FRANKFURT (dpa-AFX) - Die Wirtschaftsstimmung im Euroraum hat sich im April infolge des Ukraine-Kriegs erneut deutlich verschlechtert. Gegenüber dem Vormonat fiel der vom Beratungsunternehmen Sentix erhobene Konjunkturindikator um 11,0 Punkte auf minus 18,0 Zähler, wie Sentix am Montag in Frankfurt mitteilte. Das ist der tiefste Stand seit Juli 2020. Analysten hatten mit einer wesentlich moderateren Eintrübung auf minus 9,4 Punkte gerechnet.
Die Eintrübung ist bereits der zweite deutliche Rücksetzer in Folge. Sowohl für die Eurozone als auch für Deutschland sei mit einer Rezession zu rechnen, erwartet Sentix. Lage- und Erwartungswerte des Indikators seien inzwischen negativ, die Wirtschaft beginne demnach zu schrumpfen. Derzeit könne keine andere globale Region ein wirtschaftliches Gegengewicht liefern.
Der Sentix-Indikator ist eine Umfrage unter Finanzmarktteilnehmern und damit in etwa vergleichbar mit den ZEW-Konjunkturerwartungen. Analysten messen der Umfrage Bedeutung zu, weil sie früh im jeweiligen Berichtsmonat veröffentlicht wird und damit eine Art Taktgeber für andere Indikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima sein kann./bgf/stk
