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BDI: Konjunktureller Ausblick für Industrie sieht sehr trübe aus

DJ BDI: Konjunktureller Ausblick für Industrie sieht sehr trübe aus

BERLIN (Dow Jones)--Der Krieg in der Ukraine hat die konjunkturellen Aussichten für die deutsche Industrie erheblich eingetrübt und die Investitionsbereitschaft der Industrie gedämpft. Wie aus dem Quartalsbericht des Bundesverbands der Deutschen Industrie (BDI) hervorgeht, gefährdet die konjunkturelle Unsicherheit die wirtschaftliche Erholung in diesem Jahr. Gleichzeitig warnte der Verband vor einem Embargo gegen russisches Gas, da dieses in vielen Branchen zu Produktionsstörungen führen würde. Die Bundesregierung sei nun gefordert, mit einem neuen Entlastungspaket die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und seiner Unternehmen zu bewahren.

"Der konjunkturelle Ausblick sieht sehr trübe aus. Eine Störung bei den russischen Gaseinfuhren bleibt eine große Gefahr", erklärte BDI-Präsident Siegfried Russwurm. Wegen immenser Unsicherheiten und immer neuer Engpässe in der Produktion verzichtet der BDI auf eine aktuelle Prognose. "Die Ampelkoalition muss jetzt die wirtschaftliche Stärke Deutschlands und seiner Unternehmen bewahren und an schnell wirksamen, zielgenauen und befristeten Maßnahmen arbeiten, um die Krise abzufedern."

Der BDI forderte, dass die Bundesregierung in einem dritten Entlastungspaket Unterstützung für Unternehmen bereitstellen sollte, die wegen der Energiepreise unverschuldet in eine wirtschaftliche Schieflage geraten seien. "Die deutsche Industrie sieht die Gefahr, dass Unternehmen wegen der Energiepreise oder aufgrund eines russischen Exportstopps von Energierohstoffen in existenzielle Schwierigkeiten geraten", heißt es in dem Bericht.

In Einzelfällen staatliche Hilfe wie während der Corona-Krise nötig 

Schon jetzt seien einige energieintensive Unternehmen gezwungen, ihre Produktion wegen überbordender Gas- und Stromkosten zu drosseln. Daher sollten in Einzelfällen übergangsweise Instrumente wie Bürgschaften, Garantien, Kredite und staatliche Beteiligungen an gefährdeten Unternehmen nach dem Vorbild des Wirtschaftsstabilisierungsfonds in der Corona-Krise möglich sein, so der BDI.

Die hohen Energiepreise verursachten erhebliche Kaufkraftverluste und die privaten Konsumausgaben würden nur geringfügig zulegen. Auch die Außenwirtschaft dürfte das Wachstum laut BDI belasten. Denn während der Wert der Importe aktuell deutlich zulege, falle Wachstum bei den Exporten schwer. Stark gestiegene Rohstoff- und Energiepreise trieben die Einfuhren in die Höhe.

"Weltweite Wachstumseinbußen und Sanktionen lassen den deutschen Exportmotor stottern. Die weltwirtschaftliche Entwicklung stockt, das schwächt die Ausfuhren Made in Germany", heißt es in dem Quartalsbericht. "Die Unternehmen konnten ihren hohen Auftragsbestand aufgrund anhaltender Lieferengpässe nur zum Teil abbauen. Die Corona-Lockerungen bescheren der Konjunktur in diesem Frühjahr nicht den erhofften Wachstumsbonus."

Kontakt zur Autorin: andrea.thomas@wsj.com

DJG/aat/apo

(END) Dow Jones Newswires

April 04, 2022 03:55 ET (07:55 GMT)

Copyright (c) 2022 Dow Jones & Company, Inc.

© 2022 Dow Jones News
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