DJ ÜBERBLICK am Mittag/Konjunktur, Zentralbanken, Politik
Die wichtigsten Ereignisse und Meldungen zu Konjunktur, Zentralbanken, Politik aus dem Programm von Dow Jones Newswires
Putin sieht "positive" Zeichen in Verhandlungen mit Ukraine
Russlands Staatschef Wladimir Putin macht in den Verhandlungen mit der Ukraine "positive Veränderungen" aus. "Da sind gewisse positive Veränderungen, haben mir unsere Unterhändler berichtet", sagte Putin ährend eines vom Fernsehen übertragenen Treffens mit dem belarussischen Staatschef Alexander Lukaschenko. Die Verhandlungen würden "nun auf fast täglicher Basis geführt".
Putin will Truppen an Russlands Grenzen zum Westen verstärken
Der russische Präsident Wladimir Putin erwägt die Verstärkung seiner Truppen an den Grenzen zum Westen. Bei einer im Fernsehen übertragenen Sitzung des Sicherheitsrats in Moskau forderte Putin Verteidigungsminister Sergej Schoigu auf, einen entsprechenden Plan zu erarbeiten. Als Grund nannte Putin die "von den Nato-Ländern beschlossenen Maßnahmen". Die Nato-Staaten haben als Reaktion auf Russlands Militäreinsatz in der Ukraine tausende Soldaten nach Mittel- und Osteuropa entsandt. Moskau hat einen Rückzug der Allianz gefordert.
Stoltenberg: Nato will offenen Krieg mit Russland verhindern
Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg hat bekräftigt, dass die westliche Allianz einen offenen Krieg mit Russland verhindern will. "Wir sind verantwortlich dafür zu verhindern, dass sich dieser Konflikt über die Grenzen der Ukraine hinaus intensiviert und zu einem offenen Krieg zwischen Russland und der Nato wird", sagte Stoltenberg im türkischen Antalya im Gespräch mit der Nachrichtenagentur AFP. Die westlichen Staaten haben mit beispiellosen Sanktionen auf den Einmarsch Russlands in der Ukraine reagiert.
Klingbeil will EU-Beitritt der Ukraine
Der SPD-Vorsitzende Lars Klingbeil hat sich für einen EU-Beitritt der Ukraine ausgesprochen. "Es ist elementar wichtig, dass wir den Staaten, die zwischen uns und Russland liegen und die unsere demokratischen und freiheitlichen Werte teilen, Nähe und Sicherheit bieten", sagte Klingbeil dem Nachrichtenmagazin Der Spiegel. Angesichts des russischen Angriffskriegs müssten die Beitrittsperspektiven viel stärker behandelt werden. "Die Verhandlungen mit Nordmazedonien und Albanien sollten zeitnah starten. Und auch die Ukraine sollte Teil der Europäischen Union werden", sagte der SPD-Chef.
EU-Außenbeauftragter verkündet "Pause" bei Atomgesprächen mit Iran
Die Atomgespräche mit dem Iran in Wien wurden am Freitag ohne Ergebnis unterbrochen, nachdem Russland von Washington Garantien gefordert hatte, die verhindern sollen, dass westliche Sanktionen gegen Russland das Land daran hindern, Geschäfte mit dem Iran zu tätigen. "Eine Pause bei den ViennaTalks ist aufgrund externer Faktoren notwendig", erklärte der Chef der EU-Außenpolitik, Josep Borrell, der formelle Vorsitzende der Verhandlungen, auf Twitter.
IMK: Deutsche Inflation 2022 wohl bei über 5 Prozent
Der Krieg in der Ukraine dürfte die Inflation in Deutschland in diesem Jahr mit "deutlich über 5 Prozent" auf das höchste Niveau seit dem zweiten Ölpreisschock Anfang der 1980er Jahre treiben statt wie erhofft schnell zur Zielinflation der Europäischen Zentralbank (EZB) zurückgehen, wie das Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung erklärte.
Deutsche Bank: Markt muss EZB zur Spread-Kontrolle drängen
Der unerwartet hawkishe Kurs der Europäischen Zentralbank (EZB) hat nach Aussage von Deutsche-Bank-Volkswirt Jim Reid zu einem rekordverdächtigen Anstieg der Renditen deutscher Bundesanleihen beigetragen. "Darüber hinaus war die gestrige Ausweitung des italienischen Zehn-Jahres-Spreads gegenüber Bundesanleihen (plus 16,7 Basispunkte) die größte Tagesausweitung seit April 2020", schreibt Reid in seinem Morgenkommentar.
Habeck: Genehmigungsverfahren und Bau von LNG-Speicher synchronisieren
Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) fordert eine Synchronisierung bei den Genehmigungsverfahren und dem Bau der geplanten Flüssiggasterminals in Deutschland. "Aus meiner Sicht ist es nicht mehr schlau zu sagen, wir machen jetzt erst mal die Genehmigungen und dann schauen wir uns an, wie die Genehmigungen sind und dann bauen wir", sagte Habeck während einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) mit Blick auf solche als LNG-Terminals bekannte Flüssiggasspeicher.
Habeck: Weitere Hilfen bei dauerhaft hohen Energiepreisen denkbar
Die Bundesregierung hält weitere Entlastungen aufgrund der hohen Energiepreise für Unternehmen und ärmere Haushalte für möglich. Allerdings sollte die Entscheidung nicht auf die jüngst zu beobachteten extremen Preissteigerungen basieren, wie Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) erklärte. Seit dem Beginn des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine habe die Welt die extremste Woche an den Energiepreismärkten erlebt. Erst bei dauerhaft hohen Preisen sollte erneut gehandelt werden, so Habeck.
Lauterbach: Corona-Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat vor einer weiteren deutlichen Zunahme von Corona-Infektionen gewarnt und die Länder aufgefordert, sich auf eine Anwendung der neuen gesetzlichen Regelungen in sogenannten Hotspots einzurichten. Eine allgemeine Impfpflicht sei ohne Alternative. "Die Lage ist objektiv viel schlechter als die Stimmung", sagte Lauterbach bei einer Pressekonferenz in Berlin. "Wir sind in einer Situation, die ich als kritisch bezeichnen möchte." Dass die Omikron-Variante milder sei, stimme nur begrenzt.
+++ Konjunkturdaten +++
Brasilien Verbraucherpreise Feb +1,01% (Jan: +0,54%)
Brasilien Verbraucherpreise 12-Monats-Rate Feb +10,54% (Jan: +10,38%)
Mexiko Industrieproduktion Jan +1,0% gg Vormonat
Mexiko Industrieproduktion Jan +4,3% (PROG: +2,7%) gg Vj
DJG/DJN/AFP/apo
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March 11, 2022 07:30 ET (12:30 GMT)
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