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Norwegens Premier: Länder sollen frei über Nato-Mitgliedschaft entscheiden

DJ Norwegens Premier: Länder sollen frei über Nato-Mitgliedschaft entscheiden

Von Andrea Thomas

BERLIN (Dow Jones)--Norwegens Ministerpräsident Jonas Gahr Store hat auf das Recht von Ländern wie Schweden und Finnland gepocht, über eine Nato-Mitgliedschaft frei entscheiden zu können. Gleichzeitig zeigte er sich besorgt über die Sicherheitslage an der ukrainischen Grenze zu Russland. Auf einer Konferenz des Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) zur Dekarbonisierung der deutschen Industrie sagte Store, dass Norwegen und Deutschland die Situation in und um die Ukraine ähnlich beurteilten.

"Ich bin besorgt über die Entwicklung und die Eskalation und darüber, wie wenig es wirklich braucht, um etwas zu entfachen, das für alle Parteien sehr schlecht sein wird", sagte Store. An Norwegens Grenze zu Russland sei die Lage stabil und ruhig, aber über die Situation in Europe sei er sehr besorgt.

Auf die Frage nach Überlegenen von Schweden und Finnland, dem transatlantischen Verteidigungsbündnis Nato beizutreten, sagte Store dass keines der beiden Ländern bislang erklärt hätte, einen Mitgliedsantrag bereits bereitzuhalten.

"Aber Norwegen würde sagen, dass es für uns und unsere Sicherheit unerlässlich ist, dass Schweden und Finnland ihre Wahl frei treffen können", sagte Store. "Es sollte im freien Ermessen eines Landes liegen, diese Entscheidung zu treffen. Und dazu gehören für mich als norwegischer Premierminister in erster Linie unsere nordischen Nachbarn."

Store wirbt für norwegisches Gas und CCS 

Store wird am frühen Abend mit Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) zusammentreffen. Dabei soll es unter anderem auch um eine Intensivierung der Gaspartnerschaft gehen. Angesichts geringerer Gaslieferungen aus Russland sieht Store kaum Möglichkeiten für Norwegen, weitere Mengen bereitzustellen. Die norwegischen Firmen produzierten bereits an der Kapazitätsgrenze.

Norwegen will auch auf dem Weg zur angestrebten europäischen Klimaneutralität weiter Gas fördern und dabei in sogenannten blauen Wasserstoff umwandeln. Das entstehende Kohlendioxid soll im Gegenzug in Speicherstätten in der Nordsee und der Barentssee gespeichert werden, sagte Store. Die Speicherung von CO2 ist als CCS bekannt. Hier sieht er eine Möglichkeit für Deutschland, in dem als Industrieland der Hunger nach Energie groß ist.

Die Bundesregierung sieht dieses Vorhaben CCS kritisch. Der stellvertretende Bundeswirtschafts- und Klimaminister Patrick Graichen erklärte auf der Veranstaltung, dass dabei Emissionen austreten könnten. "Wir setzen auf grünen Wasserstoff", sagte Graichen mit Verweis auf Wasserstoff, der aus erneuerbaren Energien gewonnen wird.

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

January 19, 2022 06:40 ET (11:40 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
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