionen Dollar steigen. Der Nettogewinn stieg um 6 Prozent auf 1,64 Milliarden Dollar, nach 1,55 Milliarden im Vorjahresquartal.

Meta Platforms (-1,4%) ist nach einem Medienbericht in Großbritannien auf mindestens 2,3 Milliarden Pfund Schadensersatz verklagt worden. Dem Facebook-Mutterkonzern werde vorgeworfen, die Daten von mehr als 44 Millionen Nutzern mißbräuchlich genutzt zu haben, berichtet der Fernsehsender Sky News.

Boston Beer büßen 8,9 Prozent ein, nachdem das Unternehmen den Ausblick gesenkt hat. Neben Nachfrageschwäche bei einigen Produkten machen dem Getränkekonzern auch hohe Kosten in der Lieferkette zu schaffen und belasten die Bruttomargen.

Dollar erholt sich etwas 

Am Devisenmarkt zeigt sich der Dollar etwas erholt, nachdem er in den vergangenen Tagen auf dem Rückzug war. Der Dollar-Index legt 0,1 Prozent zu. Auslöser für die Abwärtsbewegung waren die US-Verbraucherpreisdaten für Dezember zu Wochenmitte, die wie erwartet den höchsten Stand seit 1982 markiert hatten. Laut den Devisenanalysten der ING hätten Anleger diese Daten zum Anlass genommen, Gewinn einzustreichen, die seit Ende November aufgelaufen seien. Doch gehen die Analysten davon aus, dass die Schwäche des Greenback nur temporärer Natur sein werde. Bis zur US-Notenbanksitzung am 26. Januar dürfte der Dollar wieder anziehen.

Am Ölmarkt steigen die Preise moderat. "Die Kombination aus den begrenzten negativen Auswirkungen von Omikron auf die globale Ölnachfrage, den anhaltenden Angebotsproblemen und den Schwierigkeiten der Opec+, die Produktion im Einklang mit der Erhöhung der Förderquoten zu steigern, hat den Brent-Preis über die Marke von 85 US-Dollar je Barrel getrieben", so Helge Andre Martinsen, Senior Öl-Analyst bei DNB Markets.

Am Anleihemarkt steigen die Renditen, nachdem sie am Vortag kräftig zurückgegangen sind. Für die zehnjährigen Papiere notiert sie 1,9 Basispunkte höher bei 1,72 Prozent.

=== 
US-Anleihen 
Laufzeit       Rendite  Bp zu VT  Rendite VT +/-Bp YTD 
2 Jahre         0,91    +2,1     0,89    18,2 
5 Jahre         1,48    +1,2     1,47    22,5 
7 Jahre         1,65    +1,5     1,64    21,4 
10 Jahre         1,72    +1,9     1,70    21,0 
30 Jahre         2,06    +2,6     2,04    16,4 
 
DEVISEN        zuletzt   +/- % Fr, 8:09 Uhr Do, 17:30 % YTD 
EUR/USD        1,1451   -0,1%    1,1467   1,1469 +0,7% 
EUR/JPY        130,01   -0,6%    130,49   130,83 -0,7% 
EUR/CHF        1,0429   -0,1%    1,0440   1,0435 +0,5% 
EUR/GBP        0,8349   -0,1%    0,8356   0,8348 -0,6% 
USD/JPY        113,53   -0,6%    113,79   114,08 -1,4% 
GBP/USD        1,3715   +0,0%    1,3723   1,3738 +1,4% 
USD/CNH (Offshore)   6,3562   -0,1%    6,3550   6,3627 +0,0% 
Bitcoin 
BTC/USD       42.262,92   -0,8%   42.903,77 43.352,30 -8,6% 
 
ROHOEL        zuletzt VT-Settl.     +/- %  +/- USD % YTD 
WTI/Nymex        82,38   82,12     +0,3%    0,26 +9,5% 
Brent/ICE        84,70   84,47     +0,3%    0,23 +8,7% 
 
METALLE        zuletzt   Vortag     +/- %  +/- USD % YTD 
Gold (Spot)     1.826,85  1.822,52     +0,2%   +4,33 -0,2% 
Silber (Spot)      23,10   23,09     +0,0%   +0,01 -0,9% 
Platin (Spot)     979,95   974,92     +0,5%   +5,03 +1,0% 
Kupfer-Future      4,43    4,55     -2,6%   -0,12 -0,8% 
=== 

Kontakt zum Autor: maerkte.de@dowjones.com

DJG/DJN/err/kla

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January 14, 2022 09:04 ET (14:04 GMT)

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