DJ ÜBERBLICK am Morgen/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Deutsche HVPI-Inflation steigt im Februar auf 5,5 Prozent
Der am harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) gemessene Inflationsdruck in Deutschland hat im Februar zugenommen. Grund dafür sind die hohen Energiepreise, die durch den Krieg in der Ukraine weiter steigen. Wie das Statistischen Bundesamt (Destatis) mitteilte, erhöhte sich der HVPI mit einer Jahresrate von 5,5 (Vormonat: 5,1) Prozent. Die Statistiker bestätigten damit - wie von Volkswirten erwartet - ihre vorläufige Schätzung vom 1. März.
SPD-Chef Klingbeil begrüßt vorsichtig Schröders Putin-Besuch
Die überraschende Reise von Gerhard Schröder nach Moskau wird in der SPD vorsichtig begrüßt. Ob der Besuch des Altkanzlers bei Wladimir Putin etwas bringe, werde sich zeigen, sagte SPD-Chef Lars Klingbeil dem Spiegel. "Klar ist: Alles, was hilft, diesen grauenvollen Krieg in der Ukraine zu stoppen, ist gut." Auch andere SPD-Politiker zeigten sich zurückhaltend optimistisch. "Schröder hat bisher so agiert, dass es beschämend war", sagte der Abgeordnete Helge Lindh. Aber wenn Schröder das Plazet der ukrainischen Regierung habe, sei es "nicht an uns zu sagen, ob es etwas bringt". Schröder sei aber nicht im Auftrag der deutschen Regierung unterwegs.
IWF warnt vor langsamerem Wirtschaftswachstum weltweit wegen Ukraine-Krieg
Der Internationale Währungsfonds (IWF) hat wegen des Ukraine-Kriegs vor einem langsameren Wirtschaftswachstum weltweit gewarnt. IWF-Chefin Kristalina Georgieva verwies unter anderem auf steigende Preise für Lebensmittel und Energie. Die Corona-Pandemie sei bereits eine "Krise wie keine andere" gewesen, nun betrete die Weltwirtschaft mit dem Krieg in Europa "noch schockierenderes Terrain". Wie stark der IWF seine Prognose für das Weltwirtschaftswachstum senken werde, wollte Georgieva nicht sagen.
US-Senat beschließt neuen Haushalt inklusive Hilfspaket für Ukraine
Der US-Senat hat am Donnerstagabend dem neuen US-Haushalt zugestimmt, der auch ein milliardenschweres Hilfspaket für die Ukraine vorsieht. In dem insgesamt 1,5 Billionen Dollar schweren Entwurf für die Ausgaben im restlichen Haushaltsjahr sind fast 14 Milliarden Dollar an direkten Hilfen für das Kriegsland sowie Maßnahmen zur Bewältigung der Auswirkungen des Konflikts vorgesehen. Nach der Zustimmung beider Kammern des Kongresses kann US-Präsident Joe Biden das Gesetz nun unterzeichnen.
USA: Ukraine braucht Luftabwehrraketen statt Kampfflugzeuge
Die Ukraine braucht für den Krieg gegen Russland nach US-Angaben in erster Linie keine Kampfflugzeuge, sondern Luftabwehr-Raketen. "Flugzeuge sind nicht das, was unsere ukrainischen Partner im Moment hauptsächlich brauchen", sagte der Sprecher des US-Außenministeriums, Ned Price. Die meisten Zerstörungen in der Ukraine seien auf Raketen und Artillerie zurückzuführen. Flugzeuge seien "nicht das beste Mittel" gegen diese Waffen. Laut Price verfügt die ukrainische Armee im Übrigen noch über "mehrere Staffeln von Flugzeugen", die flugtauglich sind.
Sitzung des UN-Sicherheitsrats zu angeblichen Biowaffen in Ukraine
Der UN-Sicherheitsrat wird am Freitag um 17.00 Uhr MEZ zu einer Dringlichkeitssitzung über angebliche Biowaffen in der Ukraine zusammenkommen. Die Sitzung war von Russland beantragt worden, nachdem sich Moskau und Washington in den vergangenen Tagen gegenseitig vorgeworfen hatten, Massenvernichtungswaffen im Ukraine-Krieg einsetzen zu wollen. Russland hatte die ukrainische Regierung beschuldigt, zusammen mit den USA Labore zur Herstellung von Biowaffen zu betreiben. Washington und Kiew wiesen dies zurück.
Johnson befürchtet möglichen Einsatz chemischer Waffen durch Russland in Ukraine
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson hat Russland vorgeworfen, einen möglichen Einsatz chemischer Waffen in der Ukraine vorzubereiten. Moskau sei dabei, einen möglichen Vorwand für einen solchen Einsatz zu schaffen, indem es der Gegenseite vorwerfe, über chemische Waffen zu verfügen, sagte Johnson im Sender Sky News. Russland werde von einer "zynischen, barbarischen Regierung" angeführt. "Sie fangen damit an, zu sagen, dass ihre Gegner oder die Amerikaner chemische Waffen lagern, damit sie, wenn sie selbst chemische Waffen einsetzen - und ich fürchte, das werden sie vielleicht - eine Fake-Geschichte haben, auf die sie zurückgreifen können", sagte Johnson.
G7-Energieminister rufen öl- und gasreiche Länder zu höherer Produktion auf
Die Energieminister der G7-Staaten haben öl- und gasreiche Länder aufgerufen, angesichts des Ukraine-Kriegs ihre Produktionspolitik zu überdenken. Die Förderländer sollten sich "verantwortungsvoll" verhalten und "ihre Möglichkeiten prüfen, die Belieferung der internationalen Märkte zu erhöhen", hieß es in einer auf Englisch verfassten gemeinsamen Erklärung, die von der deutschen G7-Präsidentschaft herausgegeben wurde.
Moskau und Kiew laut IAEA "bereit" zu Zusammenarbeit bei Akw-Sicherheit
Die Regierungen Russlands und der Ukraine sind der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) zufolge "bereit" zur Zusammenarbeit bei der Sicherheit der Atomanlagen im Kriegsgebiet. "Wir hatten gute Gespräche, keine einfachen, aber ernsthafte Gespräche", sagte IAEA-Chef Rafael Grossi nach seiner Rückkehr von Gesprächen mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba und dem russischen Außenminister Sergej Lawrow in der Türkei. "Beide Seiten sind sich einig, dass etwas getan werden muss", bekräftigte er.
Erdogan betont in Gespräch mit Biden Vermittlerrolle der Türkei im Ukraine-Krieg
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat in einem Telefonat mit US-Präsident Joe Biden die Vermittlerrolle seines Landes im Ukraine-Konflikt hervorgehoben. Die Türkei wolle mit beiden Kriegsparteien sprechen und einen Ausweg suchen, erklärte das Präsidialamt in Ankara nach dem Telefonat. Unter türkischer Vermittlung hatten sich am Donnerstag die Außenminister der Ukraine und Russlands in Antalya zu einem ersten hochrangigen Gespräch der beiden Kriegsparteien seit Beginn des russischen Einmarschs vor zwei Wochen getroffen. Einen Durchbruch brachte das Treffen allerdings nicht.
Putin warnt wegen Sanktionen vor hohen Energie- und Lebensmittelpreise weltweit
Russlands Präsident Wladimir Putin hat wegen der westlichen Sanktionen vor einschneidenden Folgen für die weltweite Versorgung mit Energie und Lebensmitteln gewarnt. "Ihre Preise steigen, aber das ist nicht unsere Schuld", sagte Putin am Donnerstag in einer im Fernsehen übertragenen Regierungssitzung. Die westlichen Staaten hätten sich mit ihren Strafmaßnahmen gegen Russland verrechnet. Putin verwies darauf, dass Russland einer der weltweit wichtigsten Exporteure von Düngemittel ist.
+++ Konjunkturdaten +++
Japan/Ausgaben privater Haushalte Jan +6,9% (PROGNOSE: +3,6%) gg Vorjahr
Japan/Ausgaben Arbeitnehmer-Haushalte Jan +5,0% gg Vorjahr
Japan/Konsumneigung Jan 79,4%
Japan/Konsumneigung Jan +1,9 Pkt gg Vorjahr
DJG/DJN/AFP/apo
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March 11, 2022 03:00 ET (08:00 GMT)
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